Verschuldung

46. Wie beurteilt die Landesregierung die Einführung von Studiengebühren angesichts

a. der Zugangschancen von sozial benachteiligten Jugendlichen zu tertiärer Bildung,

b. des Verfassungsauftrags zur Wahrung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im gesamten Bundesgebiet,

c. des Rechtes auf freie Studien- und Berufswahl,

d. der bundesweiten Mobilität der Studierenden.

e. Wie beurteilt die Landesregierung die hohen Verschuldungsrisiken von jungen Absolventinnen und Absolventen, die sich aus der Aufnahme eines Studienkredits oder eines Studienbeitragsdarlehens ergeben können?

47. Wie beurteilt die Landesregierung die dem wachsenden Bedarf nicht entsprechende Entwicklung von Studienplatzkapazitäten insbesondere angesichts des Rechtes auf freie Studien- und Berufswahl und der Zugangschancen zu tertiärer Bildung?

48. Welche Auswirkungen erwartet die Landesregierung für den Ausbildungsmarkt, wenn insbesondere im doppelten Abiturjahrgang 2013 eine größere Zahl von studieninteressierten SchulabgängerInnen nicht unmittelbar einen Studienplatz erhalten wird?

49. Welche Maßnahmen plant die Landesregierung, um Wirtschaft und Arbeitsmarkt bei der Bewältigung dieser zusätzlichen Herausforderung zu unterstützen?

Welche Maßnahmen hat sie bereits ergriffen?

50. Wie will die Landesregierung gewährleisten, dass die Hochschulen finanziell und organisatorisch in der Lage sind, fachlich angemessene, gerechte und transparente Auswahlverfahren für die Studienplätze durchzuführen, die früher von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) vergeben wurden und die die Hochschulen nun nach eigenen Kriterien vergeben können?

51. Bedingt durch die Verkürzung der Gymnasialzeit, aber auch die frühere Einschulung wird mit dem Abiturjahrgang 2013 erstmals eine größere Zahl von minderjährigen Studienanfängerinnen und Studienanfängern an die Hochschulen in NRW kommen.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus aus Sicht der Landesregierung?

a. aus hochschulrechtlicher Sicht (Studien- und Prüfungsordnungen usw.)?

b. für die Hochschulzulassungsverfahren?

c. bezüglich des Betreuungsbedarfes im Studium?

d. bezüglich des Betreuungsbedarfes außerhalb des Studiums (Versorgung mit Wohnraum usw.)?

Welche Maßnahmen hat die Landesregierung ergriffen, um sicherzustellen, dass die Hochschulen den veränderten Anforderungen gerecht werden?

53. Welche Maßnahmen plant die Landesregierung um der noch überwiegend geschlechterstereotypen Studiengangwahl entgegenzuwirken?

VI. Jugendliche als „Generation Praktikum"

Wie viele Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen (aufgeschlüsselt nach Geschlechtern) arbeiten vor der ersten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in gering oder unbezahlten Praktika und wie hat sich diese Zahl in den letzten zehn Jahren jeweils entwickelt?

55. Betrachtet die Landesregierung die Zahl der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen (aufgeschlüsselt nach Geschlechtern), die nach ihrem Studium lange und zum Teil unbezahlte Praktika ableisten, durch die ihr Berufseinstieg verzögert wird und sozialversicherungspflichtige Stellen verdrängt oder gar nicht erst geschaffen werden, als Problem?

56. Was sind nach Ansicht der Landesregierung die Ursachen für diese Entwicklung?

57. Welche konkreten Maßnahmen will die Landesregierung ergreifen, um auf diese Entwicklung zu reagieren und Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen im Anschluss an ihr Studium Perspektiven für eine ihrer Qualifikation angemessene, feste sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bieten?

58. Inwiefern könnte aus Sicht der Landesregierung die Einführung gesetzlicher Absicherungen und Mindeststandards wie die eines gestaffelten Mindestlohns für Praktikantinnen und Praktikanten mit Hochschulabschluss Baustein einer Lösungsstrategie in diesem Kontext sein?

