Insolvenzen

Die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland führte 1997 zu einem weiteren Anstieg der Insolvenzfälle.

In Thüringen wurden 1.781 Gesamtvollstreckungsverfahren beantragt. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Zunahme 155 Fälle bzw. 9,5 %.

Die übrigen Gemeinschuldner waren mit einem Anteil von 89,7 % (139 Verfahren) für diesen Anstieg verantwortlich. Der Anteil der Unternehmen betrug 10,3 % (16 Fälle).

Die Anzahl der betroffenen Unternehmen erhöhte sich dagegen nur geringfügig um 1 % auf 1.438. Damit blieb die Entwicklung in Thüringen günstiger als in Deutschland insgesamt (7,6 %).

Von den beantragten Verfahren wurden 440 Fälle eröffnet. Die restlichen drei Viertel der Anträge (1.341) mußten mangels Masse abgelehnt werden.

Die von den Gläubigern angemeldeten Forderungen beliefen sich auf 2,1 Mrd. DM. Das Forderungsvolumen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 20,4 %. Die Forderungshöhe je Verfahren stieg um 10,0 % auf 1,2 Mill. DM.

Die Regionen und Kreise waren sehr differenziert am Insolvenzanstieg in Thüringen beteiligt.

Während die Insolvenzhäufigkeit in Ostthüringen um 32,1 % und in Südthüringen um 20,2 % stieg, sank sie in Mittelthüringen um 0,4 % und in Nordthüringen um 19,1 %.

Die günstigste Entwicklung wies der Unstrut-Hainich-Kreis mit einem Rückgang um 28,9 % aus. Den größten prozentualen Insolvenzanstieg verzeichnete der Landkreis Hildburghausen mit 93,9 %. Der höchste absolute Zuwachs trat in der Stadt Gera mit 75 Fällen (76,5 %) ein. Hier stiegen die Gesamtvollstreckungsverfahren um 10,6 % (32 Fälle) gegenüber 1996 an. Das Produzierende Gewerbe verzeichnete mit 682 Fällen die gleiche Höhe wie im Vorjahr. Im Bereich Handel und Gastgewerbe wurden 394 Insolvenzanträge gestellt, 5,7 % (24 Fälle) weniger als vor einem Jahr.

Das Baugewerbe hatte mit 457 Verfahren wiederum den größten Anteil (32 %) an allen Unternehmensfällen. Aber erstmalig war die Entwicklung rückläufig (- 17 Fälle).

Im Handel (einschließlich Instandhaltung Kfz) ergab sich ebenfalls ein Rückgang der Insolvenzhäufigkeit (- 24 Fälle).

Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen Anstieg der Insolvenzen um 20 Unternehmen auf 224 Fälle.

Im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen, Dienstleistungen für Unternehmen stiegen die Gesamtvollstreckungen um 31 auf 185 Verfahren.