Überprüfung des Schusswaffenbesitzes verstärken?

Zum Jahreswechsel wurden in Nordrhein-Westfalen mehrere Menschen durch Schüsse getötet oder schwer verletzt. In Iserlohn wurden eine 32-Jährige und ihr 23-jähriger Freund auf offener Straße erschossen. In Gelsenkirchen wurde eine Siebenjährige durch Schüsse schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hat der Tatverdächtige gesagt, er habe "zur Freude" in die Luft mit seinem Revolver geschossen. Einen Waffenschein besitzt er nicht.

Auch in Gelsenkirchen schoss ein 17-Jähriger auf seinen 28-jährigen Bekannten, der einen Bauchdurchschuss erlitt.

Daraufhin sprachen sich in einer Meldung des ddp-nrw vom 3. Januar 2006 der Bundesverband Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für eine Änderung des Waffenrechts, mehr Kompetenzen für die Polizei und eine verstärkte Überprüfung des Schusswaffenbesitzes in Deutschland aus. Nach Polizeiangaben sind in Deutschland schätzungsweise etwa zehn bis zwölf Millionen Schusswaffen zugelassen. Der Waffenexperte der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Wolfgang Dicke beklagte, dass es keine offizielle Statistik gebe.

Seitens der polizeilichen Gewerkschaften wird u. a. an eine Intensivierung der Kontrollen von Schusswaffen und an ein Verbot des Freiverkaufs von so genannten Leichtwaffen gedacht.

Deshalb frage ich die Landesregierung?

1. Gibt es einen Überblick über die Anzahl zugelassener Waffen in NRW?

2. Teilt die Landesregierung die Einschätzung der Gewerkschaften, das geltende Recht sei nicht ausreichend?

3. Wenn ja, beabsichtigt sie, sich für eine Verschärfung des Waffenrechts einzusetzen?

4. Was hält die Landesregierung von den o. g. Vorschlägen der Polizeiexperten?

5. Ist die Landesregierung mit dem BDK-Sprecher Bernd Carstensen einer Meinung, der fordert, dass die Polizei generell das Überprüfungsrecht erhalten sollte?