Versicherung

Neben den Landesprogrammen der Beratungsförderung können Unternehmen auch die Krisenlösungskompetenz der Wirtschaftskammern nutzen, die zusammen mit der die sog. Runden Tische anbieten. Wie in Tabelle 67 gezeigt wird, wird diese Form in Thüringen mit stark steigender Tendenz wahrgenommen. Die Mehrheit dieser Unternehmen kann die drohende Zahlungsunfähigkeit auf dem Wege einer Vergleichslösung abwenden.

Markterschließungs- und Außenwirtschaftsförderung des Freistaats

Da die Marketingressourcen der Thüringer Unternehmen begrenzt sind, unterstützt der Freistaat ­ in Ergänzung zu den Maßnahmen des Bundes und mit Hilfe von EFRE-Mitteln ­ die Erschließung ausländischer Märkte. Die Förderung konzentriert sich dabei auf die Gebiete Beratung und Kontaktvermittlung, Anbahnung von Kooperationen, Messeteilnahmen und imagebildende Maßnahmen für Unternehmen sowie Vorhaben zur Werbung für den Standort Thüringen. In regionaler Hinsicht liegt der Focus auf den wachsenden Märkten in Mittel- und Osteuropa, Nordamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Das Förderprogramm ist ausschließlich auf KMU gemäß der EU-Richtlinie ausgerichtet. Für ihre Internationalisierungsstrategien erhielten sie im Zeitraum 2001 bis 2004 insgesamt Mittel in Höhe von rund 14,75 Mill..

Die Umsetzung dieser Maßnahmen lag bis 2003 in der Verantwortung der Thüringer Außenwirtschaftsfördergesellschaft. Nach deren Auflösung wurden diese Aufgaben auf die Kammern und Verbände der Wirtschaft sowie die LEG aufgeteilt und die Fördermittel projektbezogen zugeordnet. Das Auslandsmarketing der KMU unterstützt der Freistaat insbesondere in den Bereichen Imageförderung, Außenwirtschafts- und Marketingberatung sowie Vorbereitung von Messeauftritten.

Für die Erstellung von imagefördernden Unterlagen zur Außendarstellung wie Katalogen, Firmenbroschüren, CDs, Videos und Internetpräsentationen wurden zwischen 2001 und 2004 für 1.611 Förderfälle 5,3 Mill. eingesetzt. Mit 1,0 Mill. wurden 300 Maßnahmen im Bereich der Außenwirtschafts- und Marketingberatung unterstützt. Förderfähig sind die Erar140 beitung von Marktanalysen und Marketingstrategien, die Kontaktanbahnung zu ausländischen Partnern, die Vorbereitung von Auslandsmessen, die Bereitstellung von Informationen sowie die Ausarbeitung von Exportverträgen, -finanzierungen und -versicherungen.

Der Freistaat förderte zudem in 905 Maßnahmen die Teilnahme von KMU an Fachmessen im In- und Ausland. Zuschüsse wurden für Einzel- und Gemeinschaftspräsentationen, Katalogausstellungen und Service-Zentren auf Messen und Ausstellungen ausgezahlt, im Falle von innerdeutschen Messeauftritten allerdings nur an Existenzgründer. Thüringen konzentrierte die Hilfen auf KMU in ausgewählten unternehmensnahen Dienstleistungsbranchen und im Verarbeitenden Gewerbe, ohne die nach EU-Vorgaben zum Agrarsektor zählenden Wirtschaftszweige (vgl. dazu Kapitel 4.2.4.4). Im Berichtszeitraum standen dafür insgesamt 6,0

Mill. zur Verfügung.

Markterschließungs- und Außenwirtschaftsförderung des Bundes

Auch der Bund unterstützt Messeauftritte deutscher Unternehmen finanziell (vgl. Tabelle 68).

Zur Förderung von Auslandsauftritten wurden z. B. im Jahr 2004 Gemeinschaftsstände auf über 220 Auslandsmessen organisiert. Die Bundesaktivitäten im Bereich der Auslandsmesseförderung betrafen 2004 weit mehr Messen als in den Vorjahren. Die Teilnehmerzahl stieg 2004 auf den Rekordwert von 6.100 Unternehmen, die Anzahl der Teilnehmer aus Thüringen ist nicht bekannt. Alles in allem wird damit über ein Zehntel aller 56.000 deutschen Unternehmen, die als messeaktiv gelten, durch den Bund unterstützt, der diese Förderung auch zukünftig fortführen will. Die Förderung hat einen hohen Mittelstandsbezug, da rund 80 % der Aussteller auf fachbesucherorientierten Messen weniger als 500 Beschäftigte haben.

Der Bund förderte zudem bis Ende 2004 Teilnahmen ostdeutscher KMU an Inlandsmessen, im Schnitt wurden 2004 2.300 pro Förderfall ausgereicht (Thüringen: 2.700). Da 2004 nur noch 88 Messen einbezogen waren, sank die Zahl der Antragsteller gegenüber 2003 um rund 33 % und es wurden weniger Fördermittel als in den Vorjahren eingesetzt. Nahmen 2001 noch fast 500 KMU aus Thüringen an dem Programm teil, halbierte sich die Teilnehmerzahl bis 2004. Der Anteil Thüringens an allen geförderten Unternehmen lag jährlich bei rund 16 %. Rund 18 % der Fördermittel flossen nach Thüringen. Experten der AUMA gehen davon aus, dass messeaktive Unternehmen innerhalb von zwei Jahren durchschnittlich 5,2-mal auf Inlandsmessen und 2,5-mal auf Auslandsmessen auftreten. Sie geben dafür im Schnitt etwa 250.000 aus.

Nach Umsatzgröße gehören 77 % der Aussteller zu den KMU (lt. einer Studie von TNS EMNID/AUMA 2005). Rund 65 % gehören zum Verarbeitenden Gewerbe, 9 % sind Handelsunternehmen und 24 % Dienstleister (AUMA 2005).

KMU (entsprechend der EU-Definition) aus den neuen Ländern können zudem weitere Bundeshilfen zur Vorbereitung des Marketings auf ausgewählten Auslandsmärkten beantragen.

Das seit den 90er Jahren laufende Vermarktungshilfeprogramm bietet unternehmensbezogene Beratungen sowie Unterstützung bei der Kontaktanbahnung im Zielland. Im Zeitraum 2001 bis 2004 wurden insgesamt ca. 2.000 ostdeutsche Hersteller von Investitions- und Konsumgütern sowie produktionsnahe Dienstleister gefördert. Vom jährlichen Fördervolumen von rund 2,2 Mill. entfallen jeweils etwa 20 % auf das Bundesland Thüringen (Angaben des BMWA).

Weitere Initiativen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU Angesichts der schwierigen Lage des Einzelhandels und anderer Dienstleister an innerstädtischen Standorten unterstützt das Land seit Jahren Kooperationen und Initiativen, die die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen verbessern und damit letztlich auch den Standort Innenstadt stärken. Durch Kommunikation und Kooperation der lokalen Partner sowie stadtübergreifenden Erfahrungsaustausch soll das Standortmarketing der Innenstädte belebt werden. Zwischen 1999 und 2002 beteiligten sich neun Städte an den Projekten Kooperatives Handeln und Standortmarketing, die mit einem Wettbewerb um die Verleihung des Gütesiegels IQ ­ Innenstadt mit Qualität 2002 endeten. Das bis 2005 laufende Thüringer Standortmarketingprojekt knüpft an die in den Vorgängerprojekten gemachten Erfahrungen an.