Gesundheitsförderung und Prävention

Um die nachfolgend besser einordnen zu können, wird kurz auf das von Gesundheitsförderung eingegangen.

Gesundheitsförderung geht weit über medizinische und soziale Versorgung hinaus.

Es handelt sich dabei nicht nur um eine individualisierte Krankheitsvorbeugung, sondern vielmehr um die Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen.

Gesundheitsförderung dient damit sowohl der umfassenden Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen als auch der Entwicklung gesundheitsdienlicher Einstellungen und Verhaltensweisen bei jedem Einzelnen.

Demgemäß liegt die Verantwortung für Gesundheitsförderung nicht nur im Gesundheitssektor, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen.

Die spezifischen Bedürfnisse von Frauen finden in der Gesundheitsförderung zunehmend Beachtung.

So gibt es bundesweit gesetzlich geregelte wie auch thüringenspezifische Präventionsangebote für Frauen, insbesondere für werdende Mütter, Mutter und Kind.

Zu den bundesweit gesetzlich geregelten Angeboten gehören:

In den Mutterschafts-Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen ist ein Vorsorgeprogramm für die werdende Mutter, das ungeborene Kind sowie Mutter und Kind nach der Geburt geregelt.

Erwerbstätige werdende und stillende Mütter sowie ihre Kinder stehen unter der besonderen Fürsorge der Gesellschaft.

Das Mutterschutzgesetz und die ergänzende Verordnung sollen ihren Schutz vor arbeitsbedingten Gefahren, vor finanziellen Nachteilen oder gar Kündigungen gewährleisten. von Müttern, Ärzten, Arbeitgebern, Krankenkassen und Behörden zeigen leider, dass es immer noch Probleme bei der Anwendung der Schutzvorschriften gibt. Aufklärung leisten neben den Ämtern für Arbeitsschutz sowie dem Landesamt auch die zahlreichen anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen in Thüringen.

Im Rahmen der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden Früherkennungsmaßnahmen im Rahmen der im Fünften Buch Sozialgesetzbuch vorgesehenen Leistungen (§ 25 SGB V) finanziert.

Ab dem 35. Lebensjahr kann sich jeder Erwachsene, Frau wie Mann, in einem Rhythmus von zwei Jahren einer Gesundheitsuntersuchung, dem Check-up 35, insbesondere zur Früherkennung von Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie dem frühzeitigen Aufspüren von Stoffwechselstörungen unterziehen.

Ab einem bestimmten Lebensalter sollte jeder Bürger regelmäßig einmal im Jahr das Angebot der Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahrnehmen.

So haben Frauen vom 20. Lebensjahr an einen Anspruch auf eine jährliche Früherkennungsuntersuchung der Geschlechtsorgane, vom 30. Lebensjahr an zusätzlich auf die Früherkennung von Brustkrebs und Hautkrebs sowie ab dem 45. Lebensjahr zusätzlich auf die Untersuchung des Mast- und des übrigen Dickdarms.

Bei Männern übernehmen die Krankenkassen ab dem 45. Lebensjahr die Kosten für die Früherkennungsuntersuchung des Mast- und des übrigen Dickdarms, der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane und der Haut.

Dass ungenügend von diesem Angebot Gebrauch gemacht wird, wurde bereits in der Antwort zu Frage 1.2. g betont.

1996/97 wurden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) Krebsvorsorgeuntersuchungen von den Frauen in Thüringen wie folgt in Anspruch genommen.