Innovationsförderung

Bei dieser Aufgliederung in die Einzelbereiche können Mehrfachnennungen nicht vermieden werden, weil häufig mehrere Anmelder ein Schutzrecht gemeinsam anmelden. Darüber hinaus erfolgen Schutzrechtsanmeldungen von kleinen und mittleren Unternehmen häufig nicht über den Firmennamen, sondern über Personen des Managements, um das Schutzrecht bei Insolvenz zu schützen. In diesen Fällen erfolgt eine Zuordnung zur Kategorie Freie Erfinder, nicht aber zum Bereich Wirtschaft. Außerdem erfolgen in Thüringen Schutzrechtsanmeldungen oft über Muttergesellschaften oder Kooperationspartner, die ihren Hauptsitz nicht in Thüringen haben (z. B. durch die mit Sitz in München). Somit werden diese nicht für Thüringen erfasst. Schutzrechtsanmeldungen von Professoren erfolgen nicht über die Hochschulen, sondern aufgrund der derzeit noch gültigen Rechtslage als Freie Erfindungen. Eine Zuordnung dieser Erfindungen zum Bereich Hochschulen ist somit nicht möglich.

8. Welche Rolle spielen die Technologie- und Forschungsparks mit Gewerbeflächen?

Technologie- und Forschungsparks nehmen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer leistungsfähigen Technologieinfrastruktur in Thüringen ein.

Die rasche Entwicklung bei der Belegung des Technologie- und Forschungsparks in Ilmenau oder die kürzlich begonnene Errichtung der 21 zeigen, dass seitens der Unternehmen entsprechender Bedarf gegeben ist.

Da die Verweildauer der in den GA-geförderten Technologiezentren eingemieteten klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der Regel auf fünf, höchstens jedoch acht Jahre begrenzt ist, müssen die Unternehmen die Einrichtung nach Ablauf dieser Mietzeit verlassen. Bei einer Vielzahl dieser Unternehmen besteht Interesse, sich in der Nähe des entsprechenden Technologiezentrums anzusiedeln, um gewisse Dienstleistungen weiter nutzen zu können, aber auch, weil oftmals umfängliche Geschäftsbeziehungen mit anderen Einmietern eingegangen wurden. Die sich daraus ergebenden Synergieeffekte sind von der Landesregierung erwünscht und werden unterstützt.

9. Haben sich Applikationszentren bewährt und sollen sie erweitert werden?

Applikationszentren sollen die Umsetzung von in marktreife Verfahren und Produkte erleichtern, in dem sie kleinen und mittelständischen Unternehmen durch die Nutzung investitionsintensiver Technologien sowie die Möglichkeit, bedarfsgerecht auf Experten zurückgreifen zu können, neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Beim Aufbau einer leistungsfähigen Forschungs- und Technologieinfrastruktur in Thüringen haben sich erste Applikationszentren wie das Applikationszentrum Ilmenau (APZ), das Jena (BIZ) sowie das von den beiden Trägerinstituten Fraunhofer Institut Optik und Feinmechanik Jena (IOF) und Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung Jena (ifw) 1998 in Betrieb genommene Applikationszentrum Mikrotechnik Jena (AMT) bereits bewährt.

In Vorbereitung befinden sich derzeit das Anwendungszentrum Mikrosystemtechnik Erfurt-Südost und das Centrum für Intelligentes Bauen in Weimar.

Bei einem anhaltend steigenden Bedarf wird die Landesregierung die Erweiterung bestehender bzw. die Gründung neuer Zentren prüfen.

10. Welche Bedeutung kommt der Stiftung für Technologie- und Innovationsförderung (STIFT) zu und wie ist ihre Perspektive?

Im Rahmen der Technologiepolitik des Freistaats hat die STIFT derzeit folgende Aufgaben:

- Ausbau von technologischen Infrastrukturprojekten,

- Begleitung der Thüringer Existenzgründerinitiative THEI und Innovationsberatung von bestehenden Unternehmen,

- Clusterbetreuung,

- technologieorientierte Akquisition von Investoren sowie Standortmarketing,

- Entwicklung und Pflege einer Datenbank mit Angaben zu technologieorientierten Unternehmen,

- Unterstützung beim Management von - Begutachtungsmanagement,

- Förderung zur Erlangung von Schutzrechten.

STIFT kommt damit im Rahmen der Wirtschafts- und Technologiepolitik des Freistaats eine wichtige Rolle als technologische Kompetenzstelle und Ansprechpartner für die Wirtschaft zu.

Die Förderung von Forschung und Technologie im Freistaat soll zukünftig stärker gebündelt werden. STIFT und sind gebeten, an diesem Prozess aktiv mitzuwirken.

11. Ist die Steinbeis-Stiftung in Thüringen wirksam geworden oder könnte sie dafür gewonnen werden?

Die Steinbeis-Stiftung ist auch in Thüringen tätig. Sie hat in Erfurt, Ilmenau, Jena, Nordhausen, Schmalkalden und Suhl Transferzentren eingerichtet.

VI. Internationale Zusammenarbeit

1. In welcher Weise unterstützt die Landesregierung die Thüringer Forschung und Entwicklung bei der Kooperation mit im Ausland?

Wegen des Subsidiaritätsprinzips und den nur begrenzt zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln des Freistaats Thüringen werden derartige Projekte grundsätzlich aus Programmen des Bundes und der Europäischen Union gefördert.

Darüber hinaus stehen den Thüringer Hochschulen zusätzliche Landesmittel zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Hochschulwesen zur Verfügung (Kapitel 15 24, ATG 92). Diese Mittel werden den Hochschulen bewilligt.

