Altenpflege

Im März 1998 waren von den 101 Professorenstellen der Medizinischen Fakultät der Friedrich Schiller Universität (FSU) Jena 79 mit ernannten Professoren besetzt. Von den 79 ernannten Professoren sind sechs Frauen, das entspricht 7,6 Prozent der ernannten Professoren. nach C 3- und C 4-Professuren ist der nachstehenden Tabelle 17 zu entnehmen.

Die Ausbildung der Studierenden im Studiengang Medizin ist geregelt in den Vorschriften der Approbationsordnung für Ärzte; die Ausbildungsinhalte basieren auf den dort genannten Anforderungen. Über die in den jeweiligen Fachgebieten vermittelten verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten typischer Erkrankungen weiblicher Patienten hinaus wird auf diese Fragestellung vor allem im Fach Medizinische Psychologie eingegangen.

Zu 7.5:

Das Studium der Medizin ist nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz förderfähig.

Ebenfalls können Stipendien der von Bund und Ländern geförderten Begabtenförderungswerke und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Anspruch genommen werden. Insbesondere bietet die Stipendien zur Fortbildung von deutschen Studierenden der Medizin. Die Antragstellung ist über den DAAD zu leiten.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über das Programm Zahnmedizinischer Austauschdienst über den DAAD einen Reisekostenzuschuss bei Famulaturen außerhalb Europas zu erhalten.

Nach Abschluss des Studiums ist die Förderung der Promotion nach der Thüringer Graduiertenförderungsverordnung möglich.

Der DAAD bietet gleichfalls über mehrere Programme Unterstützung für die Weiterbildung und Forschung von Graduierten der Medizin.

Besondere Fördermöglichkeiten für Medizinstudentinnen bestehen in Thüringen nicht.

Medizinstudentinnen der FSU Jena können sich zu den oben genannten Förderprogrammen im Studiendekanat der Medizinischen Fakultät beraten lassen. für diese Studentinnen kommt zudem soziale Dienste des Studentenwerks in Frage.

Der Studentenrat hat einen Wegweiser herausgegeben, der allen Studierenden der Universität zur Verfügung steht und der auch detaillierte Hinweise für Studierende mit Kind enthält.

Zu 7.6:

Die Situation junger Ärztinnen unterscheidet sich hinsichtlich ihrer Berufs- und Ausbildungschancen nicht grundsätzlich von der Situation anderer Arbeit suchender oder berufstätiger Frauen.

Mit zurzeit (Stand: 17. April 1998) 105 arbeitslosen Ärztinnen gegenüber 55 arbeitslosen Ärzten ist auch in dieser Berufsgruppe die Frauenarbeitslosigkeit höher. Mit einer Gesamtarbeitslosigkeit von derzeit etwa zwei Prozent haben Ärzte/Ärztinnen jedoch deutlich bessere berufliche Chancen am Arbeitsmarkt als Angehörige vieler anderer Berufsgruppen.

Es gibt keine Hinweise auf eine für Ärztinnen höhere Belastungssituation während der Zeit ihrer Tätigkeit als Arzt im Praktikum (AIP).

Der ärztliche Beruf setzt bei allen Berufsangehörigen eine außergewöhnlich hohe Einsatzbereitschaft voraus. Die Verrichtung von Überstunden und die Teilnahme an Bereitschaftsdiensten, Wochenend- und Nachtdiensten sind berufstypische Tätigkeitsmerkmale, die bei gleichzeitiger beruflicher und familiärer Belastung zu einer Überforderung der Ärztinnen führen können.

Es wird eingeschätzt, dass die Doppelbelastung durch Familie und Beruf für Ärztinnen in der Regel wesentlich höher als für Ärzte ist, jedoch wesentlich durch individuelle, familiäre Faktoren bestimmt wird.

Die gesundheitliche Relevanz des hieraus resultierenden Überforderungssyndroms ergibt sich aus dem Ausmaß der beruflichen und familiären Belastung, der individuellen Belastbarkeit und der individuellen Fähigkeit zur Stressbewältigung.

Zu 7.7:

Soweit die entsprechenden Zahlen für Thüringen vorliegen, sind sie der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

Quelle: Statistisches Jahrbuch 1997

In den Angaben der ambulanten Pflegedienste ist darüber hinaus die Berufsgruppe der Altenpflegerinnen/-pfleger als Krankenpflegepersonal mit erfasst.

Quelle: Datenmaterial der AOK 1997

Den in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen beschäftigten 10 235 Krankenschwestern stehen 556 Krankenpfleger gegenüber.

Die Krankenpflege stellt sich mit einem Frauenanteil von 95,4 Prozent somit als klassischer Frauenberuf dar.

Zu 7.8:

Für Thüringen ergibt sich insgesamt folgendes Bild (Stichtag: 31. März 1998): Anteil der Frauen in Altenpflegeberufen: durchschnittlich 90,8 Prozent Anteil der Frauen in Leitungspositionen: durchschnittlich 69,1 Prozent

Zur Beantwortung wurde die Zahl der Beschäftigten in Einrichtungen der stationären Altenhilfe herangezogen.

