Ausbildung

Wärme aus dem Garten heraus bekommen kann. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum der Heizungsbauer sich nicht auf diesem Feld engagiert. Er kennt Öl und Gas; das ist relativ einfach. Bei der Wärmepumpe müssen die drei Komponenten - die Wärmeabgabe, die Wärmepumpe selber und der Entzug - schon sehr gut aufeinander abgestimmt sein. Ich kann nicht hingehen, wie man das ansonsten oft gemacht hat, und sagen: Das Haus hat 10 Heizleistungsbedarf oder Wärmebedarf für die Wärmepumpe; ich setze dort eine ein, weil sie gerade in meiner Baugröße passt. - Ich habe schon einen etwas höheren Planungsaufwand.

Unser Betrieb hat bisher überwiegend Direktverdampfungsanlagen installiert, weil diese Anlagen energetisch das sinnvollste Produkt sind. Dafür benötigt man allerdings Fläche.

Sollte die Entwicklung mit den Bohrunternehmen so weitergehen wie im Moment, dürfte die Luftwärmepumpe einen wesentlich größeren Anteil bekommen. Gegenwärtig herrscht bei den Bürgern gegenüber der Luftwärmepumpe noch das Vorurteil, dass die Luftwärmepumpe ab einem bestimmten Temperaturpunkt die für das Gebäude notwendige Heizleistung nicht mehr schafft. Das heißt, dass man eine zweite Heizquelle einsetzen muss, nämlich einen Heizstab. Der Heizstab ist ein elektrisch betriebenes Bauteil. Dann heißt es direkt wieder: Oh, ich muss ja Strom für die Wärmepumpe aufwenden. - Allerdings liegen die Stromkosten für den Heizstab in unserer Region beim durchschnittlichen Haus von 160 m² bei den momentanen Energiekosten auf das Jahr gerechnet in der Größenordnung um 50. Sie sind also 5 bis 10 % höher. Auf der anderen Seite ist die Investition für die Luftwärmepumpe gegenüber einer Soleanlage je nach System zwischen 15 und 20 % günstiger.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Schönen Dank, Herr Hausmann. - Es liegen noch zwei zusätzliche Antworten vor, und zwar von Herrn Würtele und Herrn Weiß. Michael Würtele (Montanes Ich möchte noch einmal kurz auf die Wirtschaftlichkeit bei größeren Geothermieprojekten, die in die Tiefe gehen, Bezug nehmen. Wir sprachen vorhin von Arnsberg. Hier ist trotz einer Bohrung von 3.000 m möglich, ein wirtschaftliches System aufzuziehen. Allerdings ist hierzu vorauszusetzen, dass man 13 bis 14 Jahre Amortisationszeit als akzeptabel empfindet. Ich sage das deswegen, weil immer nach der Wirtschaftlichkeit gefragt wird. Wirtschaftlichkeit ist ein relativer Begriff.

Verschiedene Kunden haben auch verschiedene Ansichten, was nun wirtschaftlich ist.

Bei manchen kam schon die Antwort: Wenn sich das nach zwei Jahren nicht amortisiert hat, ist es nichts für mich. - Daran sehen Sie, wie relativ das ist. Wenn wir es aber schaffen, à la longue in dem Bereich von knapp unter zehn Jahren zu bleiben, haben wir doch sehr gute Aussichten.

Ernst-Günter Weiß (Bezirksregierung Arnsberg): Herr Priggen hat gefragt, was das Land und die Politik tun können. Wie wir gerade schon gehört haben, gibt es die unterschiedlichsten Maßnahmen, die für Oberflächengeothermie und für Tiefengeothermie getroffen werden müssen. Hier möchte ich aus meiner Wahrnehmung darauf hinweisen, dass in Nordrhein-Westfalen auch schon eine ganze Menge getan wird, und zwar mit der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW - für sie muss ich einmal eine Lanze brechen -, die auf vielfältige Weise versucht, Dinge in Bewegung zu setzen. Wir sprachen von der Ausbildung und der Fortbildung. Diesbezüglich ist der Wärmepumpen-Marktplatz NRW jetzt mit vielen Aktionen aktiv geworden. Auch in der Arbeitsgruppe Geothermie beschäftigen wir uns auf verschiedene Arten mit wissenschaftlichem Vorsprung auf diesen Gebieten. Dort gibt es die Arbeitsgruppe Wärmepumpe, die die oberflächennahe Geothermie sehr dicht begleitet.

Auf diesem Gebiet passiert also eine ganze Menge. Ich wollte das einfach einmal betonen, weil diese Landesinitiative eine gute Bündelungsfunktion hat. Sie ist ein gutes Forum, um die verschiedenen Maßnahmen, von denen man hier spricht, voranzutreiben.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Herr Weiß, Sie sagten gerade, dass eine ganze Menge passiert. Passiert genug?

Ernst-Günter Weiß (Bezirksregierung Arnsberg): In der Tiefengeothermie haben wir auf beiden Gebieten - sowohl bei den geschlossenen Systemen als auch bei den offenen Systemen - in Nordrhein-Westfalen Ansätze, um dort voranzukommen. Und was die Oberflächengeothermie anbelangt: Wenn ich die Absatzzahlen sehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass der hier auch anwesende Herr Schröder vom NRW sehr traurig darüber ist. Ich denke also, dass die Dinge auch dort vorankommen.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Schön. - Die nächste Wortmeldung: Herr Leuchtenberg.

