Gesamtschule

183 - MSW (Epl. 05) und tatsächlich vorhandenen Studierenden sowie den festgestellten Fluktuationsraten zukommt.

17.2.3.1 Auf der Grundlage der zum 15.10. gemeldeten Studierendenzahlen wiesen die Amtlichen Schuldaten für die öffentlichen WBK eine Lehrerversorgung von (lediglich) 91 v. H. des errechneten Stellenbedarfs aus. Statt dieser mutmaßlichen Unterdeckung ergab sich aufgrund der von den RPÄ festgestellten tatsächlichen Studierendenzahlen eine Bedarfsdeckung von 101 v. H. Für die privaten WBK ergaben sich keine gravierenden Abweichungen.

Zum Ende des Sommersemesters war die Besetzungsquote bei den öffentlichen WBK - gemessen an den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Studierendenzahlen - auf rund 118 v. H. angestiegen. Damit waren die WBK um rund 197 Lehrerstellen überbesetzt. Mitursächlich dafür war, dass in der Zwischenzeit weitere Lehrkräfte eingestellt oder an WBK versetzt worden waren.

Der LRH hat betont, die vorstehenden Ergebnisse machten deutlich, dass der möglichst exakten Ermittlung der Studierendenzahlen zum Stichtag 15.10. eines jeden Schuljahres herausgehobene Bedeutung zukomme.

Dies gelte nicht nur im Hinblick darauf, dass die zum Stichtag gemeldeten Zahlen der Schulaufsicht die Möglichkeit eröffneten, die Zuweisung von Lehrerstellen noch im laufenden Schuljahr dem aktuellen Bedarf anzupassen. Es gelte in besonderem Maße auch für die Personalkostenansätze künftiger Haushaltspläne und für sonstige auf der Entwicklung von Schülerzahlen beruhende Entscheidungen, denn die Prognosedaten würden aus den Ist-Zahlen der Amtlichen Schuldaten abgeleitet.

Bezüglich des überprüften Schuljahres 2005/2006 hätte vermutlich die Möglichkeit bestanden, den Bedarf an Lehrkräften nachzusteuern, wenn die Schulverwaltung vor Beginn des Sommersemesters Kenntnis von den tatsächlichen Studierendenzahlen gehabt hätte. Der LRH verkenne nicht, dass Abgänge von Studierenden im Laufe eines Schuljahres nicht mehr MSW - 184 (Epl. 05) ohne weiteres personalwirtschaftliche Maßnahmen auslösen könnten. Allerdings sei es angesichts der Tatsache, dass die WBK nach den Feststellungen des LRH bereits am 15.10. überbesetzt gewesen seien, und der erfahrungsgemäß niedrigeren Schülerzahlen im Sommersemester möglich gewesen, die Einstellung weiterer Lehrkräfte zu vermeiden.

17.2.3.2 Angesichts der bei der vorstehenden Gesamtbetrachtung festgestellten Differenzen zwischen mutmaßlicher Unterdeckung und tatsächlicher Überdeckung bei den öffentlichen WBK ist der LRH auch der Frage nachgegangen, inwieweit an den einzelnen Schulen die Stellenbesetzung dem Stellenbedarf entsprach. Dabei zeigte sich, dass im Schuljahr 2005/2006 rd. 80 v. H. der öffentlichen WBK keine ausgeglichene Stellenbilanz hatten. Gemessen an den tatsächlichen Studierendenzahlen bewegten sich die Bedarfsdeckungsquoten zwischen 69 v. H. und 168 v. H. Die höchste Überbesetzung eines WBK belief sich auf +11,5 Stellen, die höchste Unterbesetzung auf -6,3 Stellen.

Hierzu hat der LRH dem MSW mitgeteilt, der wirtschaftliche Umgang mit den für Unterrichtszwecke zur Verfügung stehenden Lehrerressourcen und die Sicherstellung einer gleichmäßigen Unterrichtsversorgung erforderten eine bedarfsgerechte Ermittlung und Verteilung der Lehrerstellen auf die schulischen Einrichtungen. Dieses Ziel sei nach seiner Auffassung bei den WBK in der Vergangenheit wiederholt nicht erreicht worden. Der LRH hat daher gebeten, für die Zukunft eine Gleichverteilung der Lehrerstellen an die WBK sicherzustellen.

Pflichtstunden der Lehrkräfte Lehrkräfte an WBK haben ein deutlich geringeres Pflichtstundensoll als Lehrkräfte an Tagesschulen mit vergleichbaren Bildungsgängen und

- MSW (Epl. 05) -zielen. Im Bildungsgang Abendrealschule sind wöchentlich 25 Pflichtstunden zu leisten gegenüber 28 Pflichtstunden an Haupt- und Realschulen. In den Bildungsgängen Abendgymnasium und Kolleg beträgt das Pflichtstundensoll jeweils 22 Wochenstunden, während Lehrkräfte an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs jeweils 25,5 wöchentliche Unterrichtsstunden erteilen müssen.

Die geringere Pflichtstundenzahl von Lehrkräften an WBK wurde dem LRH gegenüber mit den spezifischen Belastungen des Lehrerberufs an Schulen des Zweiten Bildungsweges begründet. Zudem sei die Pflichtstundenzahl für Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs bereits vor geraumer Zeit an diejenigen der anderen Schulformen herangeführt worden; Mitte der 90er Jahre sei die Differenz noch größer gewesen.

Der LRH hat bezweifelt, dass die angeführten Argumente die verbliebene Privilegierung der Lehrkräfte an WBK (noch) rechtfertigen. Er hat zudem dargelegt, dass bei einer Angleichung der Pflichtstundenregelungen an die für Lehrkräfte an Tagesschulen z. B. im Schuljahr 2007/08 rund 5.200 Lehrerstunden / Woche mehr für Unterrichtszwecke zur Verfügung gestanden hätten; das entspricht einem Umfang von mehr als 200 Schüler-Lehrer-Relation für Vorkurse

Nach der Verordnung zu § 93 Abs. 2 Schulgesetz NRW wird die Zahl der zur Deckung des normalen Unterrichtsbedarfs erforderlichen Lehrerstellen (Grundstellen) in der Weise errechnet, dass die Zahl der Schüler durch die für die jeweilige Schulform oder den Bildungsgang gesondert festgesetzte Relation Schüler je Stelle geteilt wird. Diese Schüler-Lehrer-Relation wird errechnet auf der Basis der drei Parameter Klassenfrequenzrichtwert, wöchentliches Lehrerpflichtstundenangebot und Lehrerwochenstundenbedarf je Klasse.