Sind Kinder in Hille intelligenter als Kinder in Eslohe?

Es ist auffällig, dass die jeweiligen Quoten der Schülerinnen und Schüler, die nach der Grundschule die verschiedenen Schulen des gegliederten Schulsystems bzw. eine Gesamtschule besuchen, regional extrem unterschiedlich sind. Während Grundschülerinnen und Grundschüler in Städten wie Hille zu 94,5 %, in Havixbeck zu 92,8 % und in Schermbeck zu 90,4% durch einen Wechsel zu Gesamtschule oder Gymnasium die Chance erhalten, auf direktem Wege in ihrer Schullaufbahn einen Abiturabschluss zu erreichen, sind es in Städten wie Eslohe nur 21,2 %, in Beelen 21,4 % und in Meschede 23,2%. Die Verteidiger des mehrgliedrigen Schulsystems, das eine Aufteilung schon im Alter von neun Jahren vornimmt, gehen von einer "begabungsgerechten" Sortierung von Kindern nach Schulformen aus.

1. Wie verteilen sich die Übergänge von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen (bitte nach Gemeinden und Schulformen differenziert aufführen)?

Die Verteilung der Übergänge von der Grundschule in die weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen stellte sich zum Schuljahr 2008/2009 wie folgt dar:

Welche Rolle spielen dabei die Übergangsempfehlungen?

3. Wie erklärt sich die Landesregierung die extremen regionalen Unterschiede beim Übergang in die weiterführenden Schulformen?

4. Wie bewertet die Landesregierung die regionalen Unterschiede beim Übergang in die verschiedenen Schulformen der Sekundarstufe I bezüglich der Verteilung von Intelligenz bzw. so genannter theoretischer und praktischer Begabung?

Die Übergänge von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen sind das Ergebnis einer Einzelfallentscheidung von Eltern. Dabei sind die Übergangsempfehlungen landesweit im Rahmen des § 8 Abs. 3 der Ausbildungsordnung Grundschule (AO-GS) maßgeblich, aber nicht ausschlaggebend.

Die Schulwahl der Eltern wird neben den Empfehlungen der Grundschule von vielen Faktoren beeinflusst. Welche Gründe letztlich in jedem Einzelfall ausschlaggebend sind, ist der Landeregierung nicht bekannt. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich Eltern bei der Auswahl der konkreten Schule neben der Schulformempfehlung der Grundschule u.a. auch vom Ruf der Schule, dem schulprogrammatischen Schwerpunkt, dem Schulweg und dem eventuell vorhandenen Ganztagsangebot leiten lassen. Letztendlich wird die Entscheidung wesentlich auch vom Schulangebot vor Ort bestimmt, das landesweit sehr unterschiedlich ist.

In der Begabungsforschung liegen keine Erkenntnisse zur regionalen Verteilung von Intelligenz vor.