Gefangene die über keinen Hauptschulabschluss verfügen soll die Teilnahme an Lehrgängen der Hauptschule ermöglicht werden

Sozialverhalten der Jugendstrafgefangenen. So kann das durch gescheiterte Ausbildungsversuche vielfach eingeschränkte Selbstvertrauen gestärkt und die Einordnung in Gruppen geübt werden.

Schulische und berufliche Aus- und Weiterbildung (§ 37 Abs.1 :

Schulische Maßnahmen :

Nach bisherigen Erfahrungswerten verfügen nur etwa 30 % der jungen Gefangenen über einen Haupt- oder Regelschulabschuss. Selten sind Gefangene noch vollzeitschulpflichtig.

Der Hauptschulunterricht stellt damit einen Schwerpunkt im Jugendstrafvollzug dar.

Gefangene, die über keinen Hauptschulabschluss verfügen, soll die Teilnahme an Lehrgängen der Hauptschule ermöglicht werden. Soweit das geforderte Bildungsniveau erreicht wird, können sie sich der Prüfung zum Hauptschulabschluss stellen.

Die Durchführung des allgemeinbildenden Unterrichts findet auf der Grundlage der gemeinsamen Vereinbarung zwischen dem Thüringer Justizministeriums und dem Thüringer Kultusministerium vom 02.02.2001 statt und wird von Lehrkräften der Regelschule II Arnstadt durchgeführt.

Zur Erlangung der Berufsausbildungsreife werden berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sowie das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) angeboten.

Darüber hinaus haben bildungswillige Gefangene die Möglichkeit, durch ehrenamtliche Lehrkräfte in ihrer Freizeit geschult zu werden.

Letztlich besteht auch die Möglichkeit, Fernlehrgänge zur schulischen oder beruflichen Qualifikation zu nutzen. Die Betreuung dieser Maßnahmen obliegt dem Anstaltspädagogen.

Berufliche Maßnahmen :

Ein großer Teil der hier Jugendstrafgefangenen unterliegt der Berufsschulpflicht. Es haben jedoch nur wenige der hier einsitzenden Gefangenen vor ihrer Inhaftierung erfolgreich an beruflichen Bildungsmaßnahmen teilgenommen.

Die Kürze der Haftzeit, die unterschiedlichen Eintrittszeiten in den Strafvollzug und die teilweise erheblichen Defizite bei den Teilnahmevoraussetzungen machen die Integration in einen regulären Lehrbetrieb fast unmöglich.

Seit Oktober 2007 wird die berufliche Bildung in den Thüringer Justizvollzugsanstalten im Rahmen des Projektes BISS (Berufsbildung und Integration Strafgefangener und Strafentlassener) durchgeführt. Dieses Projekt zielt darauf ab, straffällig gewordene Menschen nachhaltig beruflich und sozial zu integrieren. Unter Beachtung des individuellen Bildungsbedarfs sollen marktkonforme Bildungsmaßnahmen, die zur Erlangung der Erwerbsfähigkeit beitragen, angeboten werden.

Unter Berücksichtigung des jeweils vorhandenen persönlichen Voraussetzung und Eignung wird jeder Gefangener einem Handlungsfeld (H 1 bis H 10) zugeordnet.

45 Plätze der beruflichen Vorbereitungsmaßnahmen werden durch die Agentur für Arbeit im Rahmen der (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen) gefördert.

89 Plätze der beruflichen Vorbereitungsmaßnahmen werden durch den ESF (Europäischer Sozialfonds) gefördert und durch den Freistaat Thüringen kofinanziert.

Der jederzeitige Eintritt in eine ist möglich.

Grundsätzlich wurde bei der Planung der Ausbildungsangebote beachtet, dass sie den besonderen Ansprüchen des hiesigen Klientels entsprechen. Dabei sind die bisherige schulische und berufliche Qualifikation, die weitere Berufswegsplanung und die individuellen Vollstreckungsdaten zu berücksichtigen.

Gefangene mit den entsprechenden Voraussetzungen (Hauptschulabschluss, ausreichende Verweildauer im Jugendstrafvollzug) können an einer Facharbeiterausbildung teilnehmen.

Auf Grund der besonderen Voraussetzungen im Strafvollzug bezüglich der durchschnittlichen Strafzeit und des Anforderungsniveaus wurden Ausbildungsmaßnahmen mit einer Dauer von bis zu zwei Jahren ausgewählt. Die Ausbildung wird ebenfalls in kooperativer Form durch die Staatliche Berufsschule Arnstadt und dem Bildungsträger.

Grone Bildungszentren Thüringen durchgeführt.

Die Facharbeiterprüfung wird von der Industrie- und Handelskammer abgenommen.