Wie häufig kam es seit 1996 und mit welchem Profil zur Ausgründung von Unternehmen aus den

Das TMWFK bewilligte seit 1995 für die Förderung fachlicher und regionaler Schwerpunktbildungen im Rahmen von Forschungsverbünden und Forschungsschwerpunkten mehr als 40 Millionen Deutsche Mark. Weitere derartige Netzwerke sind unter anderen die vom BMBF geförderten Initiativen und GET UP sowie das vom Stifterverband der Deutschen Wirtschaft mit mehr als 600 000 Deutsche Mark geförderte Kompetenzzentrum Dynamik kontinentaler Systeme (DKS) an der FSU Jena.

25. Wie häufig kam es seit 1996 und mit welchem Profil zur Ausgründung von Unternehmen aus den Hochschulen?

Eine von der TU Ilmenau durchgeführte statistische Erhebung hat im Zeitraum von 1990 bis Mai 2000 insgesamt 80

Ausgründungen durch ehemalige Studierende und Mitarbeiter der Universität ermitteln können. Die Ausgründungen sind vornehmlich im Raum Ilmenau erfolgt und umfassen die unterschiedlichsten Wissenschaftsbereiche und Arbeitsgebiete (z. B. Bild- und Signaltechnik, Informatik, Umwelttechnik, Mess- und Präzisionstechnik, Steuerungstechnik und Leistungselektronik, Regeltechnik für Heizung, Lüftung und Klima, Lasertechnik, Medizintechnik, Biotechnologie sowie Datenverarbeitung und Beratungsleistungen zu vielfältigen Bereichen u. v. m.).

Durch das TMWFK selbst wurden in den Jahren 1999/2000 insgesamt zehn besonders innovationsträchtige Unternehmensgründungen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit einem Fördervolumen von insgesamt 2,9 Millionen Deutsche Mark erfolgreich gefördert. Das TMWFK und TMWAI unterstützen darüber hinaus gemeinsam mit dem BMBF im Wege der Projektförderung das im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs Exist Existenzgründer aus Hochschulen prämierte Netzwerk GET UP der Regionen Jena­Schmalkalden­Ilmenau, für das die Gesellschaft zur Förderung Neuer Technologien Thüringen e.V. (GNT) Hilfestellung leistet.

Die Bilanz dieses thüringenweiten Wettbewerbs stellt sich wie folgt dar: 1998: 31 Teilnehmer, 9 Unternehmensgründungen, 52 neue Arbeitsplätze 1999: 68 Teilnehmer, 26 Unternehmensgründungen, 78 neue Arbeitsplätze 2000: 211 Teilnehmer, 33 Unternehmensgründungen, 322 neue Arbeitsplätze 26. Reichen die inhaltlichen Zielstellungen, der Umfang und die Bedingungen in den Förderprogrammen sowie die Beratung aus, damit sich die Ausgründungen dauerhaft am Markt platzieren können?

Wegen des Sachzusammenhangs werden die Fragen II.26 und III.11 zusammen beantwortet.

Die Landesregierung ist der Auffassung, dass die angebotenen Förderprogramme sowohl von ihren Zielstellungen, ihrem Umfang als auch den konkreten Fördermöglichkeiten für die Startphase von Ausgründungen angemessene Unterstützung bieten. Bisher liegen der Landesregierung keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die angebotenen Fördermöglichkeiten nicht ausreichend seien.

Grundsätzlich jedoch liegt die alleinige Verantwortung für die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb und den dauerhaften Bestand auf dem Markt beim Unternehmer selbst.

III. Außerhochschulische Forschung

1. Wie sind der Stand und die Perspektive der Forschung der Max-Planck-Institute (MPI) in Thüringen?

In Thüringen hat die MPG drei MPI gegründet:

- 1993 das MPI zur Erforschung von Wirtschaftssystemen,

- 1996 das MPI für chemische Ökologie und

- 1997 das MPI für Biogeochemie.

Die drei MPI sind in Jena angesiedelt, sie befinden sich noch im Aufbau. Das MPI zur Erforschung von Wirtschaftssystemen hat seinen Neubau bereits bezogen. Für die noch in Provisorien untergebrachten beiden anderen Institute können voraussichtlich die Neubauten noch in diesem Jahr (chemische Ökologie) bzw. Mitte nächsten Jahres (Biogeochemie) bezogen werden.

