Wie lange müssen die Schulen in Delbrück noch auf die Sozialarbeiter warten?

Die Schulen in NRW dürfen künftig selbst Sozialarbeiter einstellen. Allerdings wird dies mit einem Verzicht auf einen Teil einer Lehrerstelle bezahlt. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die Städte nicht auf Kosten des Landes ihre Stellen für Sozialarbeit abbauen.

In Delbrück gibt es einen Beschluss des Schulausschusses, sich an der Besetzung von zwei Stellen für Sozialarbeit sowohl an der Hauptschule als auch an der Realschule zu beteiligen.

Die beiden Schulen haben ebenfalls einen Antrag gestellt, dafür jeweils auf eine halbe Lehrerstelle zu verzichten. Der Stadt Delbrück wurde nun mitgeteilt, dass es nicht möglich ist, dem Antrag für die Einrichtung von zwei Stellen für Sozialarbeiter zu entsprechen, weil es in Ostwestfalen-Lippe einen Stellenüberhang von Hauptschullehrern und Hauptschullehrerinnen gibt. Sozialarbeiter können erst dann eingestellt werden, wenn der Lehrerüberhang abgebaut worden ist.

Damit wird deutlich, dass die Umsetzung des Erlasses aus Düsseldorf in Ostwestfalen-Lippe nicht funktioniert.

Ich frage daher die Landesregierung:

1. Ist es richtig, dass aus den oben genannten Gründen in Delbrück keine zwei Stellen für Schulsozialarbeit eingerichtet werden können?

2. Gibt es in Ostwestfalen-Lippe weitere Schulen, an denen die Umsetzung dieses Erlasses aus den oben genannten Gründen nicht möglich ist? (bitte Schulform und Kommune nennen)

Antwort der Ministerin für Schule und Weiterbildung vom 28. Juli 2008 namens der Landesregierung:

Zur Frage 1:

Es wird nach Abstimmung der Bezirksregierung Detmold mit der Stadt Delbrück eine Stelle für Schulsozialarbeit gemeinsam für die Hauptschule und die Realschule eingerichtet. Verteilung der Stellenanteile: Hauptschule: 0,2; Realschule: 0,3; Stadt Delbrück: 0,5.

Zur Frage 2:

Die Einrichtung und Besetzung von Stellen für Schulsozialarbeit ist entsprechend dem Erlass in Ostwestfalen-Lippe möglich. Die Schulen werden durch die Bezirksregierung Detmold und die Schulämter beraten. Weitere Stellenbesetzungen mit Sozialarbeitern stehen konkret in Aussicht.