Welche konkreten Pläne hat die Landesregierung um das Platzangebot in Jugendfreiwilligendiensten dem Bedarf

76. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über Angebot und Nachfrage in Bezug auf Plätze in Freiwilligendiensten ­ aufgeschlüsselt nach Einsatzbereichen, Geschlecht und Migrationshintergrund der Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

77. Welche konkreten Pläne hat die Landesregierung, um das Platzangebot in Jugendfreiwilligendiensten dem Bedarf anzupassen?

78. Welche konkreten Pläne hat die Landesregierung, um die verschiedenen Jugendfreiwilligendienste in gleicher Weise für beide Geschlechter attraktiv zu gestalten und gegebenenfalls bestehende Benachteiligungen zu beseitigen?

79. Welche Initiativen will die Landesregierung ergreifen, um insbesondere benachteiligten Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gezielt durch Jugendfreiwilligendienste gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen?

80. Beabsichtigt die Landesregierung, Initiativen zur Einführung von Qualitätsstandards für Träger und Einsatzstellen sowie ihre unabhängige Zertifizierung zu ergreifen?

Falls ja, wie sehen die konkreten Pläne aus? Falls nein, warum nicht?

81. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über die Auswirkungen einer Tätigkeit in Freiwilligendiensten auf die betroffenen Jugendlichen (wie beispielsweise Änderungen von Berufswahl oder Einstellungen)? X. Hilfen zur Erziehung

Wie haben sich in den letzten fünf Jahren die Kosten in den kommunalen Haushalten für Hilfen zur Erziehung ­ aufgeschlüsselt nach ambulant, teilstationär, stationär, Pflegefamilien ­ entwickelt? Wie verteilen sich diese Kosten aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Migrationshintergrund?

83. Sieht die Landesregierung eine Notwendigkeit, die Kommunen finanziell im Bereich Hilfen zur Erziehung zu unterstützen? Wer sollte diese Unterstützung leisten?

84. Wie ist die Altersstruktur derjenigen, für die Hilfen zur Erziehung und die Maßnahmen der Familienhilfe (z. B. Erziehungsberatung) in Anspruch genommen werden?

Wie verteilen sich die Fallzahlen auf Mädchen und Jungen?

85. Wie verteilen sich die Fälle vorläufiger Inobhutnahmen auf Jungen und Mädchen?

Falls es dabei zu geschlechtsspezifischen Unterschieden kommt, wie erklärt die Landesregierung diese Unterschiede?

86. Welche Schlüsse zieht die Landesregierung aus den statistischen Entwicklungen im Bereich der Familienhilfe und der Hilfen zur Erziehung, insbesondere der präventiven Wirkung eben dieser Methoden?

Welche Belege gibt es dafür, dass präventive Leistungen der Jugendhilfe kostenintensive Interventionsmaßnahmen vermeiden?

Welche Kenntnisse hat die Landesregierung diesbezüglich, inwiefern also wirken sich diese präventiven Maßnahmen finanziell positiv aus?

XI. Kinder- und Jugendförderplan

Welche anderen Bundesländer sehen in ihren Ausführungsgesetzen zum Kinder- und Jugendhilfegesetz eine definierte Mittelausstattung für den Kinder- und Jugendförderplan in welcher Höhe vor?

88. Die für das Jahr 2006 vorgesehenen Mittel für den Kinder- und Jugendförderplan wurden damals von 96 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro mit der Begründung gekürzt, den Haushalt sanieren zu wollen. Erachtet die Landesregierung diese Mittel fachlich als ausreichend oder haben die Gründe, die im Haushaltsverfahren 2004/2008 zu der für 2006 geplanten Summe führten nach wie vor Gültigkeit?

89. Minister Laschet verband die damalige Mittelkürzung mit der Zusage, dafür zu sorgen, dass diese Mittel vollständig abfließen, was in den Jahren zuvor nicht der Fall gewesen sei. Wie hoch ist der Mittelabfluss aus der Summe der entsprechenden Haushaltstitel (Titelgruppe 61, 63 und 83) in den Jahren 2006 bis 2008 gewesen?

90 Der Kinder- und Jugendförderplan verzichtet auf die Festlegung von Standards und Methoden zur Umsetzung der landespolitischen Vorgaben, wodurch ein gravierender Verlust an Steuerungs- und Gestaltungskompetenz des Landes bei der Förderung der Jugendarbeit eingetreten ist.

Wie will die Landesregierung zukünftig sicherstellen, dass die Praxis der Jugendarbeit auch den Vorstellungen und Erwartungen der Landesförderung entspricht?

91. Wie will die Landesregierung sicherstellen, dass die Pädagoginnen und Pädagogen bei den Trägern eine geschlechtersensible Ausbildung erhalten?