Ilmenauer Uni-Nachrichten 43/3/2000, Seite 20 f.

In den drei Instituten sind derzeit etwa 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, im Endausbau werden es etwa 650 sein.

Am MPI zur Erforschung von Wirtschaftssystemen läuft derzeit das Berufungsverfahren für den zweiten von drei vorgesehenen Direktoren. Der Endausbau soll nach Berufung des dritten Direktors und Aufbau der in drei bis vier Jahren erreicht sein.

Im MPI für chemische Ökologie sind bereits vier durch Direktoren geleitete Abteilungen sowie vier weitere selbständige wissenschaftliche Arbeitsgruppen arbeitsfähig.

Das MPI für Biogeochemie ist in sieben selbständige Forschergruppen untergliedert, von denen drei von den Direktoren des Instituts geleitet werden. Der Aufbau wird voraussichtlich im Jahr 2003 abgeschlossen werden.

Obwohl der Institute noch nicht vollendet ist, stellen sie bereits hoch geschätzte nationale und internationale Kooperationspartner dar.

2. Was leistet die Fraunhofer-Gesellschaft in Thüringen?

Die unterhält in Thüringen das Fraunhofer-Institut für Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena und gründete im Jahr 2000 in Ilmenau eine Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie (AEMT). Bei positiver Begutachtung soll aus dieser ein selbständiges Fraunhofer-Institut entstehen. Darüber hinaus unterhält die an der TU Ilmenau seit mehreren Jahren ein außerordentlich erfolgreich arbeitendes Anwendungszentrum für Systemtechnik mit den Schwerpunkten Energiemanagement, Trinkwasserbewirtschaftung, Abwasser und Talsperrensteuerung.

Das IOF erfüllt seit Jahren die inhaltlichen und finanziellen Kriterien für ein Fraunhofer-Institut in hervorragender Weise und gehört diesbezüglich zu den leistungsfähigsten Fraunhofer-Instituten in Deutschland. Rund 80 Prozent seiner Aufwendungen erwirtschaftet das IOF aus eigenen Einnahmen, dabei rund 45 Prozent aus direkten Industrieaufträgen. Das IOF konnte sein jährliches Budget von rund neun Millionen Deutsche Mark (1995) kontinuierlich steigern auf jetzt 13,6 Millionen Deutsche Mark (2000), die Zahl der Mitarbeiter ist auf rund 170 gestiegen. Die Industriezusammenarbeit erfolgt deutschlandweit, teilweise auch mit ausländischen Firmen. Es gibt mit rund 50 Thüringer Firmen aktive Kooperationen, mit diesen Firmen wurden im vergangenen Jahr Verträge über ca. drei Millionen Deutsche Mark erfüllt. Dies ist etwa die Hälfte der Industrieerträge des IOF.

Das IOF leistet somit nachweislich einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Thüringer Industrie im Schwerpunkt Optische Technologien und Mikrosystemtechnik. Bisher haben sich drei Firmen aus dem IOF ausgegründet:

- mso Mikroschichtoptik 6 Mitarbeiter,

- unique m.o.d.e. 11 Mitarbeiter,

- GRINTECH 11 Mitarbeiter.

Eine weitere Ausgründung wird derzeit vorbereitet.

Das IOF ist aktiv am Aufbau von Netzwerken zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen (z. B. Forschungsschwerpunkt Mikrooptik und Optische Schichten) und zwischen Wirtschaft und Wissenschaft (Mikrotechnik Thüringen e.V., e.V. etc.) beteiligt.

Die AEMT erforscht und entwickelt Algorithmen, Verfahren und Geräte im Bereich Verarbeitung von Audiosignalen.

Von den derzeitigen Aktivitäten sind hervorzuheben: Bereich Metadaten: Forschung und Entwicklung an Verfahren zum Erkennen von Musikstücken (z. B. zum Schutz von Urheberrechten) sowie zur Erkennung von Musikinstrumenten, Melodien und Harmonien. Letzteres kann unter anderem zur Verbesserung der Bedienoberfläche von Geräten der Unterhaltungselektronik verwendet werden. Ergebnisse sind bereits in den Entwurf zum internationalen Standard ISO/IEC MPEG-7 eingeflossen.

