Wie viele Anträge sind bis zum 31 Dezember 1992 mit den Mitteln beider Programme gefördert

März 1993 hat folgenden Wortlaut:

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele Anträge auf Förderung im Rahmen der Bundesprogramme Aufbau Freier Träger (AFT) und des Aktionsprogrammes gegen Aggression und Gewalt (AGAG) sind 1992 gestellt worden?

2. Wie viele Anträge sind bis zum 31. Dezember 1992 mit den Mitteln beider Programme gefördert worden?

3. In welcher Höhe und an welche Träger erfolgte jeweils die Zuwendung?

4. Welche Projekte werden 1993 voraussichtlich mit den Mitteln beider Programme gefördert?

5. Ist der Landesregierung bekannt, dass es 1992 Schwierigkeiten beim Abruf der Mittel gab?

Wenn ja, welche Ursachen hatten diese und was wird unternommen, um dieses in Zukunft zu verhindern?

6. Ist seitens der Landesregierung vorgesehen, zusätzliche Mittel für die Jugendarbeit 1993 bereitzustellen?

Das Thüringer Ministerium für Soziales und Gesundheit hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 7. April 1993 wie folgt beantwortet:

Zu 1.: Für das Aktionsprogramm Gegen Aggression und Gewalt (AGAG) wurden 1992 insgesamt 23 Anträge gestellt.

Die Projektorte und Projektträger wurden vor Antragstellung in programmbegleitenden Arbeitsgruppen abgestimmt.

Im Rahmen des Programms Auf- und Ausbau freier Träger (AFT-Programm) wurden in den fünf Einzelprogrammen in folgender Anzahl Anträge gestellt:

- AFT 1 Finanzielle Förderung der freien Träger: 1.465 Anträge

- AFT 1.3 Sonderprogramm Ausstattung von Jugendräumen im ländlichen Raum: 176 Anträge

- AFT 2.1 Kontaktstellen: 62 Anträge

- AFT 2.2 bundesweite Tutoren - Die Zahl der Anträge ist hier nicht bekannt, da dieses Teilprogramm direkt vom Bundesministerium für Frauen und Jugend durchgeführt wurde.

- AFT 3 Fort- und Weiterbildung: 308 Anträge wurden an das AFT-Projektbüro bei der Stiftung Demokratische Jugend Berlin gestellt.

Im AGAG-Programm wurden die vorliegenden 23 Anträge positiv beschieden.

Beim AFT-Programm wurde für Anträge in folgender Anzahl Förderung gewährt:

Im AGAG-Programm wurden neun Träger der öffentlichen Jugendhilfe und 14 Träger der freien Jugendhilfe mit durchschnittlich 90.000 DM pro Projekt bezuschußt. Gesamt verfügbar waren Bundesmittel in Höhe von 2.760. DM.

Im AFT-Programm sind Zuwendungen nur an Träger der freien Jugendhilfe möglich gewesen. Für AFT 1 standen 3.200.000 DM zur Verfügung. Daran partizipierten Antragsteller, die sich aus Jugendverbänden, Jugendringen, Initiativen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und sonstigen Trägern der Jugendarbeit zusammensetzten.

Für das Sonderprogramm AFT 1.3 wurden Thüringen 400.000 DM zugewiesen. Es war eine Fördersumme von bis zu 5.000 DM pro Projekt möglich. Hauptantragsteller waren örtliche Jugendgruppen und Jugendinitiativen.

Die AFT-Kontaktstellen (AFT 2.1), für die insgesamt 1.785.000 DM zur Verfügung standen, wurden mit je 85. DM gefördert. Zu den Tutoren im AFT 2.2 ist keine Aussage möglich. Im Rahmen des AFT 3-Programms wurde eine Gesamtsumme von 915.500 DM an Träger aus Thüringen durch das AFT-Projektbüro Berlin bewilligt.

Eine Aufzählung der beteiligten Träger (vgl. Anzahl der Anträge in der Antwort zu Frage 2) ist im Rahmen einer Antwort auf eine Kleine Anfrage nicht möglich.

Zu 4.: Das AGAG-Programm wird im Jahr 1993 mit Bundesmitteln in der gleichen Höhe wie 1992 (2.760.000 DM) weitergeführt. Es wird bei den Projekten eine Zusammenlegung zweier Projekte eines Trägers geben, so dass nun insgesamt 22 Projekte in Thüringen bestehen.

Das AFT 1- und -1.3-Programm war einmalig für das Haushaltsjahr 1992 angelegt. Das AFT 2-Programm Kontaktstellen wird 1993 weitergeführt und mit einer Summe von 1.700.000 DM gefördert.

Der Programmteil AFT 3 Fort- und Weiterbildung wird ebenfalls weitergeführt. Die Förderung der Projekte erfolgt weiterhin durch das AFT-Projektbüro in Berlin. Es stehen 5.500.000 DM reine Projektmittel für alle neuen Bundesländer zur Verfügung. Ja, jedoch waren die Schwierigkeiten nach Kenntnis der Landesregierung nicht in erster Linie in Thüringen aufgetreten.

Verzögerungen beim AFT-Programm entstanden durch das komplizierte Bewilligungsverfahren zwischen Kommunal, Landes- und Bundesebene. Entstandene Unklarheiten wurden durch rasche Intervention von seiten des Ministeriums für Soziales und Gesundheit beim Bundesministerium für Frauen und Jugend, bei dessen Außenstelle Berlin und bei den betroffenen freien und öffentlichen Trägern geklärt.

In den AFT-Programmteilen, für die das Land zuständig war, ist 1992 ein Mittelabruf von 99,9 vom Hundert zu verzeichnen. Die Bundesmittel des AGAG-Programms wurden 1992 zu 100 vom Hundert abgerufen.