Migration

103. Mit welchen Veränderungen rechnet die Landesregierung für die Jugendhilfe angesichts des Ausbaus von Ganztagsschulen? Wie kann die immer wieder getätigte Aussage, wonach sich Schule und Jugendhilfe "auf Augenhöhe" kooperieren sollen in die Tat umgesetzt werden und wie wird dies in der Praxis von der Landesregierung unterstützt?

XII. Politik für junge Frauen und junge Männer

Welche Bilanz zieht die Landesregierung hinsichtlich der Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Jugendhilfe?

105. Welche Maßnahmen und Projekte plant die Landesregierung, um im Bereich der außerschulischen Bildung darauf hinzuwirken, kulturelle und geschlechterbezogene Benachteiligungen von Mädchen und Jungen abzubauen?

106. Welche Maßnahmen plant die Landesregierung, um das jeweilige tatsächlich genutzte Berufswahlspektrum von Mädchen und Jungen zu verbreitern?

107. Welche konkreten Schritte zur Erweiterung des Rollenspektrums gerade bei jüngeren Mädchen und Jungen plant oder unternimmt die Landesregierung?

108. Wie beurteilt die Landesregierung die Tatsache, dass Mädchen und junge Frauen trotz häufig besserer Bildungsabschlüsse überwiegend Ausbildungen wählen, die nur eingeschränkte Karriere- und Verdienstmöglichkeiten bieten?

Wie beurteilt die Landesregierung die Tatsache, dass Mädchen und junge Frauen trotz häufig besserer Bildungsabschlüsse größere Schwierigkeiten als Jungen haben, traditionell männlich geprägte (z. B. gewerblich-technische) Ausbildungsplätze zu erhalten?

Welche Maßnahmen will die Landesregierung in diesem Zusammenhang ergreifen?

109. Wie will die Landesregierung gewährleisten, dass die Jugendberufshilfe beiden Geschlechtern in einem gerechten Verhältnis zugute kommt?

110. Wie gewährleistet die Landesregierung eine ausreichende Qualifikation der Beraterinnen und Berater der Agentur für Arbeit, um eine Berufsberatung anzubieten, die Geschlechterrollen überwindet, anstatt sie zu zementieren?

XIII. Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Wie viele Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund bis zur Vollendung des 23. Lebensjahrs leben derzeit in NRW?

a. Wie viele von ihnen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit?

b. Wie viele von ihnen haben die deutsche Staatsangehörigkeit auf Grundlage des so genannten ius soli-Prinzips (§ 4 Abs. 3 Staatsangehörigkeitsgesetz) erhalten?

c. Wie viele von ihnen besitzen die Staatsangehörigkeit welchen EU-Mitgliedstaats (bitte aufschlüsseln)?

d. Wie viele von ihnen besitzen die Staatsangehörigkeit welchen Drittstaats (bitte aufschlüsseln)?

e. Wie viele von ihnen besitzen neben der deutschen auch die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats bzw. die eines Drittstaats (bitte aufschlüsseln)?

Wie viele von ihnen mussten sich 2008 gemäß der so genannten Optionsklausel des Staatsangehörigkeitsgesetzes (§ 29) für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden?

Für welche Staatsangehörigkeit haben sich die Jugendlichen entschieden?

f. Wie viele von ihnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind im Besitz einer Niederlassungserlaubnis bzw. haben gemäß § 35 Aufenthaltsgesetz einen Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis (bitte aufschlüsseln)?

g. Wie viele von ihnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit haben seit dem Jahr 2000 von der in § 10 Abs. 1 Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz vorgesehenen Möglichkeit zur erleichterten Einbürgerung für Jugendliche unter 23 Jahren Gebrauch gemacht?

h. Wie viele von ihnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit leben seit wie vielen Jahren in NRW mit einer Duldung (bitte aufschlüsseln)?

Wie viele in Deutschland lebende Jugendliche bis 16 Jahre haben einen rechtmäßigen Aufenthaltsstatus, weil sie zusammen mit ihren Eltern nach Deutschland eingereist sind (§34 Abs. 1 Nr. 2 Aufenthaltsgesetz)?

Wie viele der derzeit in NRW lebenden Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte sind

a. vor ihrem 6. Lebensjahr

b. vor ihrem 10. Lebensjahr

c. vor ihrem 16. Lebensjahr

d. nach ihrem 16. Lebensjahr zu ihren in Deutschland lebenden Eltern nachgezogen?

