Studierendenzahlen

Die Differenz belief sich auf durchschnittlich 6,7 v. H.; die damalige Untersuchungsbasis bildeten 15 ausgewählte Schulen.

Ausgangspunkt der aktuellen Prüfung waren die von den WBK zum Stichtag 15.10.2005 gemeldeten Studierendenzahlen. Ergänzend dazu haben die RPÄ bei allen WBK vor Ort den tatsächlich vorhandenen Studierendenbestand zu den Daten 22.08.2005 (Beginn des Schuljahres / Wintersemesters), 17.10.2005 (1. Schultag nach dem Stichtag der Amtlichen Schuldaten), 27.01.2006 (Ende des Wintersemesters), 30.01.2006 (Beginn des Sommersemesters) und 23.06.2006 (Ende des Schuljahres/ Sommersemesters) ermittelt.

Nach den getroffenen Feststellungen stimmten an keinem WBK gemeldete und festgestellte Studierendenzahlen überein.

Die öffentlichen WBK wurden am Stichtag 15.10.2005 landesweit von 2.775 Studierenden weniger besucht, als die Amtlichen Schuldaten auswiesen. Dies entsprach einer durchschnittlichen Abweichung von - 11,4 v.H. Gegenüber der früheren Stichprobe hatten sich die festgestellten Ergebnisse damit noch einmal deutlich verschlechtert. An den einzelnen WBK waren Abweichungen zwischen + 1,1 v. H. (6 Studierende mehr) bis - 30,3 v. H. (117 Studierende weniger) zu verzeichnen. Nur an einem WBK waren die gemeldeten Zahlen niedriger als die vom RPA festgestellten, an allen anderen höher. An acht WBK betrug die Abweichung zu den gemeldeten Zahlen mehr als - 20 v. H. Abgesehen vom Beginn des Wintersemesters waren zu allen Stichtagen weniger Studierende an öffentlichen WBK vorhanden, als die Amtlichen Schuldaten zum 15.10. auswiesen.

Demgegenüber war die Abweichung bei den privaten WBK mit insgesamt -74 Studierenden bzw. durchschnittlich -2 v. H. vergleichsweise gering.

Die bei der früheren Prüfung gewonnene Erkenntnis, dass die Studierendenzahlen des nachfolgenden Sommersemesters in der Regel geringer ausfallen als die des Wintersemesters, bestätigte sich. Ebenso war auch weiterhin eine erhebliche Schülerfluktuation im Laufe der beiden Semester festzustellen. Die Fluktuation war an den öffentlichen WBK (23,8 v. H. im Wintersemester / 18,9 v. H. im Sommersemester) erheblich größer als an den privaten WBK (14,5 v. H. bzw. 11,8 v. H.). Ursächlich für die hohen Fluktuationsraten war nach den Auskünften der Schulleiter zum einen, dass der vorübergehende Besuch des WBK zur Vermeidung von Beschäftigungslosigkeit bzw. zur Überbrückung von Zeiten zwischen Schulabgang und Berufsausbildung genutzt wurde. Dies habe zur Folge, dass sich Studierende umgehend wieder abmeldeten, sobald sie einen Ausbildungsplatz erhielten. Zum anderen werde die hohe Belastung, die auf sie zukomme, von den Studierenden häufig unterschätzt.

Die Differenzen zwischen den zum 15.10. gemeldeten und den von den RPÄ ermittelten Studierendenzahlen waren auch auf Vorgaben zurückzuführen, die den WBK für die Erstellung der Schulstatistik gemacht worden waren. Die Meldungen konnten bereits ab dem 15.08.2005 - also vor Semesterbeginn - und mussten spätestens bis zum 26.09.2005 - also drei Wochen vor dem Stichtag - abgegeben werden. In diesem Meldezeitraum konnten die Schulen aber allenfalls schätzen, wie hoch ihre Studierendenzahlen am 15.10. sein würden. Von der bestehenden Möglichkeit einer späteren Korrektur der gemeldeten Daten hatten die meisten WBK keinen Gebrauch gemacht. Wiederholt hatten sie nicht einmal die bereits zu Semesterbeginn ausgeschiedenen Studierenden ermittelt.

Auffällig war, dass bei WBK, die über eine effektive IT-gestützte Studierendendatenverwaltung verfügten, nur geringe Abweichungen von den gemeldeten Studierendenzahlen festgestellt wurden.

Der LRH hat daran erinnert, dass er sich auch in anderem Zusammenhang bereits kritisch zu dem Stichtag 15.10. bzw. den davon abweichenden Meldefristen geäußert hatte. Denn auch andere Schulformen müssen die gewünschten Daten bereits deutlich vor dem eigentlichen Stichtag liefern (im untersuchten Schuljahr überwiegend zum 12.09.). Zwar sei die Fluktuation bei anderen Schulformen in der Regel deutlich niedriger als bei den WBK, Veränderungen der Schülerzahlen seien insbesondere in den Anfangswochen des Schuljahres aber auch bei ihnen an der Tagesordnung. Die frühen Meldefristen bewirkten daher, dass die Amtlichen Schuldaten gerade nicht die Wirklichkeit am Stichtag 15.10. widerspiegelten.

Der LRH hat gefordert, das Meldeverfahren zur Amtlichen Schulstatistik so zu regeln, dass die Meldungen der Studierendenzahlen entweder zeitnah nach dem Stichtag 15.10. des jeweiligen Schuljahres abzugeben sind oder den Stichtag entsprechend vorzuziehen. Andernfalls müssten die WBK zumindest verstärkt dazu angehalten werden, die Studierendenzahlen zum 15.10. erneut zu ermitteln und Veränderungen nachzumelden.

Zudem hat der LRH empfohlen, ein bereits vereinzelt eingesetztes elektronisches Schülerverwaltungsprogramm oder eine vergleichbare Software alsbald für die Erstellung der Amtlichen Schuldaten zu nutzen und die Studierendenzahlen der WBK auch zu anderen Stichtagen abzufragen.

Lehrerstellenbedarf

Die Studierendenzahlen sind Grundlage der Berechnung des Lehrerstellenbedarfs.