Bald nur noch eingeschränkter Zugang zum Master?

In NRW kann nach derzeitiger gesetzlicher Lage ein Masterstudiengang aufgenommen werden, wenn man einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss nachweist, auf dem der Masterstudiengangaufbaut ­ in der Regel der entsprechende Bachelor. Dabei können die Hochschulen allerdings auch bestimmen, dass die Bewerberinnen und Bewerber vor der Einschreibung an einem Auswahlverfahren teilnehmen müssen.

Ich frage vor diesem Hintergrund die Landesregierung:

1. Hat nach Auffassung der Landesregierung jeder Studierender nach erfolgreichem Bachelorabschluss einen Anspruch auf einen Masterplatz?

2. Kann dieser Anspruch durch Auswahlverfahren dauerhaft eingeschränkt werden?

3. Gilt dieses auch, wenn die Bewerberin oder der Bewerber ihren Bachelor an der gleichen Hochschule erfolgreich abgeschlossen haben?

4. Können Bewerberinnen und Bewerber anderer Hochschulen, bei einer Universität beispielsweise Fachhochschulen, schlechter gestellt werden?

5. Geht die Landesregierung davon aus, dass jede Bachelorstudentin und jeder Bachelorstudent aus NRW, die im nächsten Jahr in NRW einen Masterstudienplatz anstreben, diesen auch erhalten?

Antwort des Ministers für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie vom 24. Juli 2008 namens der Landesregierung:

Zur Frage 1:

Einen Anspruch auf einen Studienplatz in einem Masterstudiengang besitzen diejenigen Studierenden, die die hochschulzugangsrechtlichen und die hochschulzulassungsrechtlichen Voraussetzungen hierzu erfüllen.

Zur Frage 2:

Die hochschulzugangsrechtlichen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Studium aufgenommen werden kann, sind solche Voraussetzungen, die die Studienaufnahme an das Vorliegen persönlicher Eigenschaften, Fähigkeiten oder Leistungsnachweise knüpfen.

Daher kann der Anspruch auf einen Masterstudienplatz schon deswegen nicht dauerhaft eingeschränkt sein, weil es jedem Geeigneten freisteht, das Auswahlverfahren zu bestehen.

So kann der Zugang zu einem Masterstudium beispielsweise von einer bestimmten Fächerkombination im Bachelorstudium abhängig sein.

Zur Frage 3: siehe Antwort zu Frage 2.

Zur Frage 4:

Die KMK-Strukturvorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge vom 10.10.2003 heben den Master als weiteren berufsqualifizierenden Abschluss hervor und verlangen, dass das Studium im Masterstudiengang von weiteren besonderen Zugangsvoraussetzungen abhängig gemacht werden soll. Welche weiteren besonderen Zugangsvoraussetzungen verfassungsrechtlich im Einzelnen konkret zulässig sind, kann nur im Einzelfall beurteilt werden.

Sie müssen im Einzelfall objektiv geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sein, um mit ihnen eine sachgerechte Auswahlentscheidung zu treffen.

Zur Frage 5:

Die Frage kann nicht beantwortet werden, weil der Landesregierung nicht bekannt ist, ob jede Bewerberin und jeder Bewerber die jeweils einschlägigen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt (siehe Fragen 1 bis 4). Ferner ist ihr im Vorhinein nicht bekannt, wieviele Studienanfänger die Hochschulen in den einzelnen Masterstudiengängen aufzunehmen planen und wieviele Studierende ein Masterstudium anstreben.