Forschung

2.4.2.2 Großhandel

In der Bundesrepublik setzte der Großhandel 1997 nach ersten vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes real 1,4 v. H. mehr um als 1996. Fast alle Branchen meldeten höhere Umsätze (Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren real 13 v. H., Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern real 7 v. H., Großhandel mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör real 8 v. H. und Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen real 1 v. H.). Nur der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte 1997 real 7 v. H. weniger um als 1996.

Gem. den Ergebnissen der HGZ93 gab es im Freistaat per 30. 04. 1993 2.519 Einrichtungen von in Thüringen tätigen Großhandelsunternehmen; einschl. der Inhaber waren in diesen Einrichtungen knapp 21.000 Personen beschäftigt und setzten Waren im Werte von rund 9 Mrd. DM (1992) um; rund 78 v. H. dieser Einrichtungen hatten weniger als 10 Beschäftigte.

Im Vergleich zu den alten Bundesländern waren Großhandelsunternehmen der neuen Bundesländer überwiegend Einbetriebsunternehmen mit kleinbetrieblicher Struktur. Sie waren mit durchschnittlich 9 Beschäftigten und nur 3,3 Mio. DM Umsatz je Einrichtung wesentlich kleiner als die der alten Bundesländer. Dies trifft auch auf die Thüringer Großhandelsunternehmen mit durchschnittlich 8,3 Beschäftigte und 3,5 Mio. DM Umsatz je Einrichtung zu.

Die Entwicklung der Anzahl der Einrichtungen lässt sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit konkreten Zahlen belegen. Es kann jedoch aus vorliegenden Angaben des TLS angenommen werden, dass per Saldo bis 1995 Großhandelsunternehmen im Freistaat durch Neugründungen hinzukamen.

Für 1996 und 1997 weisen die Saldi der Neugründungen und vollständigen Aufgaben im Großhandel einschl. Handelsvermittlungen (nur noch gemeinsame statistische Erfassung) negative Bilanzen aus. Aufgrund dieser gemeinsamen Darstellung können jedoch keine unmittelbaren Rückschlüsse auf den Großhandel gezogen werden.

Handel, einschließlich der Reparatur von Gebrauchsgütern und Großhandel, einschl. Handelsvermittlungen, aufgrund der Zusammenfassung von Wirtschaftszweigen nach der europäischen Systhematik NACE Quelle: TLS: Statistischer Bericht-Gewerbeanzeigen Thüringen 1993, Dezember 1997; Angaben des TLS;

Nach Angaben des TLS verringerte sich der Gesamtumsatz im Thüringer Großhandel 1997 gegenüber 1996 (betrachteter Zeitraum Januar bis Oktober) real um 3,6 v. H.

Vor allem der Bereich Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen mußte in diesem Zeitraum einen deutlichen Umsatzrückgang von real 5,7 v. H. hinnehmen (höchster Anteil am Gesamtumsatz im Großhandel mit 35,6 v. H.). Der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren hatte dagegen nach einem leichten Rückgang im Jahre 1996 zu 1995 in o. g. Zeitraum einen Umsatzanstieg von real 3,1 v. H. zu verzeichnen.

Beschäftigte

Die Beschäftigtenzahl im Thüringer Großhandel entwickelte sich laut Angaben des TLS analog zum Umsatz. In den ersten zehn Monaten 1997 mußte der Großhandel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Beschäftigungsrückgang von 3,6 v. H. hinnehmen, wobei in der Vollbeschäftigung ein Rückgang von 5,6 v. H. verzeichnet wurde; die Teilbeschäftigung nahm jedoch um 11,4 v. H. zu.

Die Forschungsstelle für den Handel Berlin e. V. untersuchte im Auftrag des TMWI die HGZ93 und stellte für den Großhandel in Thüringen u. a. fest, dass er es schwer habe, sich zu entwickeln und zu behaupten. Die Großhandelstätigkeit beschränke sich bei den meisten Unternehmen im Freistaat nahezu ausschließlich auf lokale oder regionale Märkte. Dies kann für den ortsansässigen Thüringer Großhandel z. T. auch heute noch angenommen werden.