Dieser Dialog bedeutet vor allem wechselseitigen Respekt und wechselseitiges Vertrauen

Daher hat der Integrationsbeauftragte im Februar 2007 einen Interreligiösen Beirat einberufen, der seitdem drei- bis viermal im Jahr tagt. Repräsentanten der muslimischen Verbände, der alevitischen Gemeinde, der christlichen Kirchen und der Orthodoxie, aber auch der jüdischen Gemeinden sind dort vertreten. Der "Interreligiöse Beirat" versteht sich als Impulsgeber für ein besseres Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit.

Dieser Dialog bedeutet vor allem wechselseitigen Respekt und wechselseitiges Vertrauen. Auch kritische Fragen werden angesprochen und diskutiert. Dazu herrscht im Beirat ein sehr gutes und offenes Gesprächs- und Dialogklima. Als gemeinsames Produkt wurde 2008 ein "Interreligiöser Kalender" herausgebracht, der einen Überblick über die vielfältigen religiösen Feiertage und deren Bedeutungen gibt. Der "Interreligiöser Kalender" stößt auf große Resonanz und war kurz nach der Veröffentlichung bereits vergriffen.

Gesprächskreis "Integrationsoffensive" des Integrationsbeauftragten

Im Jahr 2006 wurde der Gesprächskreis Integrationsoffensive vom Integrationsbeauftragten einberufen. Der Kreis trifft sich zum Austausch drei- bis viermal im Jahr und berät den Integrationsbeauftragten in integrationspolitischen Fragen. Teilnehmer sind Experten aus dem Integrationsbereich, die alle in verschiedenen Arbeitsfeldern (Wissenschaft, Ausländerbehörden, Landesregierung, Fachberatung, RAA) tätig sind.

Integrationsbeirat der Landesregierung

Der Integrationsbeauftragte ist Mitglied des Integrationsbeirates der Landesregierung unter dem Vorsitz von Minister Armin Laschet. Dort beraten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft regelmäßig über integrationspolitische Themen.

Weitere Gremienmitgliedschaften des Integrationsbeauftragten

Zudem ist der Integrationsbeauftragte Mitglied der Interministeriellen Arbeitsgruppe "Integration" (IMAG) zur Koordinierung der Landesministerien, der beiden Unterarbeitsgruppen "Dialog mit dem Islam" und "Zwangsheirat" der IMAG, der parlamentarischen Arbeitsgruppe "Dialog mit dem Islam", einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des bundesweiten Integrationsprogramm beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Vorstandsmitglied der Stiftung Zentrum für Türkeistudien. Und im Jahr 2007 war er auch Mitglied der Arbeitsgruppe "Kultur und Integration" von Staatsminister

Bernd Neumann zur Erarbeitung des Nationalen Integrationsplans der Bundesregierung.

3. Die Ombudsfunktion des Integrationsbeauftragten

Neben seiner Beratungs-, Koordinierungs- und Gremientätigkeit nimmt der Integrationsbeauftragte eine Ombudsfunktion für die Interessen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wahr. So berät der Arbeitsstab des Integrationsbeauftragten Vereine, Projektträger oder auch Einzelpersonen. Dabei geht es vor allem um Fragen der Einbürgerung, der Sicherung des Aufenthaltes in Deutschland oder auch um Fragen der Förderung und Finanzierung von Projekten, bei denen der Integrationsbeauftragte im Rahmen seiner Möglichkeiten Hilfestellung und Lösungsmöglichkeiten bietet.

Presseschau und Infobrief des Integrationsbeauftragten Regelmäßige Presseschauen und Infobriefe sind weitere Leistungen des Arbeitsstabes des Integrationsbeauftragten. Diese werden in der Regel wöchentlich per Email an Interessenten versandt. Im Infobrief gibt es neben den Terminen des Integrationsbeauftragten, Veranstaltungshinweise und Informationen zu Förderprogrammen, Pressemitteilungen oder aktuellen Studien und Neuerscheinungen. Sowohl die Presseschau als auch der Infobrief sind auch auf der Homepage des Integrationsbeauftragten (www.integrationsbeauftragter.nrw.de) abzurufen bzw. anzufordern.

4. Inhaltliche Themenschwerpunkte des Integrationsbeauftragten

Der Integrationsbeauftragte und sein Arbeitsstab beschäftigen sich mit allen Themen, die die Integrationspolitik betreffen. Integration ist bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung eine Querschnittsaufgabe. Im Folgenden werden nur Schwerpunktthemen dargestellt.

Integration durch Dialog mit dem Islam

Dem Dialog mit dem Islam bis hin zu verbindlichen Absprachen räumt der Integrationsbeauftragte einen besonderen Stellenwert ein. Die gilt insbesondere für Öffnung der islamischen Organisationen. Orientiert an dem Motto der Fußball WM 2006 hat der Integrationsbeauftragte 2006 mit der Plakataktion "Zu Gast bei Freunden!" für eine solche Öffnung der deutsch-türkischen Moschee- und Kulturvereine geworben, damit Bürgerinnen und Bürger einen besseren Zugang finden, den Kontakt und den nachbarschaftlichen Austausch pflegen. 2007 wurde für das gleiche Anliegen mit einem neuen Plakat unter dem Motto "Neugier genügt" geworben.

Als Beitrag zum interreligiösen Dialog wurde sowohl 2006 als auch 2007 vom Integrationsbeauftragten ein interreligiöses Fastenbrechen im Fastenmonat Ramadan organisiert, das in dieser Form einzigartig in Deutschland ist.

Zur Förderung des interreligiösen Dialogs auf lokaler Ebene übernahm der Integrationsbeauftragte 2008 die Herausgabe der türkischsprachigen Übersetzung des Bandes "Dialogbereit - Christen und Muslime im Gespräch - Eine Klärungshilfe". Der Dialog müsse vor Ort gelingen, das ist der Anspruch des Landesbeauftragten.

Aufgrund von häufigen Anfragen zum Umgang mit muslimischen Schülerinnen und Schülern in Schulen oder Kindertageseinrichtungen wurde im Februar 2008 die Handreichung "Herausforderungen und Chancen in Bildungseinrichtungen" mit Grundinformationen zum Islam und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit muslimischen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern herausgegeben. Zur Erstellung dieser Handreichung wurden aufgrund ihrer praktischen Erfahrung und ihrem Expertenwissen Frau Lamya Kaddor und Herr Jörgen Nieland beauftragt. Frau Kaddor ist islamische Religionspädagogin, Herr Nieland ist Ltd. Regierungsschuldirektor a. D., Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Religion und Integration der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Integration durch Dialog mit Migrantenselbstorganisationen

Der Integrationsbeauftragte hat den Anspruch, den Kontakt mit allen Zuwanderergruppen zu pflegen. Neben dem Dialog mit der größten Gruppe der Zuwanderer, den Türkeistämmigen, gibt es auch andere Gruppen, mit denen der Integrationsbeauftragte im regelmäßigen Kontakt steht. Beispielhaft steht hier der Besuch der Sternsinger der spanischen Mission aus Bonn, die Übernahme der Gastgeberrolle für die Tagung des „Forums der jungen Deutsch-Koreaner" oder die vielen Besuche bei verschiedenen Organisationen und Gemeinden vor Ort - angefangen beim Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine in Deutschland über die Griechische Gemeinde bis