Wie bewertet die Landesregierung die gegenwärtigen Belastungen der Gemeinde Langula durch das überörtliche

Thüringer Landtag - 4. Mai 2005 hat folgenden Wortlaut:

Die Planung und der Bau der Ortsumgehung von Langula im Zuge der Landesstraße L 1016 wurde von den dafür zuständigen Gremien verkehrsplanerisch als sinnvoll und notwendig erachtet und sollte bereits in eine Zeitschiene zur Ausführung eingeordnet sein.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie bewertet die Landesregierung die gegenwärtigen Belastungen der Gemeinde Langula durch das überörtliche Verkehrsaufkommen?

2. Welchen Finanzbedarf sieht die Landesregierung für die Ortsumgehung Langula?

3. Welche Priorität hat die Errichtung der Ortsumgehung Langula aus Sicht der Landesregierung?

4. Welcher Stand der Planung ist gegenwärtig für die Ortsumgehung Langula erreicht und welche weiteren Planungsschritte sind noch erforderlich?

5. Wann sollen diese weiteren Schritte abgeschlossen sein?

6. Wann ist mit einer Veranschlagung der Maßnahme im Haushaltsplan Einzelplan 10 bzw. mit einer Aufnahme der Ortsumgehung Langula in die Objektliste des Landes zu rechnen?

7. Wann soll mit dem Bau der Ortsumgehung begonnen werden und wann soll der Bau der Ortsumgehung abgeschlossen sein?

8. Welche Möglichkeiten des Lärmschutzes können entlang der Ortsdurchfahrt für die Gemeinde Langula kurzfristig ergriffen werden, um die bestehenden Belastungen zu minimieren?

Das Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 21. Juni 2005 wie folgt beantwortet:

Zu 1.: Die Landesstraße L 1016 ist zwischen Langula und dem Abzweig Hallungen/Nazza nach Verkehrszählungen aus dem Jahr 2000 mit etwa 2800 bis 3000 Kfz je 24 Stunden belastet. Die Verkehrsbelastung bewegt sich damit auf einem für Landesstraßen üblichen Niveau.

30. Juni 2005

Zu 2.: Nach derzeitigen Erkenntnissen ist für die Ortsumgehung von einem Finanzbedarf von mindestens zwei Millionen Euro auszugehen.

Zu 3.: Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zwischen Eisenach und Mühlhausen und als Alternative zur Landesstraße L 1016 favorisiert die Landesregierung den Ausbau der Bundesstraßen B 84 und B 247.

Zu 4.: Anfang der 90er Jahre wurde im Rahmen einer Studie die prinzipielle Machbarkeit einer Ortsumgehung geprüft. Die bisher erarbeiteten Varianten konnten jedoch nicht bestätigt werden, da sie naturschutzfachliche und raumordnerische Gesichtspunkte nicht ausreichend berücksichtigten.

Zu 5.: Weitere Schritte sind derzeit nicht vorgesehen. Der Gemeinde Langula steht es jedoch frei, der Straßenbauverwaltung im Rahmen ihrer eigenen Flächennutzungsplanung einen Vorzugskorridor zu sichern.

Zu 6.: Eine Aufnahme in die Objektliste des Landes ist derzeit nicht vorgesehen, sie wäre auch nur dann sinnvoll, wenn neben der Ortsumgehung Langula auch noch die Ortsumgehungen Nazza und Mihla und ein Anschluss der L 1016 an die neue Bundesautobahn A 4 aufgenommen würden. Ein durchgehender Ausbau der L 1016 steht jedoch im Widerspruch zu den Entwicklungszielen des Naturparks. Von daher ist mit einer Veranschlagung im Einzelplan 10 vorerst nicht zu rechnen.

In den Jahren 1996/97 wurden in der Ortsdurchfahrt Langula Lärmsanierungen durchgeführt. Der Einbau von Lärmschutzfenstern wurde zu 75 Prozent vom Straßenbauamt gefördert. Von dieser Möglichkeit haben bisher 11 der 46 als anspruchsberechtigt geltenden Anlieger Gebrauch gemacht, dies könnte vorbehaltlich der im Haushalt dafür eingestellten Mittel fortgesetzt werden.

Unabhängig davon bereitet das Straßenbauamt die Sanierung der Ortsdurchfahrt vor. Mit einem 1. Bauabschnitt soll noch in 2005 begonnen werden. Zur Entspannung der Lärmsituation soll auch der teilweise noch vorhandene Pflasterbelag durch eine lärmmindernde Schwarzdecke ersetzt werden.

Nach Ausbau der Bundesstraßen B 84 mit den Ortsumgehungen Behringen und Reichenbach und B 247 mit den Ortsumgehungen Bad Langensalza, Großengottern und Höngeda könnten auch Einschränkungen für den Schwerverkehr in Betracht gezogen werden. Dies bedarf jedoch einer umfassenden Prüfung.