Aufkommende Probleme des neuen Lehrerausbildungsgesetzes

Die Landesregierung, die einen neuen Gesetzesentwurf zur Lehrerausbildung am 24. Juni 2008 vorstellte, will den eigenen Worten nach die Qualität der Lehrerausbildung verbessern.

Demnach soll die Ausbildung für sämtliche Lehrämter in NRW sich künftig in ein dreijähriges Bachelor-, ein zweijähriges Masterstudium sowie einen einjährigen Vorbereitungsdienst gliedern. Das soll das 1. Staatsexamen und das zweijährige Referendariat ablösen. Das neue Lehrerausbildungsgesetz schafft dabei fünf Studiengänge, angepasst auf die 5 Schulformen in NRW, die alle insgesamt sechs Jahre dauern.

Schon jetzt fallen kommende Probleme auf, wie z. B die fehlende Flexibilität im Lehramtsausbildungssystem aufgrund der schulformbezogenen Lehrerausbildung. Wechsel sind deswegen wohl eher schwer möglich. Zweitens muss eine Absicherung für Bachelorstudenten vorhanden sein, die ihnen einen Masterstudiengang garantiert. Dritter großer Schwachpunkt des neuen Gesetzes ist die Frage nach der Finanzierung der Zentren für Lehrerausbildung. Die Finanzierung der Lehrerbildungszentren ist mit 65 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2015 vorgesehen - also 13 Millionen Euro pro Jahr bzw. bei ca. 50.000 Studierenden pro Kopf 26 Euro. Das ist zu wenig.

Ich frage vor diesem Hintergrund die Landesregierung:

1. An welcher Hochschule wird derzeit welches Lehramt angeboten?

2. Welche Fächerkombinationen können hierbei jeweils studiert werden?

3. Wie sind die jeweiligen Kapazitäten ausgelastet?

4. Welche Zahl an Lehramtsstudierenden ist fächerbezogen aus Sicht der Landesregierung in den kommenden 10 Jahren ausreichend, um den jeweiligen jährlichen Lehrerbedarf in NRW zu decken?

5. Besteht genügend nachfragegerechte Ausbildungskapazität an den Hochschulen in NRW?