Wie lange dauert es in Nordrhein-Westfalen bis Ermittlungsverfahren in Sachen Kinderpornografie abgeschlossen sind?

Laut polizeilicher Kriminalstatistik NRW hat es im Jahr 2006 575 Fälle der Verbreitung sowie 1.775 Fälle von Besitz oder Verschaffung von Kinderpornografie gegeben. Darüber hinaus wird die polizeiliche Kriminalitätsstatistik für diesen Zeitraum 251 Fälle von gewerbe- bzw. bandenmäßiger Verbreitung von Kinderpornografie aus.

Der Computer bzw. das Internet und Datenträger allgemein, Handy et. stehen als Tatmittel bei den genannten Straftaten laut polizeilicher Kriminalstatistik absolut im Vordergrund.

81,9 % der Fälle von Verbreitung von Kinderpornografie, und sogar 86,6 % der Fälle des Besitzes/Beschaffung von Kinderpornografie wurden mit dem Tatmittel Internet begangen.

Daneben gibt es strafbare Fälle sonstiger Pornografie, insbesondere auch Tierpornographie, die ebenfalls verfolgt werden müssen.

Der Schwerpunkt der Auswertung liegt damit für den Bereich der Strafverfolgung bei der Sichtung von Datenträgern aller Art.

Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Nach einem Bericht von "Spiegel-Online" vom 24. Dezember 2007 sind allein in dem Ermittlungskomplex "Himmel" Daten von bundesweit 12.000 Verdächtigen aufzuarbeiten, darunter auch in erheblichem Maße von Beschuldigten aus NRW. Die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich führt immer wieder zu Großverfahren, von denen Teilkomplexe an die Staatsanwaltschaften der Wohnsitze der Beschuldigten abgegeben werden. Die OP „Himmel" stellt daher keinen Einzelfall dar.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Mit welchen Mitteln (sächlich und personell) werden Datenbestände gesichert und ausgewertet, die in Verfahren zur Verfolgung von (Kinder)pornografie als Beweismittel beschlagnahmt werden?

2. Wie viele Beamte (bitte aufgliedern nach Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden) sind mit der Sicherung und Auswertung von Daten befasst, die in Ermittlungsverfahren zur (Kinder)pornografie anfallen?

3. Wie stellt sich seit 2005 die durchschnittliche Dauer von Ermittlungsverfahren in diesem Bereich der Kriminalität dar?

4. Welchen zeitlichen Anteil hat die Sicherung und Auswertung von Computer-Daten an der Dauer dieser Ermittlungsverfahren?

5. Wie zeitaufwändig ist für die Ermittlungsbehörden durchschnittlich die Sicherung der Datenbestände im Rahmen von Durchsuchungen bei Beschuldigten?