Wie soll gewährleistet werden, dass das Thema der Geschlechtergerechtigkeit bei den Trägern von Maßnahmen nach dem Kinder- und Jugendförderplan verankert ist?

92. Wie haben sich die Haushaltsmittel entwickelt, die zwischen 2008 und 2009 für die Projektförderung zur Verfügung standen und wie hoch war in den jeweiligen Jahren das Antragsvolumen insgesamt (nicht die vorgelegten bewilligungsreifen Anträge)? 93. Will die Landesregierung darauf hinarbeiten, dass die Leistungen des Kinder- und Jugendförderplans verstärkt sozial benachteiligten Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu gute kommen?

Wenn ja, wie?

94. Wie hat sich von 2008 bis 2009 die Höhe der Mittel entwickelt, die für Maßnahmen zum Abbau sozialer Benachteiligungen bzw. pädagogische Angebote für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte (aktuelle Position 4.3 des Kinder- und Jugendförderplans) vorgesehen sind?

95. Wie will die Landesregierung sicherstellen, dass die Intensivierung der Jungenarbeit mit entsprechend höherer finanzieller Förderung nicht zu Lasten der Mittel für die Mädchen geht (aktuelle Position 4.2 des Kinder- und Jugendförderplans)?

96. Die auf einen Rest von 20 % geschrumpfte Projektförderung innerhalb des Kinder- und Jugendförderplans zeichnet sich im Projektzeitraum 2009 durch ein viel zu spätes und teils chaotisches Verwaltungsverfahren aus. Teilweise wurden die für den Zeitraum eines Kalenderjahres konzipierten Projekte erst im Mai/Juni gefördert. In einigen Projekttiteln, wie z. B. der Position V „Innovative Projekte" wurden nur sehr geringe bzw. überhaupt keine Förderungen ausgesprochen.

Wie will die Landesregierung sicherstellen, dass die Projektförderung zukünftig zu Beginn des Kalenderjahres ausgesprochen wird?

97. Wie viele Anträge auf Zuwendungen für Gedenkstättenfahrten wurden jeweils von 2005 bis 2008 gestellt? Wie viele davon konnten bewilligt werden?

98. Wie stellt die Landesregierung sicher, dass die bei den verschiedenen Positionen des Kinder- und Jugendförderplans etatisierten Mittel auch mittels der Projektauswahl den Trägern zur Verfügung stehen?

99. Durch die Einführung einer "fachbezogenen Pauschale" verzichtet das Land auf die unabhängige Überprüfung der ordnungsgemäßen Verwendung der eingesetzten Mittel.

Welche Gründe haben die Landesregierung dazu bewogen, die Förderung der Jugendarbeit von der bewährten Festbetrags-Finanzierung auf die fachbezogene Pauschalierung umzustellen?

Wie will die Landesregierung in Zukunft die ordnungsgemäße Verwendung der eingesetzten Mittel durch eigene Prüfungstätigkeiten sicherstellen, zumal der Landesrechnungshof eine wesentlich intensivere Prüfung der eingesetzten Mittel gefordert hat?

101. Die Position IV. 1.2 "Freiwilligenarbeit" beschreibt die Förderung von Maßnahmen im Rahmen des freiwilligen ökologischen Jahres, das in Nordrhein-Westfalen eindeutig einen pädagogischen Bildungsauftrag hat. Dies wird auch dadurch sichergestellt, dass die beiden Landesjugendämter Westfalen-Lippe und Rheinland als Zentralstellen fungieren. Des Weiteren muss ­ einmalig in Deutschland ­ die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Sek. 1-Schulabschluss aufweisen.

Plant die Landesregierung eine Aufgabe der Zentralstellenfunktion der Landesjugendämter und eine Verlagerung der ministeriellen Zuständigkeit für das freiwillige ökologische Jahr vom Generationsministerium in das Umweltministerium oder wird an den bewährten organisatorischen und inhaltlichen Vorgaben festgehalten?

102. Die Position II.3 des Kinder- und Jugendförderplans betrifft die „Kooperation von Jugendhilfe und Schule" und ermöglicht den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit verbindliche Angebote vor allem für die Altersgruppe der 10 bis 14-jährigen in Form von Nachmittagsangeboten vorzuhalten. Da in diesem Fall die Kosten für die Nachmittagsangebote ausschließlich bei der Jugendhilfe liegen, wird immer wieder die Frage nach der gerechten Verteilung und dem Sinn der Mittelvergabe gestellt.

In diesem Zusammenhang fragen wir die Landesregierung, ob an eine Verstetigung des Programms gedacht ist und wie eine angemessene Kostenbeteiligung der Schule sichergestellt werden soll?

Welche Angebote für Mädchen und Jungen sollen im Schnittfeld Jugendhilfe und Schule geschaffen werden?