Mit einer attraktiven und leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur fit in die WM 2006

I. Der Landtag fordert die Landesregierung auf,

· in einem Bericht über den Stand des Ausbaus und der Verbesserung der Infrastruktur, des Nahverkehrsservices sowie der Verkehrsorganisation zu informieren,

· in dem Bericht aufzuzeigen, welche Defizite und Mängel bei der Qualität und Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr und im Öffentlichen Nahverkehr während des Weltjugendtags und des Confederations Cup sowie weiteren aktuellen Sport-Großveranstaltungen aufgetreten sind und wie diese bis zur Fußballweltmeisterschaft behoben werden können.

· die intensiven Bemühungen fortzusetzen, damit Verkehrsinfrastruktur sowie Service- und Leistungsangebote des Öffentlichen Personenverkehrs bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 im Sinne einer attraktiven und hoch-leistungsfähigen Infrastruktur mit internationalem Standard optimal aufgestellt sind.

II. Der Landtag stellt fest:

Nach dem Weltjugendtag 2005 in Köln wird mit der Fußballweltmeisterschaft 2006 in unmittelbarer Abfolge ein weiteres internationales Ereignis in Deutschland ausgerichtet, das für vier Wochen weltweit das Interesse von Milliarden Menschen auch auf Nordrhein-Westfalen lenken wird. Mit 16 Begegnungen an drei Austragungsorten findet ein Viertel der Spiele in Nordrhein-Westfalen statt. Die zentrale Lage und die vielfältigen Kultur- und Unterhaltungsangebote an Rhein und Ruhr locken die Besucherinnen und Besucher nicht allein in die WMZentren. Das deutsche Organisationskomitee der Fußballweltmeisterschaft rechnet insgesamt mit circa 3,2 Millionen Fußballfans, davon etwa eine Million aus dem Ausland; sie wollen die Weltmeisterschaft erleben, aber auch das Land und die Menschen außerhalb der WM-Stadien kennen lernen. FIFA Präsident Joseph S. Blatter präsentiert die WM mit "Die Welt zu Gast bei Freunden" - Nordrhein-Westfalen sollte sich dieses Motto im besonderen Maße zu Eigen machen

Die baulichen Vorbereitungen für die WM 2006 sollen bald abgeschlossen sein. Mit den Aus- und Neubauten der Stadien in Dortmund, Gelsenkirchen und Köln sind die Spielstätten für den großen Ansturm gewappnet. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur läuft auf Hochtouren.

Ebenso wie andere Städte im Land, in denen die Fußballspiele auf Großleinwänden öffentlich übertragen werden, bereiten sich insbesondere die Austragungsstädte mit einer Vielzahl von kulturellen und sportlichen Rahmenprogrammen, dem Ausputzen ihrer Innenstädte und zusätzlichen Übernachtungsangeboten darauf vor, den Besucherinnen und Besuchern ein spannendes und ein in Erinnerung bleibendes Erlebnis zu ermöglichen.

Für das Land wird es darauf ankommen, Nordrhein-Westfalen insgesamt sowohl als Sportland als auch als Wirtschafts- und Tourismusstandort weltweit im besten Licht zu präsentieren. Die WM-Stadien und die Stadtzentren stellen dabei gewissermaßen die Visitenkarte der Region dar; Straßennetz und Öffentlicher Verkehr müssen über vier Wochen lang das stabile Rückgrat der Großveranstaltung bilden. Insbesondere dem Öffentlichen Verkehr wird vorrangig die Aufgabe zukommen, die Mobilität der Besucherinnen und Besucher aus dem Inund Ausland zu sichern. Von den Besucherinnen und Besuchern wird ein erstklassiger und reibungsloser Transport erwartet. Lange Wartezeiten, Verspätungen oder heillos überfüllte Züge und Busse wie auch verwahrloste Fahrzeuge, Haltestellen und Bahnhöfe würden das positive Bild, das die Gäste von den Menschen und den Städten im Land gewinnen sollen, erheblich beeinträchtigen und ein unerfreuliches Bild in die internationalen Medien tragen.

Daher muss der Öffentliche Verkehr nicht nur in der Leistungsfähigkeit sondern auch beim Qualitätsstandard optimal auf die Herausforderungen vorbereitet sein.

Die Verkehrsverbünde, die Deutsche Bahn bzw. DB-Regio sowie die örtlichen Verkehrsunternehmen haben zusammen mit der Polizei und den Straßenverkehrsbehörden in diesem Jahr umfassende Testläufe durchgeführt: Beim Weltjugendtag und dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im Rheinland wurden über eine Million Gäste aus dem In- und Ausland befördert. Darüber hinaus bestehen unzählige Erfahrungen durch die Organisation von SportGroßveranstaltungen in allen Städten des Landes. Soweit beim Weltjugendtag und dem Probelauf des diesjährigen Confederations Cup Schwachstellen und Unzulänglichkeiten aufgedeckt wurden, sind diese bis zur WM zu beheben.

Diese Erfahrungen sind nicht nur mit Blick auf die internationale Aufmerksamkeit auf das Sportland Nordrhein-Westfalen zu nutzen. Ebenso bietet sich die Chance, den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen als moderne Region mit attraktiver und leistungsfähiger Infrastruktur zu stärken und weltweit zu präsentieren.