Handel mit Doktortiteln unterbinden - Für mehr Transparenz und Sicherheit bei Promotionsverfahren!

Um Betrugsfällen vorzubeugen, müssen Promotionsverfahren künftig transparenter und sicherer gestaltet werden. Die Hochschulen müssen endlich über eine verlässliche Handlungsbasis verfügen können. Deshalb begrüßt der Landtag den vorgelegten Gesetzentwurf. Der Landtag fordert darüber hinaus die Landesregierung auf, das strukturierte Promovieren stärker zu fördern, zusammen mit den Hochschulen einen Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten und anderen Betrugsfällen zu erstellen sowie mit ihnen weitergehende Maßnahmen für mehr Sicherheit und Transparenz bei Promotionsverfahren zu erarbeiten.

Der Skandal um den Handel mit Doktortiteln erschüttert derzeit die Hochschullandschaft in NRW. Eine lückenlose Aufklärung bei den staatsanwaltlichen Ermittlungen sowie ihre dienstund zivilrechtlichen Folgen sind selbstverständlich der erste Schritt zur Bewältigung der bekannten Problemfälle. Doch dürfen diese Schritte nicht die letzten bleiben. Selbstverständlich muss nun auch die Politik Konsequenzen ziehen. Hier hat die Landesregierung bisher versagt.

Minister Pinkwart ist jetzt in der Verantwortung zu handeln und muss für mehr Transparenz und Sicherheit bei den Promotionsverfahren sorgen. Auf die Selbstheilungskräfte des wissenschaftlichen Systems zu hoffen, reicht alleine nicht aus. Die Politik steht in der Verantwortung, den Hochschulen nicht nur gute Ratschläge zu erteilen, sondern sie auch aktiv bei der Bewältigung dieses Problems zu unterstützen.

NRW-weit müssen Promotionsverfahren transparenter gestaltet werden. Beide Seiten, sowohl die ProfessorInnen als auch die Promovierenden müssen sich Sicherheitsgarantien geben. Nur so können wir dauerhaft erfolgreiche akademische Abschlüsse für alle garantieren.

Darüber hinaus müssen konkrete Schritte mit den Hochschulen vereinbart werden, um Verstöße bei Promotionsverfahren zu verhindern. Dazu gehören klare, einheitliche und öffentlich nachvollziehbare Kriterien zur Zulassung und Durchführung von Promotionen. Dazu gehört eine kontinuierliche Betreuung durch die Doktorväter und -mütter sowie durch unabhängige Betreuungsteams. Dazu gehört auch, auszuschließen, dass sich Doktoranden der Hilfe eines Promotionsberaters/einer Promotionsberaterin bedienen, welcheR eine Vermittlung von Promotionsinteressierten an ProfessorInnen gegen finanzielle Leistungen zum Ziel hatte.

Deshalb begrüßt der Landtag den vorliegenden Gesetzentwurf und fordert die Landesregierung darüber hinaus auf:

1. An allen Fakultäten an Universitäten in NRW soll der Aufbau von Graduierten-Kollegs stärker gefördert werden. Nach Möglichkeit soll das strukturierte Promovieren mit Unterstützung durch BetreuerInnenteams zum Regelfall werden.

2. Den Hochschulen soll ein Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten und anderen Betrugsfällen an die Hand gegeben werden. Dieser soll das Vorgehen in Betrugsfällen, mögliche Konsequenzen und Parameter zur Bewertung von Grenzfällen beinhalten.

3. Es wird eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Hochschulen eingesetzt. Diese soll die Aufgabe haben, den Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten und anderen Betrugsfällen zu erstellen. Darüber hinaus soll die Arbeitsgruppe konkrete Vorschläge für weitergehende Maßnahmen hinsichtlich Transparenz und Sicherheit bei Promotionsverfahren erarbeiten.