Einsatzmöglichkeiten von Diplom-Pädagogen beim Land NRW

Ich wurde mit der Aussage konfrontiert, dass es für qualifizierte Diplom-Pädagogen mit dem Schwerpunkt der Erwachsenenbildung und Psychologie, einem breiten Spektrum an therapeutischen Zusatzausbildungen sowie einschlägiger, langjähriger Berufserfahrung keine offenen Stellen, bzw. generell keine Einsatzmöglichkeiten im Bereich des Landes NRW gibt.

Dies soll auch dann gelten, wenn die entsprechenden Diplom-Pädagogen bereits seit langem - in anderer Funktion - beim Land NRW beschäftigt sind.

Ich frage daher die Landesregierung:

1. Stimmt diese Aussage so grundsätzlich?

2. Wenn nicht, welche Einsatzmöglichkeiten wären denkbar, innerhalb von Schulen?

3. Wenn generell keine Einsatzmöglichkeiten ausgeschlossen werden, welche sind dann außerhalb von Schulen denkbar?

4. Existieren Versetzungsmöglichkeiten für bereits langjährig beim Land NRW in anderer Funktion Beschäftigte mit dem zusätzlich erworbenen, oben beschriebenen Profil?

5. Welche Ansprechpartner welcher Abteilungen, bzw. Referate sind für die Klärung dieser Frage denkbar, wenn auch evtl. mögliche außerschulische Tätigkeitsfelder mit erfasst werden sollen?

Antwort des Ministers für Generationen, Familie, Frauen und Integration vom 16. Juni 2008 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Finanzminister, dem Innenminister und der Ministerin für Schule und Weiterbildung:

Zur Frage 1:

Das Land ist nicht Träger von Einrichtungen, in denen Diplom-Pädagogen mit ihren spezifischen Kompetenzen eingesetzt werden können. Soweit es sich um Einsatzmöglichkeiten in einzelnen Ressorts handelt, besteht die Möglichkeit einer Beschäftigung im Rahmen der üblichen Laufbahnvorschriften.

Zur Frage 2:

§ 58 SchulG lässt grundsätzlich die Beschäftigung von pädagogischen und sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Schulen zu. Nach den Erläuterungen zu den Personalausgaben bei Kapitel 05 300 Titel 422 01 wird grundsätzlich zugelassen, dass die in den Kapiteln 05 300 bis 05 410 veranschlagten Planstellen und Stellen auch zur Wahrnehmung von unterrichtlichen Tätigkeiten und Unterricht unterstützenden Tätigkeiten durch andere Personal als Lehrkräfte in Anspruch genommen werden können. Damit haben die Schulen im Rahmen der geltenden Verwaltungsvorschriften in Absprache mit der Schulaufsicht die erweiterte Kompetenz, auch andere Personen als Lehrkräfte, wie zum Beispiel sozialpädagogische Fachkräfte auszuwählen.

Anders als im Bereich der Schulsozialarbeit gibt es für Diplom-Pädagogen keine grundsätzlich ihrer Befähigung entsprechende Verwendungsmöglichkeit im Schuldienst. Es gibt daher keinen Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, der ihren Einsatz an Schulen regelt und ein spezielles Aufgabenprofil beschreibt.

Ein Einsatz von Diplom-Pädagogen im Rahmen der Schulsozialarbeit ist nicht vorgesehen.

Zur Frage 3:

In Einrichtungen, die sich mit pädagogischen Aufgaben z. B. in der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendliche befassen, so z. B. in der Kinder- und Jugendhilfe bei freien und öffentlichen Trägern.

Zu den Fragen 4 und 5:

Eine Versetzung für einzelne Diplom-Pädagogen auf Stellen, die dem genannten Professionsprofil entsprechen, ist nicht möglich, da das Land über entsprechende Stellen nicht verfügt.