Führungspositionen auf Zeit - wie geht es in Nordrhein-Westfalen weiter?

Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung vom 19. Juni 2008 (2 BvL 11/07) die Vergabe von Führungsämtern auf Zeit im Beamtenverhältnis für verfassungswidrig erklärt.

Nach § 25b Landesbeamtengesetz Nordrhein-Westfalen (LBG NRW) werden bestimmte Führungsämter zunächst im Beamtenverhältnis auf Zeit vergeben. Dabei wird das fortbestehende, jedoch ruhende Beamtenverhältnis auf Lebenszeit durch das zusätzlich begründete Beamtenverhältnis auf Zeit überlagert. Eine Verleihung des Führungsamts auf Lebenszeit ist erst möglich, nachdem zwei Amtszeiten von insgesamt zehn Jahren im Beamtenverhältnis auf Zeit absolviert worden sind. Eine Verleihung auf Lebenszeit bereits nach der ersten Amtszeit ist ausgeschlossen. Nach der ersten Amtszeit "kann" das Amt für eine zweite Amtszeit verliehen werden. Nach Ablauf der zweiten Amtszeit "soll" das Amt auf Lebenszeit verliehen werden.

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts kam zu dem Ergebnis, dass die in § 25b LBG NRW geregelte Vergabe von Ämtern mit leitender Funktion im Beamtenverhältnis auf Zeit den Kernbereich des nach Art. 33 Abs. 5 GG zu beachtenden Lebenszeitprinzips verletzt und die Regelung nichtig ist.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Wie viele Stelleninhaber in der Landesverwaltung Nordrhein-Westfalen sind von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts betroffen (bitte nach den betroffenen Geschäftsbereichen aufgliedern)?

2. Wie viele Stelleninhaber in den Kommunalverwaltungen des Landes Nordrhein Westfalen sind von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts betroffen?

3. Wie beabsichtigt die Landesregierung, mit den Inhabern der betroffenen Stellen zu verfahren?

4. Wann ist mit einer neuen Regelung hinsichtlich der Vergabe von Führungsämtern zu rechnen?