Gleichstellung

Dennoch hat eine rechtlich größere Gleichstellung nichts an immer noch bestehender Diskriminierung geändert. Lesben und Schwule haben immer noch Schwierigkeiten, ihre Identität offen zu leben. Die Ängste vor möglichen Konsequenzen im Alltag ­ Diskriminierung in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz, Verluste der Arbeitsstelle oder Wohnung, Verluste von Freundschaften, Angst vor gewalttätigen Übergriffen ­ sind nach wie vor groß. Gerade bei Jugendlichen hat die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben in den vergangenen Jahren sogar empirisch nachweisbar abgenommen.

Vor diesem Hintergrund besteht unverändert hoher Handlungsbedarf. Darüber hinaus konnte über die bisherige Förderung der Schwulen- und Lesbenarbeit sowie die Förderung der Projekte gegen Gewalt an Lesben und Schwulen eine hohe Zahl ehrenamtlich aktiver Menschen erreicht werden, die als Multiplikatoren wirken. Schließlich ist die Antidiskriminierungsarbeit und Akzeptanzförderung, wie sie in Nordrhein-Westfalen seit langem vorbildlich geleistet wird, ein unersetzlicher Baustein einer effektiven HIV-Prävention. Die Aidsberatungsstellen vor Ort können insbesondere die zielgruppenspezifische Arbeit nicht alleine leisten.

Eine Kürzung unter die zuletzt bereit gestellten 699.000 Euro lässt sich nicht kompensieren und gefährdet damit die oben genannten Ziele.