Eine Unterscheidung zwischen Berufsabschlüssen wurde nicht vorgenommen, ebenso keine Unterscheidung hinsichtlich Fach- und Hilfskräften.

8. Frauengesundheitsforschung

Zu 8.1:

Das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (TMWFK) fördert zwei Verbundprojekte (Institut für Molekulare Biotechnologie und Jenapharm sowie Hans-Knöll-Institut für Naturstoffforschung und Jenapharm), bei denen es um die Entwicklung von Arzneimitteln zur Behandlung von frauenspezifischen Krankheiten bzw. Beschwerden geht.

Ein weiteres vom TMWFK gefördertes Verbundprojekt (Institut für Röntgendiagnostik der FSU Jena und Fa. TCU Rastenberg) beinhaltet eine Vorfeldstudie zur Einführung der Screening-Mammographie als Krebsfrüherkennungsmethode auf Konsiliarzentrumsebene.

Am Klinikum der FSU Jena wird darüber hinaus an weiteren frauenspezifischen Forschungsvorhaben gearbeitet:

- In der Frauenklinik gibt es eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Klinische Forschergruppe, die sich insbesondere mit den Themen Klinische Molekularbiologie genitaler Erkrankungen assoziiert mit humanpathogenen Papillomviren und Zervixkarzinom bei Frauen beschäftigt.

- In der Frauenklinik wird weiterhin ein angewandtes Forschungsprojekt mit der pharmazeutischen Industrie Gesundheit in der Mitte des Lebens - neue Methoden der Hormonsubstitution in den Wechseljahren durchgeführt.

- Das Tumorzentrum Jena arbeitet an einer seit 1995 vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Feldstudie zur Verbesserung der regionalen und onkologischen Versorgung von Patientinnen mit Mammakarzinom für die Region Ostthüringen.

- Das Zentrum für Vaskuläre Biologie und Medizin untersucht den Einfluss von natürlichen und synthetischen Steroiden auf das zelluläre Immunsystem.

- In der Klinik für Innere Medizin werden Studien und Untersuchungen zur postmenopausalen Osteoporose durchgeführt, von denen zwei Projekte durch die EU gefördert werden.

Für die Durchführung dieser Forschungsvorhaben wird-auch wenn eine Projektförderung nicht direkt durch das Land erfolgt-die erforderliche Grundausstattung immer durch Thüringen finanziert.

Zu 8.2:

Der Landesregierung wurden bislang keine weiteren, diesbezüglichen Forschungsvorhaben bekannt.

Zu 8.3: Gegenwärtig sieht die Landesregierung grundsätzlich keine Notwendigkeit, spezifische Forschungsvorhaben diesem Thema zu widmen.

Das schließt nicht aus, dass bei aktuell auftretenden Fragestellungen mit besonderer Gesundheitsrelevanz für Frauen geprüft wird, ob diesen mit Forschungsvorhaben, die ggf. gefördert werden, nachgegangen werden kann.

Zu 8.4:

In Vorbereitung des 3. Thüringer Gesundheitsberichts wird gegenwärtig geprüft, wie dem Erfordernis einer vermehrt frauenspezifisch orientierten Gesundheitsberichterstattung Rechnung getragen werden kann.

Zu 8.5:

Der Frauenbeauftragten der Landesregierung kommt durch ihre Zuständigkeit für Frauenangelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung sowie der Mitwirkung bei allen Maßnahmen, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau betreffen und der Verbesserung der Situation von Frauen dienen, eine besondere Koordinierungs- und Kontrollfunktion zu.

Dies ergibt sich aus der Zuständigkeit der einzelnen Ministerien nach Artikel 76 Abs. 2 Satz 1 der Verfassung des Freistaats Thüringen - Beschluss der Landesregierung vom 24. März 1995.

Gemäß dieser Verordnung ist das TMSG für die Gesundheitsberichterstattung zuständig - und dies gleichermaßen für Bürgerinnen und Bürger. Als ein Ergebnis der ersten Nachfolgekonferenz zur 4. Weltfrauenkonferenz in Thüringen wird das Erfordernis einer verstärkt frauenspezifisch orientierten Gesundheitsberichterstattung gesehen. Dieses Erfordernis ging auch in Bilanz und Maßnahmen zur Umsetzung der Aktionsplattform der 4. Weltfrauenkonferenz in Thüringen ein.

Daraus leitet sich aber nicht die Notwendigkeit für eine Änderung der Ressortzuständigkeit für diese Aufgabe ab.

Generell wird die Frauenbeauftragte der Landesregierung bei Berichterstattungen der einzelnen Fachressorts einbezogen, so dass zusätzliche eigenständige Berichte, die inhaltlich in die Zuständigkeit der Fachressorts fallen, nicht noch einmal erstellt werden müssen.

Damit wird eindeutig belegt, dass die Landesregierung konsequent entsprechend der festgelegten Zuständigkeiten auf die Durchsetzung der jeweiligen frauenspezifischen Belange in den Ressorts orientiert und die Frauenbeauftragte der Landesregierung ihre querschnittsübergreifende Koordinierungs- und Kontrollfunktion wahrnimmt.