Vorsitzender FranzJosef Knieps. In Schulen und Kindergärten gibt es so etwas

Aber gibt es solche Kommunen, Herr Weiß? Ernst-Günter Weiß (Bezirksregierung Arnsberg): Ich sprach ja gerade von dem Projekt in Aachen. Dort ist der Kreis selber aktiv. Beim ebenfalls erwähnten Projekt Nass sind es die Stadtwerke Arnsberg. Das Land selbst ist beim HDR-Projekt über die Universität Bochum beteiligt. Aufgrund der Projekte, die mir geläufig sind, kann ich also sagen, dass auf diesem Gebiet schon etwas passiert.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: In Schulen und Kindergärten gibt es so etwas noch nicht?

Ernst-Günter Weiß (Bezirksregierung Arnsberg): Dort geht es ja mehr um die Oberflächengeothermie. Das ist nicht der eigentliche Beritt der Bergbehörde. Ich weiß aber, dass sich auch in diesem Bereich etwas tut. Wir hatten einmal ein entsprechendes Projekt, das sich dann aus anderen Gründen leider nicht gerechnet hat. Dabei ging es um Explorationsbohrungen. In diesem Zusammenhang hat man überlegt, ein Schulzentrum über eine Erdwärmesonde zu beheizen, die man in einer Explorationsbohrung der Deutschen Steinkohle AG niederbringen wollte. Das hat aus anderen Gründen nicht funktioniert. - Ich kann aber sagen, dass sich allein in dem mir bekannten Spektrum dort durchaus etwas tut.

Prof. Dr. Rolf Bracke (Geothermie-Zentrum Bochum): Erstens: Versorgung öffentlicher Gebäude mittels oberflächennaher Geothermie. Bei uns in Bochum gibt es eine Reihe solcher Gebäude. Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke steht auf Bohrpfählen, die man aus grundbautechnischer Sicht abteufen musste. Diese Bohrpfähle hat man dann mit Wärmetauschern ausgestattet. Diese Möglichkeit sollte sicherlich bei jedem Bauvorhaben, bei dem entsprechende Gründungen vorzusehen sind, berücksichtigt werden.

Zweitens: Altbausanierung. Wir bearbeiten im Rahmen unseres Programms eine Fläche in Hattingen, auf der wir für die Hattinger Wohnungsbaugesellschaft ein Standortrecycling begleiten. Dort will man 1.200 Wohneinheiten aus dem Bestand der 50er-Jahre umbauen und geothermisch versorgen. Dazu führen wir im Augenblick die Überprüfung und die Wirtschaftlichkeitsberechnung durch. Das funktioniert an dieser Stelle nur, wenn der gesamte Bestand auch bauphysikalisch von Grund auf erneuert wird. Ein Gebäude, das aus dem frühen 20. oder sogar noch aus dem 19. Jahrhundert stammt, können Sie nämlich nicht einfach mit oberflächennaher Geothermie versorgen. Das funktioniert nur dann, wenn Sie tatsächlich tiefer heruntergehen, um auf ein höheres Temperaturniveau zu kommen.

Dieter Stratmann (Planungsbüro Stratmann): Das Thema Contracting haben wir natürlich auch bearbeitet und bearbeiten es immer noch. Es hat entsprechende Gespräche gegeben. Wie ich gesagt habe, erfolgt das Ganze auf rein privatwirtschaftlicher Basis zusammen mit Bauunternehmen, mit den großen Wärmepumpenherstellern in

Deutschland und mit den Energieversorgungsunternehmen. Im Moment versuchen wir, ein Contracting für die Nahwärmenetze herzustellen. Momentan besteht noch das Problem, den Betreiber zu finden, der dann auch die Wärme anbietet und sie mit dem Einzelkunden abrechnet. Die letzte Entscheidung fehlt noch.

Ansonsten kann man feststellen, dass sich alle großen Energieunternehmen in Nordrhein-Westfalen, mit denen wir gesprochen haben, dieses Themas annehmen, aber Herr Prof. Bracke, Sie waren auch immer dabei - noch Probleme haben, sich dem Thema letztendlich zu nähern. Für ein Energieversorgungsunternehmen muss nun einmal die nachhaltige Wirtschaftlichkeit nachgewiesen sein. Das ist schwierig; denn wir reden über Amortisationszeiträume von mehr als zehn Jahren, weil das Ganze ohne Förderung auskommen muss. Wir sind dort aber auf einem sehr guten Weg und denken, dass wir in Kürze dieses Contracting in der gerade dargestellten Kombination der verschiedenen Unternehmenszweige hergestellt haben werden.

Prof. Dr. Rolf Bracke (Geothermie-Zentrum Bochum): Bei diesen Gesprächen mit den Energieversorgern hat man immer zwei Gruppen von Menschen gegenübergesessen. Die Mitglieder der einen Gruppe kamen aus dem klassischen Gasversorgungsbereich. Sie haben gesagt, dass sie dort gerne ein Gasnetz verlegen würden. Zum anderen haben wir erlebt, dass das Thema Geothermie für die jeweiligen Bearbeiter in dem als Contractor vorgesehenen Stadtwerk noch zu weit weg war. Sie waren einfach noch nicht so weit. Andere Stadtwerke, vor allem solche mit einem starken regionalen Bezug, tun dort schon relativ viel, tun sich naturgemäß dann aber mit der Wirtschaftlichkeit schwer.

