Promotionsordnung

Die Promotionsordnung kann die Verleihung des Doktorgrades ehrenhalber vorsehen.

c) Zu Beginn des Promotionsverfahrens schließt der Fachbereich mit der Doktorandin bzw. dem Doktoranden eine Vereinbarung ab, die von.der Doktorandin bzw. dem Doktoranden, der Betreuerin bzw. dem Betreuer sowie Dekanin bzw. dem Dekan unterzeichnet wird. Die Vereinbarung enthält insbesondere Regelungen über Rechte und Pflichten der Vertragsparteien einschließlich der Festlegung von Arbeitszielen der Promotionsphase und der Durchführung regelmäßiger Zwischenevaluationen zum Fortgang der Dissertation sowie über das Vorgehen in Konfliktfällen.

d) Abgeschlossene Dissertationen sollen veröffentlicht werden.

Die Promotionsordnungen sind dem zuständigen Ministerium anzuzeigen.

Das Ministerium veröffentlicht die Ordnungen an einer zentralen Stelle.Bachelor" verliehen wird, oder

b) einen Abschluss nach einem einschlägigen Hochschulstudium mit einer Regelstudienzeit von wenigstens sechs Semestern und daran anschließende angemessene, auf die Promotion vorbereitende Studien in den Promotionsfächern oder

c) einen Abschluss eines Masterstudiengangs im Sinne des § 61 Abs. 2 Satz 2 nachweist. Die Promotionsordnung soll den Zugang vom Nachweis eines qualifizierten Abschlusses abhängig machen und kann den Nachweis weiterer Studienleistungen sowie sonstiger Leistungen, die die Eignung für eine Promotion erkennen lassen, verlangen.

(5) Zugangsberechtigte nach Absatz 4 werden als Doktorandinnen oder Doktoranden an der Hochschule eingeschrieben, an der sie promovieren wollen. Die Einschreibungsordnung kann die Einschreibung unter Berücksichtigung der Regelstudienzeit in angemessenem Umfang befristen. Im Übrigen gelten §§ 48, 49 Abs. 12, 50 und 51 entsprechend.

(6) Die Universitäten entwickeln in Kooperation mit den Fachhochschulen Promotionsstudien im Sinne des Absatzes 4 Satz 1 Buchstabe b), bei denen die Erbringung der Promotionsleistungen gemeinsam betreut wird.

Begründung A Allgemeiner Teil Betrugsfälle und Intransparenzen bei Promotionsverfahren fügen dem Renommee unserer Universitäten schwere Schäden zu. Auf der einen Seite stehen dubiose Promotionsberaterinnen und -berater, welche eine Vermittlung auch von eigentlich ungeeigneten Promotionsinteressierten an Promotionsberechtigte vornehmen, die dafür nicht unerhebliche finanzielle Aufwendungen erhalten. Andererseits liegt eine Reihe von Betrugsfällen vor, welche vom schwerwiegenden Plagiat bis hin zum Ghostwriting und dem Kauf von Titeln im Ausland reicht.

Der vorliegende Gesetzentwurf leistet den notwendigen Beitrag, um Sicherheit für die Hochschulen und die Promotionsinteressierten sowie Transparenz bei Promotionsverfahren zu garantieren. Schriftlich fixierte Erklärungen und Vereinbarungen erhöhen die Transparenz von Promotionsverfahren und verschaffen den beteiligten Personen Sicherheit im Verfahren. Auf diesem Wege wird die Beteiligung von unredlichen Promotionsberaterinnen und -beratern verhindert. Die Veröffentlichungspflicht für Dissertationen sichert die Qualität dieser und vermindert die Annahme ungeeigneter Doktorandinnen und Doktoranden.

B Besonderer Teil

Zu § 3 - Aufgaben Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis werden gewahrt, um unredlichen Verhaltensweisen vorzubeugen. Insbesondere Plagiarismus und einem intransparenten Lehr- und Prüfungsbetrieb wird damit vorgebeugt.

Zu § 63 - Prüfungen

Die Verpflichtung zur Abnahme einer Eidesstattlichen Erklärung dient der Sicherheit der Betreuerinnen und Betreuer hinsichtlich der Möglichkeit zur sofortigen Handlungsoption nach Aufdeckung des Betrugsfalls. Die Studierenden zeigen mit dieser Erklärung, dass sie ihre akademische Leistung selbstständig und ohne unzulässige Hilfe Dritter erbracht haben und somit in der Lage sind, sich qualifiziert am Wissenschaftsbetrieb zu beteiligen. Die unzulässige Hilfe Dritter umfasst dabei auch die Vermittlung von Promotionsinteressierten an Promotionsberechtigte gegen materielle oder immaterielle Leistungen.

Zu § 67 - Promotion Zwischen Betreuerin und Betreuer, Fachbereich und Doktorandin und Doktorand wird eine gemeinsame Vereinbarung über das Vorgehen und die Ziele des Promotionsverfahrens sowie die Rechte und Pflichten aller Beteiligten abgeschlossen. Diese Vereinbarung dient der Sicherstellung eines transparenten Promotionsverfahrens und schützt gleichzeitig den Doktoranden oder die Doktorandin vor dem Missbrauch seiner oder ihrer Arbeitskraft durch den Betreuer oder die Betreuerin.

Dissertationen werden nach ihrer abschließenden Beurkundung veröffentlicht. Das Ausmaß der Veröffentlichung und den Zeitraum in dem dies geschehen muss, können die Hochschulen selbst bestimmen. Die Veröffentlichungspflicht dient der Sicherstellung, dass nur qualifizierte Ergebnisse produziert werden, da die Arbeiten jederzeit durch die Öffentlichkeit abrufbar sind. Von der Veröffentlichungspflicht sind Dissertationen ausgenommen, die mit einem Sperrvermerk versehen sind. Wird der Sperrvermerk aufgehoben oder endet der Sperrzeitraum eines befristeten Sperrvermerks so tritt die Veröffentlichungspflicht umgehend ein.

Die Anzeige von Promotionsordnungen beim zuständigen Ministerium ermöglicht einen länderweiten Vergleich und dient zur Ermittlung von Best-Practices. Die Veröffentlichung der Ordnungen durch das Ministerium erlaubt es der Öffentlichkeit und insbesondere Promotionsinteressierten, Vergleiche leichter durchführen zu können.