Bereich Technologie der Unterhaltungselektronik: Forschung und Entwicklung von Verfahren zur Übertragung von Klangfeldern im Rahmen des Projektes CARROUSO (Förderung durch die EU) zusammen mit neun weiteren Partnern aus fünf europäischen Ländern. Das AEMT ist bei diesem Projekt der Koordinator.

3. Wird die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren in Thüringen wirksam werden?

Derzeit ist ein Engagement der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren in Thüringen nicht erkennbar.

4. Wie stellt sich die Perspektive der Blauen-Liste-Institute in Thüringen dar?

In Thüringen existieren derzeit folgende Blaue-Liste-Einrichtungen bzw. Außenstellen solcher Einrichtungen:

- das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB) Jena (Ressortzuständigkeit und federführender Zuwendungsgeber: TMWFK),

- die Forschungsstation Quartärpaläontologie Weimar des Forschungsinstituts Senckenberg (FIS) Frankfurt/Main (Ressortzuständigkeit: TMWFK, federführender Zuwendungsgeber: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst),

- der Institutsteil Kühnhausen/Erfurt des Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) Großbeeren (Ressortzuständigkeit: TMLNU, federführender Zuwendungsgeber: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung Brandenburg).

Im Rahmen der Gesamtevaluierung der Blauen Liste durch den Wissenschaftsrat wurde allen vorgenannten Einrichtungen ihre überregionale Bedeutung und das gesamtstaatliche Interesse an ihrer Förderung bestätigt und damit die Empfehlung zur Weiterförderung gegeben.

Die zuständigen Gremien der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) haben sich den Empfehlungen des Wissenschaftsrats im Fall des IGZ und der Forschungsstation Quartärpaläontologie Weimar bereits angeschlossen. Dies gilt auch für das Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung (HKI) Jena, das nach erfolgreicher Evaluierung durch den Wissenschaftsrat auf Beschluss der BLK spätestens ab 2003 in die Blaue Liste aufgenommen werden wird. Die Beratung zum IMB wird planmäßig im September stattfinden.

Die Landesregierung misst der durch Bund und Länder im Rahmen der gemeinsamen Förderung der gegebenen Möglichkeit der Sicherung einer stabilen außeruniversitären Forschungsinfrastruktur und damit der Kofinanzierung Thüringens für eine bedarfsgerechte Entwicklung dieser Einrichtungen erhebliche Bedeutung bei.

5. Welche Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation wird von der Ernst-Abbe-Stiftung Jena geleistet?

Die Ernst-Abbe-Stiftung Jena dient satzungsgemäß der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation und sozialen Zwecken. Sie leistet unter anderem durch die Trägerschaft für das Planetarium Jena und das Optische Museum Jena einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Publizität von Wissenschaft und Forschung. Neben den aus den Erlösen des Stiftungsstocks zu finanzierenden Aktivitäten fördert die Ernst-Abbe-Stiftung Jena Wissenschaft, Forschung und Innovation, indem sie auf Grundlage eines mit dem TMWFK abgeschlossenen Zustiftungsvertrags die Errichtung und den Betrieb von Infrastrukturmaßnahmen realisiert.

6. Welche Maßnahmen zur Flexibilisierung der Mittelverwendung in Forschungseinrichtungen sind geplant oder werden erwogen?

In Thüringen wurden die im Beschluss der Regierungschefs des Bundes und der Länder vom 24. Oktober/3. November 1997 zum Bericht der BLK vom 2. Juni 1997 zur Sicherung der Qualität der Forschung für die Einrichtungen der Blauen Liste enthaltenen Bewirtschaftungsrichtlinien für alle privatrechtlichen Landesforschungseinrichtungen umgesetzt. Sie werden als ein erster Schritt zur weiteren Flexibilisierung der Haushaltsbewirtschaftung angesehen und sollen in Richtung einer outputorientierten Budgetierung weiterentwickelt werden. Dabei werden als nächste konkrete Schritte die Ermächtigung zur Rückstellungs-/Rücklagenbildung, eine Erhöhung der Deckungsfähigkeiten zwischen Betrieb und Investitionen und eine Flexibilisierung der Stellenbewirtschaftung angestrebt. Das IMB Jena hat im Rahmen eines vom Bundesministerium der Finanzen finanzierten Pilotvorhabens eine umfassende Kosten- und Leistungsrechnung implementiert.

Für die Thüringer Landessternwarte Tautenburg und die MFPA Weimar gilt die Thüringer Landeshaushaltsordnung unmittelbar.