Wie ich vorhin schon einmal gesagt habe, hängt die Wirtschaftlichkeit sehr stark vom Bohren ab. Bei den tiefen Anlagen, die notwendig sind, um ein Nahwärmenetz aufzubauen, können wir nicht über 50-m-Bohrungen reden. Dort müssen wir über 500 oder sogar 800 m tiefe Bohrungen sprechen; denn nur so bekommen wir auch entsprechende Volumenströme hin. Diese Anlagen können wir im Augenblick noch nicht wirtschaftlich erstellen. Daher muss in Bezug auf die Bohrverfahrenstechnik dringend etwas geschehen. Es muss schneller gebohrt werden können. Hier besteht in der Tat Handlungsbedarf.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Schönen Dank. - Als Letzter hat jetzt noch einmal Herr Hausmann das Wort.

Wolfgang Hausmann (Klima-Plan & Co. KG): Man sollte beim Contracting differenzieren. Zum einen gibt es den größeren Contracting-Bereich, bei dem es darum geht, eine ganze Siedlung zu versorgen. Wir als Klima-Plan betrachten hingegen in erster Linie das Contracting in Bezug auf einzelne Einfamilienhäuser.

Bei uns gab es vor zwei Jahren die Idee, die Wärmepumpe für das Einfamilienhaus als Contracting-Modell eines Energieversorgers laufen zu lassen. Damals haben wir mit zwei Energieversorgern, die im näheren Umkreis von Bergisch Gladbach ansässig sind, über ein solches Contracting gesprochen. Sie haben uns zugesagt, gemeinsam mit uns ein Pilotprojekt zu suchen. Wir reden an dieser Stelle übrigens über eine 32 von 34 summe für die Wärmepumpe selbst in der Größenordnung 7.000 bis 10.000. Dieser Idee war man sehr zugetan. Mittlerweile sind beide Unternehmen in irgendeiner Form fusioniert, übernommen oder teilübernommen worden.

Ich kann Herrn Prof. Bracke nur zustimmen: In dem Moment, in dem der Gaspartner dazukommt, ist immer die Frage, wer der Stärkere ist und wer das Sagen im Haus hat der Gasanteil oder der Stromanteil. Selbst ganz große Unternehmen im Ruhrgebiet halten sich sehr bedeckt, wenn es um das Contracting geht. Ich persönlich sehe daher keine Zukunft dafür.

Die Altbausanierung stellt für die Wärmepumpe in Zukunft mit Sicherheit einen wesentlich größeren Markt dar als die Neubauten. Schließlich steht der Austausch von Wärmepumpen im Volumen von rund 750 Millionen an. In diesem Zusammenhang ist nach der Technik gefragt worden. Für uns ist bei einer Vorlauftemperatur aus der Wärmepumpe von 50 °C Schluss. Alles darüber Hinausgehende ist unwirtschaftlich. Wir empfehlen es nicht, weil es auf die Lebensdauer der Wärmepumpe geht. Wenn andere das tun - okay.

Bei der Sanierung versuchen wir immer - meistens gelingt es uns auch -, einen Energieberater nach Dena oder Bafa mit ins Boot zu nehmen. Der Energieberater schaut sich zunächst die Hülle an und schlägt dem Kunden erst einmal vor, andere Fenster einzubauen, das Dach zu isolieren oder was auch immer zu tun. Dann sinkt der Bedarf vielleicht von 20 auf 10 oder 15 Wenn der Kunde diesen Schritt getan hat, können wir über die Wärmepumpe sprechen.

Wie wir jetzt bei zwei Projekten festgestellt haben, ist der Vorteil bei alten Häusern, dass die Radiatoren früher von den Heizungsbauern großzügig dimensioniert wurden.

Damals haben sie gesagt: Der Raum hat einen Bedarf von 1,5 Ich baue 3 ein; das kostet nicht mehr. Damit bin ich auf der sicheren Seite. Ich kann mit 50 oder mit 70 °C hineinfahren. Der Kunde regelt schon ab. Passt! - Das kommt uns heute bei der Wärmepumpe zugute; denn daher hat man große Radiatoren, bei denen eine niedrige Temperatur ausreicht. Das Ganze funktioniert wunderbar, wie wir bei zwei Musterprojekten in zwei Heizperioden festgestellt haben.

Aus unserer Sicht sollte man aber immer einen Energieberater hinzuziehen und auf jeden Fall auch an der Hülle arbeiten.

Vorsitzender Franz-Josef Knieps: Schönen Dank, Herr Hausmann. - Meine Damen und Herren, hat jemand noch eine ganz wichtige Frage, die bisher noch nicht gestellt worden ist? - Das ist nicht der Fall. Dann darf ich mich recht herzlich bedanken.

Wir haben heute einen Aspekt des unheimlich spannenden Themas Energie beleuchten können. Es sind interessante Aspekte der Geothermie von der Tiefenbohrung bis hin zur Preisgestaltung zur Sprache gekommen. Wir haben festgestellt, dass eine Zusammenarbeit mit guten Fachleuten sinnvoll ist. Außerdem haben wir feststellen können, dass es auch im kommunalen Bereich noch ein bisschen hapert. Herr Hausmann hat eine Vereinheitlichung der Genehmigungsverfahren angemahnt. Vielleicht könnte man ein wenig daran arbeiten.

Ich darf mich bei den sachverständigen Referenten bedanken, die uns sehr interessante Aspekte dieser Technik nahegebracht haben. Den Besuchern danke ich dafür, dass sie hier waren. Ich bedanke mich aber auch bei den Kollegen des Wirtschaftsausschusses für ihr Interesse. - Damit ist die Sitzung geschlossen.