Ergebnisse der Weiterbildungskollegs beim Zentralabitur

Am 14. August 2009 berichtete das Ministerium für Schule und Weiterbildung in einer Pressemitteilung über die Ergebnisse der Auswertung des diesjährigen Zentralabiturs. Keine Berücksichtigung fanden dabei die Ergebnisse der Weiterbildungskollegs in NRW. Diese wurden erst separat in einer Pressemitteilung vom 27. August 2009 verkündet.

1. Warum sind die Ergebnisse beim Zentralabitur 2009 an den Weiterbildungskollegs nicht gleichzeitig mit den Ergebnissen der anderen Schulformen in der Pressemitteilung vom 14.08.2009 veröffentlicht worden?

Die Ergebnisse in den Schulformen sind nicht unmittelbar vergleichbar. Während bei den Gymnasien und Gesamtschulen die curricularen Grundlagen und damit auch die Aufgaben identisch sind, weichen die Aufgabenstellungen für Weiterbildungskollegs auf Grund der zum Teil unterschiedlichen Curricula und damit auch der unterrichtlichen Vorgaben von denen der Gymnasien und Gesamtschulen ab. Darüber hinaus werden die Fächer Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Geschichte / Sozialwissenschaften nur an den Weiterbildungskollegs unterrichtet. Eine Reihe anderer Fächer sind demgegenüber im zweiten Bildungsweg nicht vertreten. Aus ähnlichen Gründen werden im Übrigen auch die Ergebnisse der beruflichen Gymnasien getrennt von denen der übrigen Schulformen veröffentlicht.

Die aus Anlass der Schuljahrespressekonferenz am 14. August 2009 veröffentlichten Ergebnisse basierten auf einer Rückmeldequote seitens der beteiligten Schulen von ca. 90%. Zu diesem Zeitpunkt lag die Quote für die Weiterbildungskollegs ebenfalls in diesem Bereich.

Bei der gegenüber den Gymnasien und Gesamtschulen deutlich geringeren Anzahl von Weiterbildungskollegs (830 zu 37) ist bei einer Rückmeldequote von 90% noch mit größeren Schwankungen gegenüber dem Endergebnis zu rechnen, so dass hier eine Vorabveröffentlichung noch sehr ungewisser Zahlenwerte nicht geboten erschien.

2. Wie bewertet das Ministerium die Tatsache, dass die Weiterbildungskollegs erneut ­ wie schon in 2008 ­ landesweit die durchschnittlich besten Ergebnisse erzielt haben, schulpolitisch?

Die schulpolitische Bewertung der Ergebnisse an den Weiterbildungskollegs durch die Landesregierung bringt die Presseerklärung vom 27. August 2009 eindeutig zum Ausdruck: „Die Ergebnisse der Weiterbildungskollegs sind ein Ausweis für die gute Arbeit, die dort geleistet wird. Wer sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg machen will, ist an unseren Weiterbildungskollegs sehr gut aufgehoben."

Diese positive Einschätzung wird auch nicht dadurch geschmälert, dass die Ergebnisse in den schriftlichen Fächern mit zentralen Aufgabenstellungen in der Regel hinter denen des Gymnasiums zurückbleiben. Allerdings gibt das Leistungskursfach Mathematik Anlass zur Besorgnis. Hier haben 42,7% aller Studierenden nur eine Wertung von 0 bis 4 Punkten und damit eine Minderleistung erzielt. Daher wird die Fachaufsicht die Lehrkräfte an den Weiterbildungskollegs bei der Vorbereitung der Studierenden auf die Prüfung noch gezielter unterstützen.