Kredit

Juli 1998 hat folgenden Wortlaut:

In der Wirtschaft, insbesondere im Bereich der Banken und des Rechnungswesens wird bereits ab dem 1. Januar 1999 mit dem EURO als unbarem Zahlungsmittel gearbeitet werden.

Ich frage die Landesregierung: l. Ist die Einführung des EURO in den Unterricht im Rahmen der beruflichen Bildung mit den Thüringer Wirtschaftsverbänden und Kammern abgestimmt worden und wann?

2. Wie lautet das Ergebnis dieser Abstimmung?

3. Ab wann wurden oder werden die Währungsbezeichnungen und Rechenbeispiele in den Unterrichtsmaterialien der beruflichen Bildung (Bücher, Arbeitshefte, Projektorfolien etc.) von Deutsche Mark auf EURO umgestellt?

4. Ab wann und in welcher Art und Weise wurden oder werden die Lehrer an den beruflichen Schulen Thüringens auf die Einführung des EURO in den Ausbildungsstoff vorbereitet?

5. Ab wann und in welcher Art und Weise wurden bereits oder werden Thüringer Berufsschüler im Unterricht auf die Einführung des EURO als unbares Zahlungsmittel vorbereitet?

6. Welchen Stundenumfang nimmt die Einführung des EURO in den Stundentafeln jeweils in jeweils welchem Lehrjahr ein?

Das Thüringer Kultusministerium hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 8. September 1998 wie folgt beantwortet:

Zu 1. und 2.: Abstimmungen mit den Kammern und Verbänden vollziehen sich im Rahmen der Erarbeitung von Lehrplänen. Sie sind bei nicht vorgesehen. Die Berufsschulen haben nach der Rahmenvereinbarung über die Berufsschule (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 14./15. März 1991) die Pflicht, ein flexibles Bildungsangebot zu gewährleisten, das der wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Entwicklung gerecht wird. Die Lehrpläne sehen die dafür notwendigen Freiräume vor. Unabhängig davon bieten sie eine Vielzahl von Abstimmungsmöglichkeiten unmittelbar zwischen Betrieb und Berufsschule.

a) Umstellung auf EURO in den Lernmitteln Entsprechende Regelungen werden derzeit durch das Thüringer Kultusministerium vorbereitet. Da für die Erstellung der genannten Materialien die Schulbuchverlage zuständig sind, wird in diesem Zusammenhang ein für Ende Oktober/Anfang November 1998 angekündigter Vorschlag des Verbands der Schulbuchverlage abgewartet.

b) Umstellung auf EURO in den Arbeitsmitteln

Die Umstellung erfolgt mit der Vermittlung von Kenntnissen über den EURO und von Fertigkeiten im Umgang mit ihm, d. h. ab Schuljahr 1998/99.

Zu 4.: Die Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen werden seit dem Schuljahr 1997/98 durch entsprechende Fortbildungsangebote des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien gezielt auf die Einführung des EURO vorbereitet. Diese Angebote werden im Schuljahr 1998/99 weiter ausgebaut. So sind z. B. Veranstaltungen geplant, die die Auswirkungen des EURO auf den Handel und auf das Steuerrecht thematisieren.

Zu 5.: Thüringer Berufsschüler werden ab Schuljahr 1998/99 auf die Einführung des EURO als unbares Zahlungsmittel vorbereitet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen eigenständigen Lerninhalt. Er hat vielmehr instrumentellen Charakter und wird, akzentuiert nach Ausbildungsberufen, in der jeweils konkreten Handlungssituation berücksichtigt.

Zu 6.: Der Stundenumfang kann aufgrund der unter Antwort zu Frage 5 dargestellten Spezifik nicht konkret angegeben werden. Tatsache ist, dass alle Auszubildenden bereits im 1. Ausbildungsjahr entsprechende Kompetenzen erwerben. Das geschieht insbesondere im Rahmen des Themas Zahlungsverkehr. Zusätzlich werden in Ausbildungsberufen des Berufsfelds Wirtschaft und Verwaltung vertiefte Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Hierzu eignen sich z. B. die Schwerpunkte Kontoführung, Geld- und Vermögensanlage, Kreditgeschäft (Bankkaufmann), Beschaffungsund Absatzwirtschaft (Industriekaufmann und Bürokaufmann), Abwicklung von Warengeschäften (Kaufmann im Einzelhandel und Kaufmann im Groß- und Außenhandel) sowie Steuern (Steuerfachangestellter).