59. Sieht die Landesregierung einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung zu immer unsicheren Berufsbiographien (Prekarisierung) und der sinkenden bzw. geringen Geburtenrate gerade auch bei jungen Akademikerinnen?

Falls nein, warum nicht?

VII. Partizipation von Jugendlichen

Wie steht die Landesregierung grundsätzlich zu der Forderung, dass Jugendliche bei allen Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in altersgemäßer Weise einbezogen werden sollen, wie es die UN Kinderrechtskonvention verlangt?

61. Wie beabsichtigt die Landesregierung, diese Stärkung von weiblicher und männlicher Jugendbeteiligung auf der Ebene des Landes und der Kommunen dauerhaft zu verankern? Welche dieser Maßnahmen für weibliche und männliche Jugendliche gehen über befristete Modellprojekte und Beispiele der guten Praxis hinaus?

62. Welche politischen Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendlichen existieren im Rahmen von Programmen und Projekten der Landesregierung?

63. Wie will die Landesregierung eine Beteiligungskultur in Bezug auf Beziehungsarbeit und Verhandlungskompetenz im pädagogischen Alltag von Schulen, Kindergärten und der Jugendhilfe verankern? Gibt es für diesen Bereich kontinuierliche Schulungen oder Weiterbildungsmaßnahmen für das pädagogische Personal oder sind sie geplant?

64. Wie steht die Landesregierung zu einer Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre für die Landtagswahlen 2010?

65. Welche Initiativen plant die Landesregierung zur Unterstützung der Kommunen, um mehr Partizipation von Jugendlichen in der Entwicklung neuer Angebote der Jugendhilfe umzusetzen, damit die Beteiligung, Selbstwirksamkeit und demokratische Teilhabe von Jugendlichen verbessert und zielgruppengerechtere Angebotsstrukturen angeboten werden können?

66. Welche Kenntnisse hat die Landesregierung bezüglich der Beteiligung von Jugendlichen an der Kommunalwahl bzw. wie bekannt ist die Kommunalwahl unter Jugendlichen?

67. Welche Kenntnisse hat die Landesregierung zu den ungleichen Teilhabechancen von Mädchen, jungen Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie sozial benachteiligten Jugendlichen?

Welche konkreten Maßnahmen plant die Landesregierung, um die realen Teilhabechancen und Beteiligungsmöglichkeiten von Mädchen, jungen Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie sozial benachteiligten Jugendlichen?

VIII: Politisches und zivilgesellschaftliches Engagement

Welche konkreten Maßnahmen plant oder unternimmt die Landesregierung, um der wachsenden Politik- und Demokratieskepsis vieler Jugendlicher entgegenzuwirken?

69. Welche inhaltlichen Schwerpunkte will die Landesregierung bei der politischen Bildung setzen?

70. Welche konkreten Maßnahmen plant die Landesregierung, um soziales, politisches, ökologisches und kulturelles Engagement junger Menschen zu fördern?

71. Welche konkreten Maßnahmen plant oder unternimmt die Landesregierung, um soziales, politisches, ökologisches und kulturelles Engagement insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen, Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligten Jugendlichen zu fördern?

72. Welche Bedeutung haben nach Ansicht der Landesregierung die Jugendverbände bei der Förderung politischen und zivilgesellschaftlichen Engagements und der politischen Bildung?

73. Wie beabsichtigt die Landesregierung die Anerkennung politischen und zivilgesellschaftlichen Engagements im formalen Bildungssektor, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft allgemein zu verbessern, wie es der Europäische Pakt für die Jugend fordert?

74. Welche Pläne hat die Landesregierung, um politisches und zivilgesellschaftliches Engagement als eigenständiges Lernfeld für Jugendliche rechtlich und politisch zu stärken?

IX. Jugendliche in Freiwilligendiensten

Wie will die Landesregierung die gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen durch Jugendfreiwilligendienste stärken?