Warum fehlt das Fach Hauswirtschaft in den ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen der KMK im Rahmen der Lehrerausbildung?

Die Kultusministerkonferenz hat im Juni 2005 "Eckpunkte für die gegenseitige Anerkennung von Bachelor- und Masterabschlüssen in Studiengängen, mit denen die Bildungsvoraussetzungen für ein Lehramt vermittelt werden" beschlossen. Der Beschluss umfasste den Auftrag, ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen an das Studium zu erarbeiten, die für die lehramtsbezogenen Studiengänge verbindlich sein sollen. Damit soll die Vergleichbarkeit der Ziele und Anforderungen in den Lehramtsstudiengängen zwischen den Bundesländern sichergestellt und die gegenseitige Anerkennungsfähigkeit gewährleistet werden. Ein Entwurf für diese ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen liegt nun vor; er wurde seitens der Kultusministerkonferenz den Fachverbänden zur Stellungnahme zugeleitet. Der Entwurf macht Vorschläge zu 19 einzelne Fachprofilen. Nicht behandelt wird der Bereich der Hauswirtschaft/Haushaltswissenschaft bzw. der Ernährungs- und Verbraucherbildung.

Angesichts der Bedeutung dieses Fachprofils im Rahmen der Lehrerausbildung ist es nicht nachvollziehbar, dass es für Hauswirtschaft/Haushaltswissenschaft keine gemeinsamen inhaltlichen Anforderungen der Bundesländer im Rahmen der Lehrerausbildung geben soll.

Erst im Mai hat der Landtag fraktionsübergreifend die Landesregierung aufgefordert, "die schulische Ernährungs- und Verbraucherbildung gemeinsam mit der universitären Lehrerausbildung weiterzuentwickeln" (Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Schule und Weiterbildung zum Antrag "Gesund essen, bewusst leben lernen - Unverzichtbare Kulturtechnik Ernährungs- und Verbraucherbildung / Drucksache 14/6884). Damit wurde die Bedeutsamkeit des Erwerbs von Lebensgestaltungskompetenzen durch Ernährungs-, Verbraucher- und damit verbundene Gesundheitsbildung in der Allgemeinbildung herausgearbeitet.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Aus welchem Grund fehlt das Fachprofil Hauswirtschaft/ Haushaltswissenschaft, zukünftig Ernährung und Verbraucherbildung, in den ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung?

2. Aus welchen Gründen hat die Landesregierung im Rahmen der Beratungen in der Kultusministerkonferenz nicht für die Aufnahme des Fachprofils in die ländergemeinsamen Anforderungen gesorgt?

3. Welche Initiativen wird die Landesregierung unternehmen, um die Aufnahme des Fachprofils in die ländergemeinsamen Anforderungen doch noch zu gewährleisten?

4. Welche Auswirkungen hätte die Nichtbehandlung des Fachprofils im Rahmen der ländergemeinsamen Anforderungen für die Lehrerausbildung im Fach Hauswirtschaft / Haushaltswissenschaft in Nordrhein-Westfalen?

5. Wie stärkt die Landesregierung aktuell die Fachentwicklung in NRW?