114. Welche wissenschaftlichen Forschungsergebnisse über die Bildungs- und Integrationserfolge von nachgezogenen Kindern kennt die Landesregierung und wie bewertet sie diese?

115. Welche wissenschaftlichen Forschungsergebnisse über Formen, Ausmaß und Ursachen häuslicher Gewalt in Familien mit Migrationshintergrund kennt die Landesregierung?

Welche vergleichbaren Forschungsergebnisse über häusliche Gewalt in Familien ohne Migrationshintergrund kennt die Landesregierung (Daten jeweils aufgeschlüsselt nach Geschlecht)? Wie bewertet die Landesregierung diese Ergebnisse und welche Pläne zur Gewaltprävention hat sie?

116. Inwiefern wird innerhalb eines Asylanerkennungsverfahrens durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bei der Befragung von Jugendlichen deren spezifischen Bedürfnissen Rechnung getragen ­ beispielsweise durch Aus- bzw. Fortbildung des Personals, räumliche und zeitliche Gestaltung der Befragung ­ und inwiefern werden im Asylverfahren jugendspezifische Aspekte ­ beispielsweise Rekrutierung als so genannte Kindersoldaten ­ materiellrechtlich berücksichtigt?

117. Wie hat sich die Zahl der in NRW befindlichen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge von 1998 bis 2008 entwickelt und wie erklärt sich die Entwicklung?

118. Wie viele Jugendliche (bis zu einem Alter von 16 Jahren) befanden sich in den Jahren 2004 und 2008 für welchen Zeiträume in Abschiebehaft?

Inwiefern wird in Abschiebhaftanstalten den besonderen Bedürfnissen von Jugendlichen Rechnung getragen?

119. Wie viele Jugendliche bis 18 Jahre wurden in den Jahren 2005 bis 2008 gemeinsam mit ihren Eltern bzw. ohne ihre Eltern abgeschoben?

120. Wie viele der derzeit in NRW lebenden Personen sind in den letzten 5 Jahren vor ihrem 18. Lebensjahr bzw. vor ihrem 21. Lebensjahr zu ihren in NRW lebenden Ehegatten aus dem Ausland nachgezogen (jeweils aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Herkunftsland der nachziehenden Person und Staatsangehörigkeit der / des in Deutschland lebenden Ehegattin / Ehegatten)?

a. In wie vielen dieser Fälle hat die nachziehende Person die Ehe schon im Alter unter 16 Jahren bzw. unter 18 Jahren geschlossen (aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Herkunftsland der nachziehenden Person)?

b. In wie vielen Fällen dieses Nachzugs von bis zu 21 jährigen Ehegattinnen und Ehegatten geht die Landesregierung aufgrund welcher Tatsachengrundlage von einer so genannten „Zwangsehe" aus (aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Herkunftsland der nachziehenden Person)?

c. Wie viele dieser nachgezogenen jungen Ehegattinnen und Ehegatten haben sich nach ihrem Nachzug unter Hinweis auf den Zwangscharakter ihrer Ehe bzw. Eheschließung getrennt bzw. scheiden lassen (aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Herkunftsland der nachziehenden Person)? XIV. Schwule und lesbische Jugendliche

Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über Ausmaß und Erscheinungsformen gesellschaftlicher Diskriminierungen, mit denen lesbische, schwule, transsexuelle und intersexuelle Jugendliche konfrontiert sind, sowie über die Auswirkungen von Diskriminierung auf die Lebenssituation der Jugendlichen?

122. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über Akzeptanz oder Nichtakzeptanz von gleichgeschlechtlicher Orientierung und Lebensweisen Jugendlicher in deren Familien ­ mit und ohne Migrationshintergrund ­ und über die Auswirkungen von Nichtakzeptanz auf die Lebenssituation der Jugendlichen (aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Migrationshintergründen)?

Welche Initiativen plant die Landesregierung, um die Lebenssituation schwuler und lesbischer Jugendlicher zu verbessern, Diskriminierungen abzubauen, Selbstbestimmung und ein Klima der Wertschätzung und Anerkennung zu fördern?

124. Welche Konzepte verfolgt die Landesregierung, um lesbische und schwule Jugendliche mit Migrationshintergrund oder mit einer Behinderung darin zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben ohne Diskriminierung führen zu können?

125. Welche Maßnahmen plant die Landesregierung, um transsexuelle und intersexuelle Jugendlichen insbesondere im Hinblick auf eine passende gesundheitliche Versorgung zu unterstützen?