Hinsichtlich des Verwendungszwecks gelten folgende Schwerpunkte:

- Internationale Kooperation (Hochschulpartnerschaften in Forschung und Lehre, Studenten- und Wissenschaftleraustausch, wissenschaftliche Tagungen im Interesse der Hochschule etc.),

- Stipendien (ein bis zwei Semester) für ausländische Studierende, überwiegend auf der Grundlage von internationalen Hochschulpartnerschaften unter Festlegung gemeinsamer Auswahlkriterien,

- Komplementärfinanzierung für EU-Bildungsprogramme,

- Unterstützung von Hochschulen in MOE-Staaten und in Entwicklungsländern, auch für Forschungsvorhaben,

- Aktivitäten im Rahmen der Europakampagne,

- Hochschulkurse für ausländische Teilnehmer überwiegend aus Partnerhochschulen.

Soweit im Rahmen von Kooperationsbeziehungen im Einzelfall ausländische Partner in Projekten von Thüringer Unternehmen mitarbeiten, ist eine Förderung im Rahmen der Technologieförderung des TMWAI möglich.

2. In welchem Maße nutzen kleine und mittlere Unternehmen Thüringens die BMBF-Initiative Internationale Kontaktbüros Forschungskooperation?

Die Kontaktbüros Forschungskooperationen sind Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen des PROgramms INNOvationskompetenz mittelständischer Unternehmen (PRO INNO) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Gegenwärtig verfügt das Netzwerk Technologiekooperation weltweit über 20 Kontaktbüros. In den Kontaktbüros liegen keine statistischen Informationen vor, die eine Aussage zum Sitz der deutschen Unternehmen, die sich an die Kontaktbüros gewandt haben, gestatten würde.

Unternehmen aus Thüringen haben sowohl in den PRO INNO-Projekten als auch in denen des Vorläuferprogramms Forschungskooperationen in der mittelständischen Wirtschaft nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto von Guericke e.V. Nutzen die KMU außer den genannten Kontaktbüros weitere Angebote der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto von Guericke zur Internationalen Kooperation für eine Erhöhung des Innovationspotenzials?

Ja; die berät in ihrer Funktion als Nationale Kontaktstelle für unternehmensspezifische Maßnahmen der Europäischen Union kleine und mittlere Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Dieses Angebot wird auch von Thüringer Unternehmen genutzt.

Des Weiteren wurden in den Bundesprogrammen und PRO INNO, die die als Projektträger betreut, insgesamt 86 Forschungskooperationen mit Partnern aus 25 Ländern gefördert.

4. Welche Beiträge der Fraunhofer Gesellschaft zur internationalen Zusammenarbeit nutzen die KMU?

Die Einrichtungen der in Thüringen sind über bis zur Beteiligung an Gesprächen mit ausländischen Partnern der kooperierenden Firmen eingebunden. Ein wichtiger und von den Firmen häufig genutzter Marketingeffekt, vor allem in den USA, ist das auf internationalen Tagungen. von Prototypentwicklungen des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) auf Messeständen der Firmen im Ausland demonstriert, dass diese Unternehmen über ein potentes wissenschaftlich- technisches Hinterland verfügen. Da das IOF selbst keine Produkte liefern darf, bietet es seinen industriellen Partnern im Ausland in der Regel Thüringer Firmen als Produzenten an.

Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe Elektronische Medientechnologie Ilmenau (AEMT) befindet sich noch in der Aufbauphase. Die internationalen Kontakte haben sich außerordentlich erfreulich entwickelt. Als erstes gemeinsames Projekt mit einem Unternehmen in Thüringen wird derzeit ein CD-Laufwerk entwickelt, das schrittweise um weitere Funktionalitäten im Bereich Home-Server, Internetzugang und Klangfeldsynthese erweitert und so zu einer auch international zu vermarktenden intelligenten Stereoanlage entwickelt werden soll.

5. Welche Angebote unterbreiten die Industrie- und Handelskammern den KMU zur Förderung der internationalen Forschungskooperation?

Nach eigenen Angaben verfolgen die Industrie- und Handelskammern mit ihren Angeboten an die KMU die folgenden Ziele:

1. Gestaltung der Möglichkeiten der öffentlichen Förderung bei der Teilnahme an der internationalen Forschungskooperation,

2. Publizierung der bestehenden Fördermöglichkeiten,

3. Hilfestellung bei der Einleitung von Forschungskooperationen,

4. Hilfestellung bei der Auswahl von Förderprogrammen und der Antragstellung.

Die unternehmensspezifischen Beratungen werden vom Netz der Betriebs- und Innovationsberater und dem EU-Verbindungsbüro getragen.

Die Aktionen Profile (Plattform für Kontakte zwischen Unternehmen) und Potenziale (Plattform für Kontakte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen) bieten Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Partnern.

Darüber hinaus bieten die Technology-Area-Manager Hilfe durch ein Netz von weltweit 20 Beratungsstellen an.

6. Welche Unterstützung der Thüringer Wirtschaft könnte eine Wirkungsanalyse des Programms Förderung der Forschungskooperation in der mittelständischen Wirtschaft ausweisen?

Das Programm des damaligen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie ist bereits im September 1998 geschlossen worden. Eine Wirkungsanalyse ist daher nur sehr begrenzt sinnvoll.

Allerdings hat das BMWi im Juni 1999 als Nachfolgeprogramm PRO INNO aufgelegt, für das gegenwärtig eine Kurzbefragung von Unternehmen zu Erfahrungen mit diesem Programm sowie dessen Wirkungsweise durchgeführt wird. Die Ergebnisse erwartet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Ende des Jahres 2001.