Uwe Leuchtenberg (SPD): Ich komme noch einmal auf die Thematik zu sprechen, was man an dieser Stelle eigentlich tun kann. Vor zehn oder zwölf Jahren habe in der Kommune ein anderes Projekt durchgeführt. Dabei ging es um Nahwärme. Seinerzeit wurde das Planungsrecht in der Kommune so verbogen, dass trotz einiger Widersprüche der Häuslebauer in dem entsprechenden Planungsbereich nur Nahwärme zugelassen wurde und alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen wurden.

Herr Stratmann und Herr Max, würden Sie empfehlen, auf Kommunen deutlich mehr dahin gehend einzuwirken, in Neubaugebieten ein solches Planungsrecht zu schaffen, dass man sich von vornherein auf Regelungen zur Beheizung von Objekten festlegt? Es mag dann auch die Problematik geben, dass es bei einer solchen Festschreibung natürlich gar nicht infrage kommt, dass Gasleitungen gelegt werden. Schließlich taucht bei einem Niedrigenergiehaus ohnehin schon die Problematik auf, ob es sich überhaupt rechnet, eine Gasversorgung aufzubauen. Wenn wir das Ganze dann noch begrenzen, wird es an dieser Stelle wahrscheinlich überhaupt keine Gasversorgung mehr geben.

Daher lautet meine Frage: Sollte man das nach Ihrer Ansicht in den Kommunen reglementieren? Oder sollte man es einfach dem Markt überlassen?

Dieter Stratmann (Planungsbüro Stratmann): Wie ich schon ausgeführt habe, beinhaltet der von uns aufgelegte Bebauungsplan ganz klar, dass die Geothermie in dem entsprechenden Gebiet ein Muss ist. Wir halten es für richtig, so etwas auch für so große Projekte mit zu verankern; denn auf diese Weise bekommt die Geothermie auch gewisse Leuchtturmprojekte. Schließlich müssen wir einen Bekanntheitsgrad bekommen. Wir sind vorhin bei einer kurzen internen Besprechung noch einmal zu dem Schluss gekommen, dass es darum geht, dass die Geothermie mehr in den Köpfen der Menschen ankommt.

Hier ist oft die Frage gestellt worden, was denn im Moment fehlt. Uns scheint es notwendig zu sein, dass das Thema Geothermie beim Endverbraucher und auch bei Architekten und Planungsbüros mehr verankert wird. Es wird natürlich dadurch verankert, dass man landesweit verschiedene Projekte entwickelt, in denen Geothermie ein Muss ist, und diese Projekte dann auch PR-mäßig entsprechend vermarktet. In dem Moment, in dem wir am Energiemarkt konkurrenzfähig sind, kann man an solchen Projekten auch zeigen, dass sie nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich richtig sind. Ich erinnere daran, dass es einmal die Initiative 50 Solarsiedlungen in NRW gab. Warum sollte man so etwas nicht im Bereich der Geothermie nach dem Motto 50 Geothermieprojekte in NRW wiederholen?

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Schönen Dank, Herr Stratmann. - Herr Max, Sie wurden angesprochen. Die Energieagentur macht auf diesem Gebiet ja sehr viel.

Kommt man damit rüber?

Gerd Max (Energieagentur NRW): Damit kommt man rüber. Die Energieagentur macht das, wie auch angesprochen worden ist, gemeinsam mit dem

Ich möchte aber noch einen Satz zu den Kommunen sagen. Unsere Erfahrung ist, dass die Verantwortlichen, die solche Baugebiete in den Kommunen festlegen, sehr unsicher sind, ob das Baurecht dies wirklich hergibt. Ehe sie möglicherweise einen Fehler machen oder am Ende irgendwelche Klagen auf sich ziehen und damit das ganze Baugebiet gefährden, lassen sie so etwas lieber bleiben. Damit werden natürlich die Chancen, die Herr Stratmann gerade beschrieben hat, vertan. Das ist leider die Praxis, die wir in Nordrhein-Westfalen im Moment erkennen.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Schönen Dank. - Herr Lienenkämper.

Lutz Lienenkämper (CDU): Erstens. Herr Stratmann, habe ich es richtig verstanden, dass bei Ihrem Bebauungsplan Geothermie zwingend ist, also keine andere Nutzung möglich ist? Und wenn ich das richtig verstanden habe: Ist das alles auf der Basis des geltenden Baurechtes gemacht worden? Und wenn ja: Auf welcher Basis geht das?

Denn es ist im Grunde ja so etwas Ähnliches wie ein Anschluss- und Benutzungszwang.

Zweitens. Wir haben eben über die hohen Investitionskosten beim Bohren für die Tiefengeothermie gesprochen. Meine in die Zukunft gerichtete Frage lautet: Halten Sie es überhaupt für denkbar, dass die Tiefengeothermie für normale Bauprojekte wie beispielsweise Einfamilienhäuser irgendwann einmal wirtschaftlich sein wird?