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117 - IT-Einsatz beim BLB sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Der BLB hat in allen Niederlassungen Anwender- und Systembetreuer im Einsatz. Inwieweit dieser Personaleinsatz wirtschaftlich vertretbar ist, ließ sich aus den vorgelegten Aufzeichnungen nicht feststellen. Der LRH hat diesbezüglich Einsparpotenziale erkannt.

Auch die Vorhaltung zweier technischer Betriebszentralen (Zentrale und IT-Kompetenzzentrum) bietet Synergiepotenziale.

Die Kosten der Kommunikationsnetze lassen sich sowohl bzgl. der Nutzung von DSL als auch der Nutzung des Landesverwaltungsnetzes optimieren. Allein hier sieht der LRH ein Einsparpotenzial von 50 v. H. der bisherigen Kosten in Höhe von rund 800.000 (2008). Bezüglich der Nutzung von DSL hat der BLB inzwischen weitere Optimierungen vorgenommen.

Die organisatorischen und technischen Vorkehrungen des BLB zur Gewährleistung eines bedarfsgerechten IT-Betriebs weisen Defizite auf, die aufgrund des derzeitigen technischen Betriebskonzeptes an der Toleranzgrenze liegen. Insbesondere im IT-Kompetenzzentrum wurden erhebliche Mängel bei der IT-Sicherheit festgestellt.

Durch eine Aufgabenverlagerung zum Landesdienstleister IT.NRW lassen sich sowohl beim technischen Betrieb als auch in der Anwenderbetreuung Synergiepotenziale nutzen, die zudem die sicherheitsrelevanten Defizite deutlich reduzieren könnten. Da die Erbringung von IT-Dienstleistungen nicht zum Kerngeschäft des BLB gehört, das technische Umfeld weiterentwickelt und die Erbringung von lokalen IT-Services stärker wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerecht werden sollte, hat der LRH die Verlagerung aller operativen Tätigkeiten des Fachbereich IT einschließlich der dazu gehörenden Stellen zu IT.NRW empfohlen.

IT-Einsatz beim BLB - 118 sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Geräte- und Lizenzverwaltung

Bei der Prüfung der IT-Geräteverwaltung hat der LRH grundsätzlich geeignete Werkzeuge und Prozesse festgestellt, mit denen sowohl den Nachweispflichten als auch einem wirtschaftlichen Mitteleinsatz nachgekommen werden könnte. Die vom LRH vorgenommenen Stichproben zeigten jedoch erhebliche Mängel auf. Eine Vielzahl von Geräten muss als verschollen eingestuft werden, da sie weder am vorgesehenen Platz noch in einem IT-Lager vorhanden waren. Der LRH kann nicht ausschließen, dass sich diese Geräte nicht mehr in der Verfügungsgewalt des BLB befinden. Zudem muss davon ausgegangen werden, dass an einer Vielzahl von Arbeitsplätzen nicht die Geräte installiert sind, die dort installiert sein müssten. Eine wirtschaftliche Anwenderbetreuung ist mit derartigen Mängeln nicht möglich.

Die Lizenzverwaltung weist ebenso Mängel auf. Die vom BLB vorgelegte Softwareliste war unvollständig und wurde während der Prüfung ergänzt.

So bestanden erhebliche Zweifel, ob zum Zeitpunkt der ersten Erhebungen eine den tatsächlichen Anforderungen genügende Lizenzierung einzelner Softwareprodukte vorlag. Der BLB hat während der Prüfung bei diesen Produkten eine Nachlizenzierung vorgenommen.

Für den SAP-Einsatz muss von einer Überlizenzierung ausgegangen werden. Die letzte Systemvermessung, die zu einer Nachlizenzierung führte, wurde im Jahre 2005 vorgenommen. Seitdem wurden über 15 v. H. der Stellen abgebaut. Dadurch ergeben sich Kosten für ungenutzte Lizenzen von annähernd 200.000 pro Jahr, die durch weiteren Stellenabbau noch steigen werden. Der BLB hat eine geringere Überlizenzierung ermittelt und eine Prüfung der Weitergabe der ungenutzten Lizenzen an andere Landesdienststellen zugesagt.

- IT-Einsatz beim BLB sowie beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW verfolgt seit seiner Gründung im Jahr 2005 konsequent die Zentralisierung seiner IT-Infrastruktur und ITDienstleistungen. Der Verzicht auf regionales IT-Personal innerhalb des Landesbetriebs Wald und Holz NRW ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu begrüßen. Negative Auswirkungen auf die Anwender konnten nicht festgestellt werden, jedoch kommt den Leitern der zentralen Dienste der Regionalforstämter auch eine technische Rolle zu, da sie über den Zugriff auf Lieferanten oder externe IT-Dienstleister entscheiden müssen.

Der LRH sieht erhebliche haushaltsrechtliche Mängel in der Geräteverwaltung. Weder zentral im Anlagevermögen noch in der Kosten- und Leistungsrechnung sind verwendbare Aufzeichnungen über die verfügbaren IT-Geräte vorhanden. Ein wirtschaftlicher Mitteleinsatz ist daher zumindest fraglich, da niemand in der Lage ist, Soll und Ist abzugleichen.

Der LRH sieht die Notwendigkeit, dass im Zusammenhang mit der für das Jahr 2010 vorgesehenen Anlageninventur auch Prozesse installiert werden, die den Anwendern und den Kostenstellenverantwortlichen die in ihrem Zuständigkeitsbereich eingesetzten Geräte transparent machen.

Hinsichtlich der IT-Sicherheit war weder ein IT-Sicherheitsbeauftragter benannt, noch ein Sicherheitskonzept erstellt, das den Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik gerecht wird. Dies zeigt auf, dass kleinere Dienststellen mit einer nur geringen Anzahl an ITPersonal unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gar nicht in der Lage sind, diesen Aufgaben nachzukommen. Für die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit der Dienststelle, gerade im Hinblick auf das im Landesbetrieb Wald und Holz NRW umgesetzte technische Konzept, ist die Wahrnehmung dieser Aufgaben aber unabdingbar.