Jugendstrafanstalt

Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, eine Behinderung auszugleichen oder einer drohenden Behinderung vorzubeugen, sofern dies mit Rücksicht auf die Dauer des Freiheitsentzuges nicht ungerechtfertigt ist und soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen sind. Volljährige Gefangene können an den Kosten für zahntechnische Leistungen und Zahnersatz beteiligt werden.

Aufgaben des medizinischen Dienstes während der verschiedenen Phasen des Vollzuges:

Aufnahme:

Bereits bei der Aufnahme werden die Gefangenen dem medizinischen Dienst der Anstalt vorgestellt, um notwendige medizinische Erstmaßnahmen einleiten zu können und den allgemeinen Gesundheitszustand des Gefangenen festzustellen.

Es wird geprüft, ob übertragbare Krankheiten, insbesondere: HIV-Infektionen und AIDS, Tuberkulose, Hepatitis vorliegen, um eine mögliche Ansteckungsgefahr auszuschließen. Entzugserscheinungen von Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeiten werden behandelt.

Auch wird die Hafttauglichkeit festgestellt und bei Bekanntwerden schwerwiegender Erkrankung neu geprüft.

Vollzugplanung:

Die Eignung für den Arbeitseinsatz der Gefangenen wird vom medizinischen Dienst überprüft. Es wird festgestellt, ob die Gefangenen für einen bestimmten Arbeitseinsatz innerhalb der Haftanstalt geeignet sind, oder ob aus medizinischer Sicht Bedenken gegen diese Einsätze vorliegen.

Vollzugsverlauf: Angebot regelmäßiger Sprechstunden zur Überwachung des Gesundheitszustandes der Gefangenen und Einleitung notwendiger medizinischer Maßnahmen, sowie Feststellung des körperlichen Zustandes nach körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Gefangenen, bei Disziplinarmaßnahmen (Arrest), bei besonderen Sicherungsmaßnahmen (Fesselung, Unterbringung im Anwendung unmittelbaren Zwanges sowie bei Arbeitsunfällen. In diesen Fällen erfolgt eine medizinische Befundaufnahme. Bei Verdacht auf psychiatrische Symptome wird die Vorstellung des Gefangenen beim externen Psychiater durch den medizinischen Dienst veranlasst.

Entlassung: Einleitung notwendiger medizinischer Folgemaßnahmen nach der Entlassung der Gefangenen und Unterstützung bei der Erbringung von Kostenzusagen für

Anschlusstherapien nach der Entlassung.

5.10 Konferenzsystem

Gemäß § 106 sind zur Erstellung und Fortschreibung der Vollzugspläne und zur Vorbereitung anderer wichtiger Vollzugsentscheidungen Konferenzen durchzuführen.

Konferenzen dienen der Kommunikation und Kooperation der am Erziehungsprozess beteiligten Bediensteten. Eine regelmäßige gegenseitige Information und Abstimmung unter den Mitarbeitern ist für eine erfolgreiche Arbeit im Jugendstrafvollzug unerlässlich.

Damit kann ein gleichmäßiger Informationsstand gewährleistet werden, wodurch auch die Arbeitseffizienz und die Motivation der Mitarbeiter gesteigert werden kann.

Außerdem wird damit sichergestellt, dass bei den vollzuglichen Entscheidungen alle hierfür relevanten Faktoren Berücksichtigung finden. Die Vollzugskonferenz erweist sich damit als wichtiges Entscheidungsfindungsorgan und Instrument zur Verbesserung der Entscheidungsqualität in der Anstalt, auch wenn letztlich die Anstaltsleiterin die fachliche Verantwortung für den Vollzug trägt (§ 101 Absatz 1 Satz 1 Der Anstaltsleiterin bzw. dem stellvertretenden Anstaltsleiter steht daher auch ein Veto-Recht gegen mehrheitliche Konferenzentscheidungen zu; d.h. sie müssen sich dem Konferenzergebnis nicht anschließen.

Über alle Konferenzen sind grundsätzlich Niederschriften (Ergebnisprotokolle) anzufertigen, weil sonst die Beratungsergebnisse missverstanden oder in Vergessenheit geraten können.

In der Jugendstrafanstalt Ichtershausen mit Zweiganstalt Weimar werden folgende Konferenzen durchgeführt : Konferenz Durchführung Teilnehmerkreis Frühbesprechung (Erörterung aktueller Sachverhalte und Vorkommnisse) an jedem Werktag Anstaltsleiterin, stellv.1 Einleitung :

Im Interesse einer möglichst sinnvollen Ausgestaltung des Jugendstrafvollzuges sollen die hier einsitzenden Gefangenen vorrangig an aus- und weiterbildenden Maßnahmen teilnehmen (§ 37 Abs.2 Die vorhandenen Bildungsangebote orientieren sich dabei an dem Bildungsstand, den Fertigkeiten und den Interessen der Inhaftierten sowie an der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt. Mit dem Abschluss einer entsprechenden Bildungsmaßnahme werden bestehende Defizite in der beruflichen und schulischen Qualifikation abgebaut und damit die Chancen einer erfolgreichen sozialen Integration nach der Entlassung erheblich verbessert.

Es werden auch Bildungsmaßnahmen angeboten, die bei kürzerer Haftdauer abgeschlossen werden können (z.B. einzelne Ausbildungsmodule, die nach jeweils kleineren Einheiten mit einem Zertifikat abschließen). Gefangene, die zur Teilnahme an einer Ausbildungsmaßnahme oder zu einer wirtschaftlich ergiebigen Arbeit noch nicht fähig sind, werden durch geeignete therapeutische und pädagogische Maßnahmen an dieses Ziel herangeführt.

Gefangene, die bereits über einen Berufsabschluss verfügen oder bei denen aus anderen Gründen die Absolvierung einer aus- oder weiterbildenden Maßnahme nicht sinnvoll erscheint, sind zu einer angemessenen Arbeit in den vorhandenen Eigen-, Unternehmerund Wirtschaftsbetrieben oder im hauswirtschaftlichen Bereich einzusetzen.

Der Einsatz zu aus- und weiterbildenden Maßnahmen oder zu Arbeit dient außerdem der Gewöhnung an einen geregelten Tagesablauf sowie dem Abbau von Defiziten im