„Lärmschutzproblem" an der A2 in Dortmund

Seit dem sechsspurigen Ausbau der A2 bei Dortmund klagen die Anwohner in den Dortmunder Stadtteilen Brechten und Holthausen über ein erhöhtes Lärmaufkommen.

In der Antwort auf die Kleine Anfrage 2519 (Drs. 14/7052) hält die Landesregierung Geschwindigkeitsbegrenzungen als straßenverkehrsrechtliche Maßnahme zur Lärmreduzierung im Abschnitt der A2 zwischen Dortmund-Nord-Ost und Brücke Dortmunder-Ems-Kanal für nicht begründet.

Bereits in einer Vorlage zur Sitzung des Ausschusses für Bauen und Verkehr vom 29. Mai 2008 (Drs. 14/1812) glaubt die Landesregierung, die wahrgenommene Lärmerhöhung der Anwohner sei „als subjektive Empfindung erklärbar."

Das Anliegen der Anwohner, überprüfende Lärmmessungen durchzuführen, lehnt die Landesregierung bislang ab. Dies tut sie mit dem Hinweis auf die Regelungen nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BlmSchV), denen zufolge die durchschnittliche Lärmbelastung eines Objektes zu berechnen ist. Das Rechenverfahren sei dabei so konzipiert, „dass in der Regel höhere Pegelwerte errechnet werden als bei Messungen festzustellen sind". Dies sei „eher als Vorteil für die Betroffenen zu werten."

Weiter führt die Landesregierung in der Vorlage aus, dass die zulässigen Grenzwerte der 16.

BlmSchV auf der Südseite der A2 eingehalten werden, auf der Nordseite die Überschreitungen durch passive Lärmschutzmaßnahmen (Einbau von Schallschutzfenstern etc.) kompensiert werden.

Neuerdings scheint Minister Wittke die Sachlage anders einzuschätzen. In den Ruhrnachrichten vom 14.07.2008 wird er mit folgenden Worten zitiert: „Wir haben an der A2 noch das eine oder andere Problem zu lösen, was den Lärmschutz angeht." Weiter wird berichtet, dass Minister Wittke davon ausgeht, dass sich der Lärm mittelfristig reduzieren könnte, da der neue Fahrbahnbelag noch eingefahren werden müsse. Schließlich kündigt er in den Ruhrnachrichten an: „Wenn es in einem halben Jahr noch Probleme vor Ort gibt, müssen wir mit dem Bund noch einmal reden."

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Wie hat sich die Lärmbelastung der Anwohner in Brechten und Holthausen nördlich und südlich der A2 durch den Ausbau konkret verändert (bitte die berechnete Lärmbelastung in Dezibel jeweils vor und nach dem Ausbau für beide Seiten der A2 angeben)?

2. Woher weiß die Landesregierung, wenn „in der Regel höhere Pegelwerte errechnet werden als bei Messungen festzustellen sind", ob diese Regel im Falle der A2 bei Dortmund zutreffend ist, solange die tatsächliche Lärmbelastung nicht durch Messungen empirisch ermittelt wird?

3. Was meint Minister Wittke, wenn er sagt: „Wir haben an der A2 noch das eine oder andere Problem zu lösen, was den Lärmschutz angeht."?

4. In welcher Größenordnung ist eine Lärmreduktion durch das Einfahren des Fahrbahnbelags zu erwarten?

5. Was meint Minister Wittke, wenn er sagt: „Wenn es in einem halben Jahr noch Probleme vor Ort gibt, müssen wir mit dem Bund noch einmal reden."