Grundschule

C.III.3. Kooperationen von Schule

­ Situationsbeschreibung ­ lern, den Mitarbeitern von öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie weiteren Vertretern von Einrichtungen, die an der schulischen oder außerschulischen Bildung und Erziehung beteiligt sind, zusammen.

(3) Der Bildungs- und Erziehungsauftrag verpflichtet die Schulen... zu einer engen Zusammenarbeit untereinander sowie mit den schulvorbereitenden Einrichtungen und mit außerschulischen Einrichtungen, die an der Bildung und Erziehung beteiligt sind.

Im Vordergrund der Bemühungen um Kooperationen sollte jedoch nicht der gesetzliche Auftrag, sondern die Einsicht stehen, dass Zusammenarbeit mit Partnern die Arbeit von Schule bereichert. Dabei ist selbstverständlich, dass Kooperation nicht als Einbahnstraße gesehen wird. So ist die Zusammenarbeit der Einzelschule mit den Eltern und vorhergehenden und nachfolgenden Bildungseinrichtungen wichtig, um den individuellen Entwicklungsweg des Kindes im Blick zu haben und einen optimalen Verlauf des Lernfortschritts zu ermöglichen.

Gute Kooperation zeichnet sich dadurch aus, dass sich unterschiedliche Professionen austauschen und ergänzen. So beziehen sich Kooperationen beispielsweise auf die Abstimmung über Bildungs- und Erziehungsziele bzw. -inhalte, auf gemeinsame Projekte, Erfahrungsaustausche, gemeinsame Fortbildungen oder die Bündelung sachlicher und personeller Ressourcen. Gerade durch die Kooperationen mit den verschiedenen Partnern können Schulen ihr eigenes Profil besser definieren und entwickeln.

Da die Zusammenarbeit von Schulen mit einigen Partnern in anderen Kapiteln bereits beschrieben ist, soll im Folgenden nur noch auf einige Kooperationsfelder näher eingegangen werden:

· Kooperation mit anderen Schulen sowie anderen Bildungseinrichtungen;

· Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe, sozialen und medizinischen Diensten;

· Kooperation mit der Wirtschafts- und Arbeitswelt;

· Kooperation mit Hochschulen und Lehrerbildungsinstitutionen.

Situationsbeschreibung

Zur Zusammenarbeit von Schulen mit Partnern gibt es im Freistaat Thüringen vielfältige Beispiele. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Art der Partnerschaft, der Kontinuität, Qualität und Intensität der Arbeit sowie der Formen sehr stark. Die Initiativen zu Kooperationen C.III.3. Kooperationen von Schule

­ Situationsbeschreibung ­ gehen dabei von verschiedenen Seiten, je nach Interessenlagen aus. Dies kann vorteilhaft sein, aber auch dazu führen, dass nicht alle zur Realisierung des spezifischen Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule notwendigen Kooperationen verfolgt werden. Geplante und stetige Kooperationen mit Partnern sind daher ein wichtiger Baustein künftiger Profilierung und planmäßiger Schulentwicklung an der einzelnen Schule. Neben Initiativen an den Schulen in ihren Regionen gibt es zahlreiche Initiativen des Landes und im Land engagierter Verbände und Interessenvereinigungen.

Zwischen Grundschulen und Kindergärten ist die Zusammenarbeit wieder gängige Praxis geworden. Im letzten Halbjahr vor der Einschulung besuchen die Lehrerinnen und Lehrer ihre künftigen Schülerinnen und Schüler in den Kindergärten und tauschen sich mit den Erzieherinnen und Erziehern aus. Bei der reibungslosen Gestaltung der Übergänge für alle Kinder bestehen jedoch noch Reserven.

Zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen: Jede Grundschule hat Initiativen entwickelt, um mit den weiterführenden Schulen ihrer Region zusammenzuarbeiten. Insbesondere im Rahmen der Schullaufbahnberatung sind die Schulen zur Kooperation mit den weiterführenden Schulen ihrer Region verpflichtet, um den Kindern den reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Der Austausch zwischen Schulen einer Schulart oder verschiedener Schularten stellt sich höchst differenziert dar. Er vollzieht sich beispielsweise über Fortbildungsveranstaltungen in den Fachschaften, über Dienstberatungen der Schulleiterinnen und Schulleiter und beim Personalaustausch. Falsches Konkurrenzdenken oder auch die Angst vor dem erschweren oft eine Kooperation.

In der Zusammenarbeit von Regelschulen und berufsbildenden Schulen liegen noch große Reserven. Bisher existierende Kooperationen gehen häufig nicht über die gegenseitige Nutzung von räumlichen und sächlichen Kapazitäten hinaus.

Gleiches kann für die Zusammenarbeit von Schulen mit Einrichtungen der Erwachsenenbildung gesagt werden. Allerdings gibt es seitens der Volkshochschulen und des Bildungswerks der Thüringer Wirtschaft e.V. neue Ansätze. Das gilt vor allem für niederschwellige Angebote

Für den Bereich der Zusammenarbeit Schule-Eltern vgl. oben C.I. Familie und Bildungssystem. C.III.3. Kooperationen von Schule

­ Situationsbeschreibung ­ zur Elternarbeit. Dies wird durch die im Jahr 2003 erfolgte Novellierung des Erwachsenenbildungsgesetzes positiv befördert.

Zusammenarbeit von Schulen mit Hochschulen

Durch Kooperationen zwischen Gymnasien und Hochschulen entstanden unter anderem folgende Angebote:

· jährlich stattfindende Hochschulinformationstage bzw. Tage der offenen Tür;

· Präsenz auf Bildungsmessen;

· Teilnahme von Professorinnen und Professoren an Projekttagen bzw. Elternabenden in den Gymnasien;

· Unterstützung von Begabtenförderung, Olympiaden, Seminarfacharbeiten und Praktika, Veranstaltungen im Rahmen der Schuljugendarbeit;

· Projektangebote der einzelnen Fachbereiche an den Hochschuleinrichtungen.

Die Universität Erfurt beispielsweise informiert Schulen und Schülerinnen und Schüler über ihre Studienangebote, sowohl durch schriftliches und internetgestütztes Informationsmaterial als auch durch Begegnungsmöglichkeiten im Rahmen von regelmäßigen Schnuppertagen und Hochschulinformationstagen. Hochschullehrerinnen und -lehrer und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bei der Anfertigung der Seminarfacharbeiten und halten Vorträge an Schulen. Sie unterstützen als Dozentinnen und Dozenten Maßnahmen der Begabtenförderung. Weiterhin bestehen Kooperationen zwischen dem Hochschulpersonal und Schulen bei der Durchführung gemeinsam gestalteter Unterrichtsprojekte und in den Sachfächern der Grundschule. Im Rahmen von Schulforschungsprojekten, bei der Lehrplanentwicklung und im Rahmen der Lehrerfortbildung ergeben sich kontinuierliche Kontakte zwischen dem Personal an Schulen und Hochschulen mit mittelbaren Auswirkungen auf das Schulleben und die Unterrichtsinhalte. Ferner werden zur Gestaltung der praxisorientierten Ausbildungsmodule im Rahmen der neu gestalteten Magisterprogramme für die Lehrerbildung derzeit Kooperationen mit Schulen, Fachleiterinnen und Fachleitern und Schulämtern aufgebaut.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena pflegt die Zusammenarbeit mit Schulen und Schülerinnen und Schülern im Wesentlichen durch drei Gruppen von Aktivitäten. Mit dem Kontaktprogramm Brückenschläge bietet die Universität seit mehreren Jahren ein so genanntes

Zum Seminarfach siehe unten S. 119 f.