Waldzustand im Landkreis Gotha

Die anhaltende Trockenheit des Sommers 2003 hat den Anteil der geschädigten Bäume drastisch erhöht, da sich die Schädlinge ungleich mehr ausbreiten konnten als unter sonst üblichen Wetterbedingungen.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie schätzt die Landesregierung den Waldzustand im Landkreis Gotha ein?

2. Wie schätzt die Landesregierung die Bedarfsnotwendigkeit der Bodenschutzkalkung im Landkreis Gotha ein?

3. In welchem Umfang sind Maßnahmen zur Bodenkalkung im Landkreis Gotha im Jahr 2003 und in diesem Jahr durchgeführt worden?

4. Welche Flächen wurden dabei mit welchen Mengen behandelt?

5. Welche Maßnahmen sind noch bis Jahresende vorgesehen?

6. Wie hoch waren bzw. sind dafür die eingesetzten Mittel aus dem Landeshaushalt, aus Bundesmitteln, aus EU-Mitteln?

7. In welcher Höhe flossen 2003 Landesmittel in den Waldwege- bzw. Waldumbau im Landkreis Gotha?

8. Wie viele wurden dafür in diesem Jahr bereits eingesetzt?

9. Wie viele sind noch bis zum Jahresende geplant?

10.In welchem Umfang liegen der Landesregierung bisher nicht bewilligte Förderanträge zum Waldwegebzw. Waldumbau im Landkreis Gotha vor?

Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 20. Oktober 2004 wie folgt beantwortet:

Zu 1.: Der Waldzustand in Thüringen wird regelmäßig beobachtet und im Rahmen der jährlichen Waldzustandserhebung systematisch bewertet. Zwölf der insgesamt 353 Thüringer Punkte zur Waldzustandserhebung befinden sich im Landkreis Gotha. Dieser Stichprobenumfang ist jedoch zu gering, um statistisch gesicherte Aussagen zum Waldzustand des Landkreises zu treffen. Wird dennoch das Ergebnis der Erhebung des Jahres 2003 für den Landkreis Gotha betrachtet, lag die mittlere Kronenverlichtung der aufgenommenen Bäume ein Prozent niedriger als der Landesdurchschnitt von 20,9 Prozent. Dies resultiert aus dem hohen Anteil an Fichtenbeständen, deren Kronenzustand landesweit auch 2003 deutlich besser war, als der aller anderen Baumarten. Die Ergebnisse der diesjährigen Waldzustandserhebung für Thüringen werden noch im Monat Dezember vorgestellt.

Im Jahr 2003 kam es aufgrund der ausgeprägten Trockenheit mit erheblichen Niederschlagsdefiziten und überdurchschnittlich hohen Temperaturen zu einer Massenvermehrung von Borkenkäferarten. So fielen in den letzten zwölf Monaten im Landkreis Gotha insgesamt 25 857 Festmeter Schadholz durch Borkenkäfer (z. B. Buchdrucker) an. Einer Eskalation derartiger Waldschäden wurde durch umfangreiche forstsanitäre Maßnahmen begegnet.

Zu 2.: Zur Einschätzung der Kalkungsbedürftigkeit von Waldbeständen wird jeweilig die Waldfunktion, der Standort und die Bestockung beurteilt. Kalkungsbedürftig sind im Landkreis Gotha rund 75 Prozent der Waldfläche, wobei alle Nadelholzrein- und Nadelholzmischbestände auf armen Standorten über Porphyr, Schiefer, Gneis und Quarzit gekalkt werden sollten.

Der überwiegende Teil dieser kalkungsbedürftigen Flächen wurde in den letzten Jahren gekalkt. Wiederholungskalkungen sind im Abstand von zehn Jahren nötig und auch im Landkreis Gotha geplant.

Zu 3.: Im Jahr 2003 wurden insgesamt 1 054 Hektar Waldfläche im Landkreis Gotha gekalkt. Im Jahr 2004 wurde nicht gekalkt.