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IT-Einsatz beim BLB - 114 sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW 9 IT-Einsatz beim Sondervermögen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Der Landesrechnungshof sieht in der Verlagerung von ITDienstleistungen vom Sondervermögen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW hin zum zentralen IT-Dienstleister der Landesverwaltung IT.NRW Synergiepotenziale, die konsequent genutzt werden sollten.

Im Bereich der IT-Sicherheit wurden Mängel festgestellt, die sich durch eine Verlagerung zu IT.NRW und die Fortentwicklung der bestehenden technischen Konzepte beheben lassen. Des Weiteren hat der Landesrechnungshof Fehler bei der Durchführung von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen aufgezeigt.

Beim Sondervermögen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW wurde darüber hinaus der Verwaltungsrat ungenügend unterrichtet, indem ihm die Kosten der Einführung einer Standardsoftware anders dargestellt wurden, als sie tatsächlich waren.

Prüfungsgegenstand

Der Landesrechnungshof (LRH) hat den IT-Einsatz beim Sondervermögen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW geprüft. Beide haben für ihren Aufgabenbereich die landesweite Zuständigkeit, verwalten u. a. Grundstücke und an Grundstücke gebundene Rechte, verfügen über eine Vielzahl von Außenstellen und werden wie ein Wirtschaftsunternehmen nach kaufmännischen Grundsätzen geführt. Der BLB verfügt über rund 2.000 Stellen, der Landesbetrieb Wald und Holz NRW über rund 1.000 Stellen. Gegenstand der Prüfung waren die technischen Konzepte zum Betrieb der IT-Infrastruktur, die Kom- 115 - IT-Einsatz beim BLB sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW munikationsinfrastruktur, die Gewährleistung einer bedarfsgerechten ITSicherheit, die Betreuung der Anwender, die Einführung von ITFachverfahren, die IT-Kosten, formale Anforderungen der Landeshaushaltsordnung (LHO) sowie ggf. dienststellenspezifische Besonderheiten.

Sondervermögen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

Einführung von SAP R/3

Der Verwaltungsrat des BLB hat am 07.12.2001 auf der Grundlage einer Verwaltungsratsvorlage die Einführung von SAP R/3 als führendem Softwaresystem beschlossen. Die dem Beschluss zugrundeliegenden geplanten Investitionskosten wurden darin für die Jahre 2002 bis 2004 mit insgesamt 14 Mio. beziffert. Die laufenden Kosten für den Zeitraum 2002 bis 2004 wurden mit insgesamt 3.455.000 kalkuliert, die jährlichen Folgekosten mit 1.050.000. Die vom BLB vorgenommenen Kostenschätzungen wurden entgegen der Darstellung gegenüber dem Verwaltungsrat nicht eingehalten. Die Investitionskosten lagen mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich geplant, die Betriebskosten liegen rund dreimal so hoch.

Berichtspflichten gegenüber dem Verwaltungsrat wurden nicht eingehalten. Insbesondere war der BLB nicht in der Lage, das von Anfang an geforderte eigene Know-how schnell genug aufzubauen, um auf diese Weise die kostenträchtige externe Beratung frühzeitig zu reduzieren. So kann die Einführung und Übergabe des SAP-Systems an den BLB erst mit dem Ende des Jahres 2006 als abgeschlossen angesehen werden.

Nach den Feststellungen des LRH ging der Einführung von SAP keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung voran. Die Entscheidung zur Einführung von SAP erfolgte aufgrund einer gutachterlichen Empfehlung und beruhte lediglich auf dem Vergleich des Erfüllungsgrades verschiedener konkurrierender Softwaresysteme hinsichtlich der Gesamtanforderungen. Ein beim BLB - 116 sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW gleich der Kosten der Systeme, auch unter Berücksichtigung evtl. Kosten von Anpassungen oder Erweiterungen, erfolgte weder vom Gutachter noch durch den BLB.

Die bloße Abwägung, welches System den Anforderungen des BLB am nächsten kommt, kann eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung i. S. v. § 7 LHO nicht ersetzen. Ebenfalls erfolgte zu keinem Zeitpunkt die Untersuchung und Darstellung der Folgekosten der unterschiedlichen Systeme. Letztlich kann nicht gesagt werden, ob die Anschaffung des SAP Systems für den BLB nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit die günstigste Relation zwischen dem verfolgten Zweck und den einzusetzenden Ressourcen darstellt. Im Hinblick darauf, dass die Kosten zur Anpassung des SAP Systems an die Anforderungen des BLB höher waren als die reinen Implementierungskosten, ist nach Auffassung des LRH die Zweck-Mittel-Relation erheblich in Frage gestellt.

IT-Betrieb

Der BLB strebt grundsätzlich eine Konzentration des technischen Betriebs an. Derzeit sind zentrale Komponenten in der Zentrale des BLB und im ITKompetenzzentrum in Aachen sowie dezentrale Komponenten in allen Niederlassungen installiert. Die rund 60 Arbeitskräfte des Fachbereichs IT sind zu rund 40 v. H. in der Zentrale, rund 30 v. H. im IT-Kompetenzzentrum und rund 30 v. H. in den Niederlassungen im Einsatz. Sowohl der technische Betrieb als auch die Anwenderbetreuung bieten noch Optimierungspotenziale.

Der Betrieb des SAP-Verfahrens bindet rund 30 v. H. des IT-Personals sowohl in der fachlichen als auch technischen Betreuung. Zudem fallen externe Sachkosten von mehr als einer Mio. pro Jahr an.