Ist der oben genannte Bericht wonach die Imagekampagne Willkommen in der Denkfabrik beendet werden soll

März 2010 hat folgenden Wortlaut:

Der Thüringer Allgemeinen, Ausgabe vom 26. Februar 2010, war zu entnehmen, dass die Thüringer Landesregierung die derzeitige Imagekampagne des Freistaats, die unter dem Motto Willkommen in der Denkfabrik steht, beenden wird. Der Wirtschaftsminister begründete diese Entscheidung unter anderem damit, dass der Slogan der derzeitigen Imagekampagne kein Motto für ein professionelles Standortmarketing der Zukunft sei. Die künftige Außendarstellung des Freistaats Thüringen müsse demnach auch am innovativen Profil des Freistaats ausgerichtet sein.

Wir fragen die Landesregierung:

1. Ist der oben genannte Bericht, wonach die Imagekampagne Willkommen in der Denkfabrik beendet werden soll, zutreffend?

2. Wann traf die Landesregierung die Entscheidung zur Abschaffung der jetzigen Imagekampagne?

3. Welche Ressorts der Thüringer Landesregierung waren in den Entscheidungsfindungsprozess in welchem Umfang involviert und wer war federführend bei der Entscheidung zur Abschaffung der derzeitigen Imagekampagne?

4. Wie ist nach Auffassung der Landesregierung das derzeitige Bild des Freistaats Thüringen?

5. Wie hat die Denkfabrik nach Einschätzung der Landesregierung zu diesem Bild Thüringens beigetragen?

6. Wie schätzt die Landesregierung den Erfolg der derzeitigen Imagekampagne grundsätzlich ein?

a) Ist die Imagekampagne evaluiert worden?

b) Falls ja, zu welchem Zeitpunkt ist dies erfolgt, was waren die wesentlichen Ergebnisse der Evaluierung und welche Schlüsse hat die Landesregierung aus den Ergebnissen gezogen?

7. Was sind die Gründe für die Entscheidung der Landesregierung, die bisherige Imagekampagne des Freistaats Thüringen abzuschaffen?

8. Was soll nach Auffassung der Landesregierung das künftige Erscheinungsbild Thüringens sein und welches sind die Kriterien, nach denen eine zukünftige Imagekampagne ausgerichtet sein muss?

9. Wie definiert die Landesregierung in diesem Zusammenhang ein professionelles Standortmarketing und worin sieht die Landesregierung konkreten Nachholbedarf?

10.In welcher Art und Weise will die Landesregierung das innovative Profil des Freistaats zukünftig stärker berücksichtigen?

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 3. Mai 2010 wie folgt beantwortet:

Zu 1.: ja

Zu 2.: Der Vertrag mit der beauftragten Werbeagentur ist zum 31. Dezember 2009 ausgelaufen. Die Landesregierung hat vor diesem Hintergrund entschieden.

Zu 3.: Entscheidungsprozesse der Landesregierung gehören zum Kernbereich staatlichen Handelns und zur exekutiven Eigenverantwortung.

Zu 4.: Die derzeitige Außenwahrnehmung Thüringens soll im Rahmen einer Befragung untersucht werden.

Zu 5.: entfällt

Zu 6.: Es liegt eine aktuelle bundesweite Erhebung zum Bekanntheitsgrad der Kampagne vor. Demnach gaben 84 Prozent der Befragten außerhalb Thüringens an, dass sie noch nie von der Imagekampagne Willkommen in der Denkfabrik gehört hätten. Zudem ordnen die meisten Befragten die Kampagne nicht Thüringen (8 Prozent), sondern Bundesländern wie Bayern (19 Prozent), Baden-Württemberg (16 Prozent) oder Nordrhein-Westfalen (15 Prozent) zu.

Zu 7.: Die Gründe liegen u.a. im geringen Bekanntheitsgrad der Kampagne.

Zu 8.: Über die künftige Ausrichtung der Standortwerbung entscheidet die Landesregierung im Verlauf weiterer Beratungen und im Zusammenhang mit der geplanten Ausschreibung einer neuen Kampagne.

Zu 9.: siehe Antwort auf Frage 8

Zu 10.: Das innovative Profil Thüringens wird eine zentrale Rolle in der künftigen Standortwerbung spielen.