Unterirdische Versuchssprengungen im Kreis Siegen-Wittgenstein

In verschiedenen Ortsteilen im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es Beschwerden und Nachfragen bezüglich wahrgenommener Detonationen, Lärmbelästigungen, wahrgenommener Erschütterungen und Verhaltensänderungen bei Haus- und Nutztieren. Diese sind zurückzuführen auf unterirdische Versuchssprengungen im Kreis, deren Auswirkungen in weiten Teilen des Kreisgebietes spürbar sind.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Zu welchen Zeiten und wie oft erfolgen unterirdische Versuchssprengungen aktuell im Kreis Siegen-Wittgenstein?

2. Wo genau finden die Sprengungen statt?

3. In welcher Tiefe wird gesprengt?

4. Auf welcher gesetzlichen Grundlage erfolgen die Sprengungen?

5. Welche Beschränkungen gibt es im Hinblick auf die Sprengungen (Stärke der Detonation, Menge des Sprengstoffs, zeitliche/örtliche Gegebenheiten)?

Antwort des Ministers für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 31. Juli 2008 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit der Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie und dem Innenminister:

Vorbemerkung:

Die Firma DYNAenergetics GmbH & Co.KG betreibt im Rahmen einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz eine Anlage zum Sprengplattieren von Blechen im nordrhein-westfälischen Burbach-Würgendorf. Das Sprengplattieren findet auf diesem Standort oberirdisch statt.

Eine weitere Niederlassung der Firma befindet sich im hessischen Dillenburg. Hier wird das Sprengplattieren in einem unterirdischen Stollen durchgeführt.

In der Vergangenheit, jedoch nicht in den letzten Monaten, kam es im Zusammenhang mit den Sprengereignissen aus dem nordrhein-westfälischen Würgendorf zu Beschwerden auch aus dem benachbarten Hessen. Die Firma DYNAenergetics prüft deshalb seit langem eine Verlagerung großer Teile des Betriebs. Ebenfalls wird eine technische Lösung zur Reduzierung der Geräuschemissionen der Anlage untersucht.

Zu den Fragen 1 bis 5:

Unterirdische Versuchssprengungen auf dem Kreisgebiet sind weder vom Kreis SiegenWittgenstein noch von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt worden und sind auch nicht bekannt.