Integration

4. Wahlperiode zu Drucksache 4/437

08.04.

Antwort des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit auf die Große Anfrage der Fraktion der PDS

- Drucksache 4/437 Situation von Familien in Thüringen und Familienpolitik der Thüringer Landesregierung

Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit hat die Große Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 7. April 2005 wie folgt beantwortet:

I. Lebenssituation von Familien in Thüringen

1. Wie viele Familien leben in Thüringen? Wie viele davon leben mit einem und wie viele mit zwei und mehr Kindern? Wie hoch ist dabei jeweils der Anteil ehelicher sowie nicht ehelicher Lebensgemeinschaften, allein erziehender Mütter und allein erziehender Väter? Wie hoch ist der Anteil ausländischer Familien?

Wie hoch ist der Anteil von Familien mit behinderten Kindern (bitte seit 1999 nach Jahren aufschlüsseln)?

Die der Landesregierung durch das Thüringer Landesamt für Statistik (TLS) zur Verfügung gestellten Angaben können aus den nachfolgenden Tabellen ersehen werden. Die einigen dieser Tabellen zugrunde liegende Einteilung der Personengruppen ist durch das TLS nach statistischen Gesichtspunkten erfolgt.

Diese formal statistische Einteilung erhebt nicht den Anspruch einer allgemeingültigen Definition.

Dies gilt vor allem für den Begriff der Familie.

Das Familienbild, welches das politische Handeln der Landesregierung bestimmt, orientiert sich an Werten. In Familien tragen Eltern und Kinder Verantwortung füreinander. Familien sind unabdingbares Fundament für eine humane Gesellschaft. Denn sie vermitteln die Grundwerte und prägen das Miteinander.

Die Achtung und Förderung der Kinder sowie das Recht der Eltern, Erfüllung in ihrer Familie und Familientätigkeit zu erfahren, sind Grundsätze der Politik der Landesregierung.

Die Familie ist für die Thüringer Bevölkerung ein hohes Gut. Die Ehe ist die häufigste Form der Partnerschaft und drei von vier Kindern wachsen bei verheirateten Eltern auf. Die Sorge um den Erhalt von Ehe und Familie muss Kernstück gesellschaftspolitischer Zielstellungen sein, denn ihre emotionalen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen sind durch nichts Gleichwertiges ersetzbar.

Eine nachhaltige Familienpolitik ist das Schlüsselthema für die Zukunft im Freistaat Thüringen. Auch und gerade in finanziell schwierigen Zeiten wird die Thüringer Landesregierung diesen Thüringer Weg im Interesse der Familien engagiert weiterentwickeln.

Die nun folgenden Angaben des TLS stellen die allgemein verbindliche und daher unverzichtbare Datengrundlage für die Beantwortung dar. Vorbehaltlich der oben genannten Darstellung basiert die Erfassung dieser Daten auf nachfolgenden Begriffsbestimmungen des Thüringer Landesamtes für Statistik: Familie: Familien sind Ehepaare bzw. allein stehende (ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene und verwitwete) Väter oder Mütter, die mit ihren ledigen Kindern zusammenleben. Zu den Familien gehören auch Ehepaare sowie verheiratet getrennt Lebende, Geschiedene und Verwitwete ohne Kinder.

Ledige Personen ohne Kinder zählen nicht zu den Familien. Nach dieser Abgrenzung können in einem Privathaushalt mehrere Familien leben.

Alleinstehende Personen: Alleinstehende sind verheiratet getrennt lebende, geschiedene und verwitwete Personen unabhängig davon, ob sie mit ihren Kindern zusammenleben. Personen, die für sich

2. Mai 2005 alleine in einem Haushalt wohnen und wirtschaften (Einpersonenhaushalte), werden auch als Alleinlebende bezeichnet. Allein lebende ledige Personen zählen nicht zu den Familien.

Alleinerziehende: Alleinerziehende sind ledige Personen mit ledigen Kindern in der Familie sowie verheiratete, aber getrennt lebende, verwitwete oder geschiedene Personen mit ledigen Kindern in der Familie.

Entsprechend der Auskunft des TLS liegen aus dem Mikrozensus keine gesicherten Angaben zu den Familienverhältnissen des ausländischen Bevölkerungsteils in Thüringen vor. Der Anteil in Thüringen betrug per 30. Oktober 2004 2,0 Prozent. Weiterführende Angaben zu Ausländern in Thüringen können dem Bericht zur Lage der Ausländer in Thüringen, insbesondere den Kapiteln 4. Soziale Integration sowie 5. Bildung und auch der Information Ausländische Bevölkerung in Thüringen, Ausgabe 2004 des Ausländerbeauftragten beim Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (TMSFG), im Internet unter http://www.thueringen.de/de/ab/, entnommen werden. Der Anteil von Familien mit behinderten Kindern wird nicht statistisch erfasst. Hinweis des TLS: Bei einigen Tabellen wurden Ergebnisse aus dem Mikrozensus verwendet. Der Mikrozensus ist eine repräsentative Stichprobenerhebung. Stichprobenergebnisse weisen Zufallsfehler auf.

Zahlenwerte unter 5.000 sind nicht sicher genug und werden durch / ersetzt. Werte zwischen 5.000 und 10.000 haben eingeschränkten Aussagewert und sind deshalb mit Klammern versehen

2. Wie viele Familien leben in den Städten und wie viele im ländlichen Raum? Wie viele davon haben keine Kinder, ein Kind, zwei, drei oder mehr Kinder? Wie hoch ist dabei jeweils der Anteil ehelicher sowie nicht ehelicher Lebensgemeinschaften, allein erziehender Mütter und allein erziehender Väter? Wie hoch ist der Anteil ausländischer Familien?

3. Wie entwickelten sich seit 1999 die Geburtenzahlen in Thüringen (die Angaben bitte geschlechtsspezifisch ausweisen)?