Grundschule

Dies wirkt sich vor allem an kleineren Grundschulen mit einem ohnehin strukturell geringeren Bewerberpotenzial besonders nachteilig aus.

Der mit dem neuen Schulgesetz begonnene Weg der zunehmenden Eigenverantwortlichkeit von Schulen, der auch zu einer gesteigerten Attraktivität ihrer Schulleitungsstellen beiträgt, wird konsequent fortgeführt. Seit dem 1. August 2008 können Schulleiterinnen und Schulleiter weitere Aufgaben einer oder eines Dienstvorgesetzten erhalten. Dabei ist unbestritten, dass erweiterte Gestaltungsspielräume und Verantwortlichkeiten eine effektive Gestaltung und Verbesserung des Unterrichts und der schulischen Arbeit ermöglichen. Die Bezirksregierungen beraten und unterstützen die eigenverantwortlichen Schulen, so dass diese die neu gewonnenen Kompetenzen wirkungsvoll ausfüllen können.

Darüber hinaus ist als weiterer Anreiz für Bewerbungen um ein Schulleitungsamt das Verbot der Sprungbeförderung aufgehoben worden. Auch die Anforderungen, die nach der Laufbahnverordnung hinsichtlich der erbrachten Dienstzeiten vor Übernahme einer Schulleitung vorausgesetzt werden, wurden gelockert. Zudem hat die Landesregierung für jede Schule in Nordrhein-Westfalen zum 1. August 2006 eine zusätzliche Stunde Leitungszeit zur Verfügung gestellt.

Für Lehrerinnen und Lehrer, die sich um ein Amt als Schulleiterin oder Schulleiter bewerben möchten, hat die Landesregierung eine Qualifizierungsmaßnahme eingerichtet. Darin werden die zukünftigen Schulleiterinnen und Schulleiter im Vorfeld ihrer Bewerbung um eine Schulleiterstelle u. a. mit Methoden des Projektmanagements, der Kommunikation und der Qualitätssicherung vertraut gemacht. Diese Qualifizierungen werden seit dem 2. Schulhalbjahr 2008/2009 angeboten.

Die Landesregierung unternimmt erhebliche Anstrengungen, um den Aufwand an den Schulen für Bürokratie und Verwaltungsaufgaben zu reduzieren. So sind zum Beispiel die Vorgaben für die Schulprogrammarbeit verringert und die zentralen Lernstandserhebungen in den Klassen 9 bzw. 8 und 4 bzw. 3 vereinfacht worden. Um die Schulleitungen weiter von Statistiken oder von Dokumentationspflichten zu entlasten, wird die Erprobung von Schulverwaltungsassistentinnen und Schulverwaltungsassistenten ausgeweitet. Schulleiterinnen und Schulleiter sollen sich verstärkt ihrem eigentlichen „Kerngeschäft" widmen können.

Aktuell hat die Landesregierung die 18monatige Beförderungssperre für Schulleiterinnen und Schulleiter sowie deren Stellvertreterinnen und Stellvertreter aufgehoben, so dass sich die Beförderungen auch finanziell unmittelbar auswirken.

Schließlich wird sich die Neue Lehrerausbildung auch für die Grundschulen positiv auswirken. Die Ausbildungszeit beträgt einheitlich für alle Lehrämter (für das Gymnasium wie auch für die Grundschule) sechs Jahre. Diese Gleichwertigkeit aller Lehrämter und das neu eingeführte eigenständige Lehramt an Grundschulen wird zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer an diese Schulform bringen, so dass auch ein erhöhtes Bewerberpotential für Leitungsstellen vorhanden sein wird.

5. Wie bewertet die Landesregierung die Informationspolitik der Schulaufsicht gegenüber den Eltern und dem Kollegium?

Die in der Kleinen Anfrage formulierten Mutmaßungen, die zuständige Schulrätin habe Gespräche mit den Eltern abgelehnt und den Lehrkräften untersagt, die Erziehungsberechtigten über neuere Entwicklungen zu unterrichten, treffen nicht zu.

Soweit leistbar werden einzelne Maßnahmen gegenüber der Elternschaft transparent gemacht. Das Informationsbedürfnis der Eltern begegnet dabei gewissen Grenzen. Wegen der Belange des Datenschutzes ist es beispielsweise nicht möglich, zu geführten Personalgesprächen detaillierte Informationen weiter zu geben.