Spitzensportlern berufliche Anschlussperspektiven sichern

Die bevorstehenden Olympischen Winterspiele und die Fußball Weltmeisterschaft geben Anlass, darüber nachzudenken, wie Rahmenbedingungen für Spitzensportler geschaffen werden können, die ihnen auch nach ihrer aktiven Sportlerkarriere berufliche Perspektiven bzw. den Wiedereinstieg in ihre vormalige berufliche Laufbahn erlauben. Die berufliche Absicherung und Perspektive von Hochleistungssportlern ist ein entscheidender Faktor beim Gelingen bzw. Nicht-Gelingen einer erfolgreichen Spitzensportlerkarriere. Diese "Drop-out"Problematik beinhaltet dabei im Wesentlichen zwei Aspekte:

1. Spitzensportlern wird oftmals keine adäquate berufliche Anschlussperspektive bzw. Rückkehroption eröffnet. Sie stehen nicht selten vor der misslichen Entscheidung, falls sie Spitzensport betreiben wollen, alles auf Eine Karte zu setzen und in der Hoffnung auf eine erfolgreiche Spitzensportlerkarriere alle Brücken ins vorherige Berufsleben abzubrechen. Dies kann bei vielen ehemaligen Spitzensportlern in Konsequenz zu einer die materielle Existenz gefährdenden Situation führen. Aber auch aktive Spitzensportler müssen sich fragen, wie sie ohne ausreichende Verankerung in einem alltäglichen Berufsleben ihre Existenz gewährleisten können.

2. Viele talentierte Jugendliche nehmen infolge der möglichen negativen beruflichen Auswirkungen eines Engagements im Spitzensport, Abstand davon, sich nach der Schule entsprechend um eine Spitzensportlerlaufbahn zu bemühen. Dies hat unmittelbar nachteilige Konsequenzen für die Rekrutierung von dringend notwendigem Spitzensportlernachwuchs.

Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat jüngst auf dem diesjährigen Neujahrsempfang des Nationalen Olympischen Komitees auf die Problematik der beruflichen Integration von ehemaligen Spitzensportlern hingewiesen und dazu aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die den Übergang von einer Spitzensportlerkarriere ins reguläre Berufsleben unterstützen bzw. erleichtern.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Hat sich das zuständige Referat 83 im Innenministerium weiterführend mit der DropOut-Problematik bei Spitzensportlern beschäftigt?

2. Falls Frage 1 positiv beschieden wird: Welche konzeptionellen Überlegungen sind bereits erarbeitet worden und welche konkreten Schritte gedenkt die Landesregierung auf dieser Grundlage zur Verbesserung der beruflichen Anschlussfähigkeit von Spitzensportlern zu ergreifen?

3. Inwieweit waren der Landessportbund und die Sporthochschule Köln, die in dieser Frage über einen reichhaltigen Fundus an Erfahrungen, Einschätzungen und Handlungsempfehlungen verfügen, in die Erarbeitung von Handlungskonzepten eingebunden?

4. Welchen über die bisher erarbeiteten Konzepte und ergriffenen Maßnahmen hinausgehenden Handlungsbedarf sieht die Landesregierung und welche Konsequenzen zieht sie daraus?

5. Wie schätzt die Landesregierung die Möglichkeit ein, dass analog zu den Sportkompanien der Bundeswehr, die nordrhein-westfälische Polizei ihre Anstrengungen im Bereich des Polizeisports dahin gehend verstärkt, dass Spitzensportlerkarrieren mit dem Polizeiberuf vereinbar werden?