Hochschule

Ssinnvoll, sondern wenn überhaupt, dann nur für vertretbar. Stattdessen nehmen große Mehrheiten gegen ein solches Vorgehen Stellung: mit 91 Prozent, also fast einhellig, bei den Schulen, mit 77 Prozent bei den Hochschulen und mit 72 Prozent bei der Polizei, während bei den Gerichten 50 Prozent der Befragten Kürzungen für nicht vertretbar, aber 45 Prozent für noch vertretbar oder gar sinnvoll (fünf Prozent) halten, es also gleich viele Befürworter und Kritiker eines Personalabbaus gibt. Das Schulwesen gilt also ­ wie bei Ausgabenkürzungen generell ­ als weitgehend tabu.

Wie bei den Kürzungsvorschlägen zu Einzelbereichen staatlicher Tätigkeit wurde ermittelt, wie sich die Antworten nach der Zahl der Bereiche verteilten, deren Personal verkleinert werden sollte: Der harte Kern der Opposition (in keinem Bereich wird eine Kürzung für sinnvoll oder auch nur für vertretbar gehalten) macht 36 Prozent aus, 53 Prozent nennen ein bis zwei Bereiche, elf Prozent könnten sich sogar mit Kürzungen in drei bis vier Bereichen abfinden.

Zwischen der Bereitschaft zu Personalkürzungen und der Bereitschaft, Ausgabenkürzungen allgemein hinzunehmen, besteht ein positiver statistischer Zusammenhang (Abb. 28): Von den Befragten, die Ausgabenkürzungen nur in zwei oder weniger Bereichen staatlicher Tätigkeit zustimmen, sind 52 Prozent, von denen, die dies für drei bis sechs Bereiche tun, 63 Prozent und von denen, die Kürzungen in sieben oder mehr Bereichen akzeptieren, gar 85 Prozent grundsätzlich mit Personalkürzungen in mindestens einem der hier diskutierten Bereiche einverstanden. Auch wer Kreisreformen gutheißt, stimmt Personalabbau überdurchschnittlich oft zu; für die Bereitschaft zu Gebietsreformen auf der Ebene von Land und Gemeinden gilt dies hingegen nicht.

Unterschiede im Antwortverhalten je nach soziodemographischen oder anderen Merkmalen der Befragten sind kaum zu verzeichnen. Generelle Effekte auf die Zustimmung zu Personaleinsparungen (bzw. in den meisten Fällen ihre Ablehnung) gehen weder vom Bildungsstand, noch der Größe des Wohnorts, noch der Parteibindung, ja nicht einmal von der Zugehörigkeit zum Öffentlichen Dienst aus. Einen begrenzten Einfluss haben der Beschäftigungsstand, das Alter, die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen und die regionale Herkunft. So lehnen Arbeitslose, Rentner und Ältere generell einen Personalabbau häufiger ab (Ältere aber nur bei den Gerichten und der Polizei); umgekehrt treten Arbeiter, Freiberufler und Selbständige im Unterschied zu höheren Angestellten und Beamten überdurchschnittlich für einen Personalabbau (Gerichte und Polizei) ein; gebürtige Ostdeutsche stehen Personaleinsparungen deutlich ablehnender gegenüber als Thüringer westdeutscher Herkunft ­ Nachwirkung der Gewöhnung an einen üppig besetzten Öffentlichen Dienst?

Wie schon die Irrelevanz der Zugehörigkeit zum Öffentlichen Dienst vermuten lässt, spielen persönliche Betroffenheiten bei der Frage der Personaleinsparungen im Unterschied zu der der Haushaltskürzungen (s. oben Abschnitt IV.3.2) nur eine geringe Rolle. Lediglich mit Blick auf die Hochschulen sind derartige Effekte erkennbar: So wehren sich Befragte mit Abitur überdurchschnittlich gegen Personalkürzungen bei den Hochschulen (angesichts der in Deutschland vergleichsweise hohen Selbstreproduktion der akademischen Eliten nicht sehr überraschend), umgekehrt haben Bezieher niedriger Einkommen hiermit weniger Probleme. Mit der allgemein bekundeten Präferenz für Haushaltssanierung durch Ausgabenkürzungen passt diese Haltung schwerlich zusammen.

Übrigens scheint der bereits eingetretene und der zu erwartende weitere massive Rückgang der Schülerzahlen von den Befragten bei ihrer Opposition gegen Personalkürzungen in den Schulen nicht berücksichtigt, vielleicht nicht einmal zur Kenntnis genommen worden zu sein.

Im Kontrast zur großenteils massiven Ablehnung eines Personalabbaus im Öffentlichen Dienst besteht bei einer Mehrheit von 56 Prozent der Befragten die Bereitschaft, zum Ausgleich für ggf. weggefallenes Personal in der Verwaltung Computer zu nutzen. Die Praktikabilität eines solchen Vorschlags wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass 19 Prozent nach eigenen Angaben keinen Zugang zum Internet haben.

Abb. 29: Umstieg auf Internet bei Einsparung von Behördenpersonal nach Alter und Bildung (in Prozent) Letzteres gilt insbesondere für die Älteren, die nicht mehr im Berufsleben stehen. Im Übrigen sind die zu erwartenden Muster zu beobachten (Abb. 29): Computer und Internet werden stärker genutzt von gut Ausgebildeten, Männern, Menschen mit höheren Berufen und Einkommen, politisch Interessierten, die denn auch ihre Bereitschaft erklären, den Computer verstärkt zur Erledigung von Behördenangelegenheiten einzusetzen. Unterschiede nach der Größe des Wohnortes lassen sich nicht ausmachen: Das Internet lässt nicht nur die Welt ganz allgemein, sondern auch Stadt und Land zusammenrücken. Die ausgeprägten Altersgruppeneffekte lassen vermuten, dass die Zahl derjenigen, die den Computer für die Erledigung von Behördenangelegenheiten entweder nicht nutzen können oder nicht nutzen wollen.