Absolventen

213 - MIWFT (Epl. 06) Studierende aller Fakultäten als auch die Angebote in den philologischen Fächern, soweit sie auf reine Sprachvermittlung ausgerichtet waren, untersucht.

Feststellungen und Empfehlungen des Landesrechnungshofs

Der Sprachunterricht in den Sprachenzentren und in den philologischen Fächern wird vornehmlich durch Lehrbeauftragte erbracht. Weiterhin werden Lektorinnen und Lektoren - vielfach Muttersprachler - sowie sonstiges wissenschaftliches Personal im Sprachunterricht eingesetzt. Insgesamt entstanden im Jahr 2007 bei den untersuchten Universitäten Kosten von über 16 Mio. für das im Sprachunterricht tätige Personal.

Weniger Sprachunterricht durch Professoren und Akademische Räte

Der LRH hat festgestellt, dass an einigen Hochschulen ein Teil des Sprachunterrichts durch Professorinnen und Professoren sowie Angehörige der Laufbahn Akademischer Rat erbracht wurde. Der LRH hat diese Praxis kritisiert. Teures wissenschaftliches Personal mit geringer Lehrverpflichtung sollte nicht in der reinen Sprachvermittlung eingesetzt werden, sondern für anspruchsvollere Aufgaben in Lehre und Forschung zur Verfügung stehen.

Der LRH hat deshalb die geprüften Universitäten aufgefordert, Professorinnen und Professoren und Angehörige der Laufbahn Akademischer Rat nicht mehr in der reinen Sprachvermittlung einzusetzen.

Einsatz von Bachelor-Absolventen als Lektoren Voraussetzung für eine Beschäftigung als Lektorin oder Lektor für Fremdsprachen ist ein Hochschulabschluss. Der LRH hat in diesem Zusammenhang festgestellt, dass die meisten Universitäten nur Bewerber mit einem Master- bzw. Magisterabschluss einstellen. Als Grund hierfür wurde - 214 (Epl. 06) führt, dass Bachelor-Absolventen nicht die für den Sprachunterricht erforderlichen Kompetenzen besäßen.

Der LRH hat auf die positiven Erfahrungen derjenigen Universitäten hingewiesen, die bereits Bachelor-Absolventen als Lektorinnen und Lektoren einsetzen. Er hat empfohlen, die Einstellung von Bachelor-Absolventen für Aufgaben des Sprachunterrichts vermehrt in Betracht zu ziehen, was zu deutlichen Einsparungen führen würde.

Ausschöpfen von Einnahmemöglichkeiten

Nach den Feststellungen des LRH erzielen die Sprachenzentren einiger Universitäten in nicht geringem Umfang Einnahmen, z. B. durch kostenpflichtige Sprachkurse für Externe oder entgeltliche Sprachtests. Die Sprachenzentren der übrigen Universitäten hingegen ließen derartige Einnahmemöglichkeiten bislang weitgehend ungenutzt. Der LRH hat die Hochschulen aufgefordert, zusätzliche Einnahmemöglichkeiten im Sprachenbereich zu prüfen.

Mehr Sprachangebote in der vorlesungsfreien Zeit

Schließlich hat der LRH festgestellt, dass der Sprachunterricht von den Universitäten im Wesentlichen in der Vorlesungszeit erbracht wird. Nur Sommerkurse, Vorbereitungs- oder Intensivkurse wurden teilweise außerhalb dieser Zeit angeboten. Der LRH hat im Hinblick auf die angespannte Raumsituation und die hohen Teilnehmerzahlen in der Vorlesungszeit empfohlen, Sprachunterricht vermehrt auch in der vorlesungsfreien Zeit anzubieten.

- MIWFT (Epl. 06)

Stellungnahmen der Hochschulen

Die Hochschulen haben sich zu den Empfehlungen des LRH ganz überwiegend zustimmend geäußert.

Weniger Sprachunterricht durch Professoren und Akademische Räte

Alle Universitäten haben sich der Forderung des LRH angeschlossen, dass reine Sprachvermittlung nicht von Professorinnen und Professoren und Akademischen Räten erbracht werden solle. Sofern ein Einsatz solcher Kräfte im Sprachunterricht noch stattfinde, handele es sich um auslaufende Tätigkeiten. In einigen kleinen Fächern lasse sich allerdings die Sprachvermittlung nicht von der Vermittlung wissenschaftlicher Methoden und kulturwissenschaftlicher Erkenntnisse trennen, sodass in diesen Ausnahmefällen auch künftig Professorinnen und Professoren sowie Akademische Räte eingesetzt würden.

Einsatz von Bachelor-Absolventen als Lektoren

Die Universitäten haben sich zunächst gegen die Einstellung von Bachelor-Absolventen als Lektorinnen und Lektoren ausgesprochen. Im Verlauf des Schriftwechsels mit dem LRH haben sich dann die meisten Hochschulen zur Einstellung bereit erklärt, wenn die qualitativen Anforderungen an die jeweils zu vermittelnde Sprachausbildung dies zuließen. Einige Universitäten lehnen eine Änderung ihrer Einstellungspraxis allerdings weiterhin ab, u. a. mit der Begründung, dass die erforderlichen Fachkenntnisse nur bei einem Masterabschluss gewährleistet seien.