Krankenversorgung

219 - MIWFT (Epl. 06)

Der LRH hat daher den UK empfohlen, in absehbarer Zeit eine vollständige Erfassung und Dokumentation der Laborleistungen aufzubauen.

Aufwendungen für Laborbedarf bei allen Laboreinheiten

Um Aussagen über das Leistungsspektrum der untersuchten Laboreinheiten treffen zu können, hat der LRH auf die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zurückgegriffen. In deren Abschnitten M (Laboratoriumsuntersuchungen) und N (Histologie, Zytologie und Zytogenetik) sind die laborchemischen Untersuchungen erfasst und einer Ziffer zugeordnet, die für bestimmte Untersuchungsprozeduren steht und mit einer jeweils eigenen Punktzahl versehen ist. Der LRH ermittelte die bei jedem UK in den genannten Jahren erwirtschafteten Punkte für die unter die Abschnitte M und N der GOÄ subsumierbaren Laboruntersuchungen. Ferner erhob er die Aufwendungen für den Laborbedarf der zentralen und dezentralen Laboreinheiten der UK im Rahmen der Krankenversorgung. Den sich so für jeden Standort ergebenden Betrag setzte der LRH in Relation zu den jeweils erwirtschafteten GOÄ-Punkten. In einem weiteren Schritt differenzierte der LRH die Aufwendungen in je erwirtschaftetem GOÄ-Punkt nach zentralen und dezentralen Laboreinheiten. Hierbei ergaben sich in den meisten Fällen deutliche Unterschiede zugunsten der zentralen Laboreinheiten, die nach Ansicht des LRH auf Wirtschaftlichkeitsreserven hinweisen. Aus diesen Wirtschaftlichkeitsreserven ließen sich im Falle möglicher Zentralisierungen von Laborleistungen finanzielle Einsparungen schöpfen. Rein rechnerisch ergaben sich Einsparpotenziale bei nahezu allen UK in Höhe von jeweils rund 0,5 Mio. bis zu rund 1,6 Mio.. Dem LRH ist bewusst, dass es sich bei diesen Einsparpotenzialen nur um rechnerische Größen handelt, die nicht vollständig ausschöpfbar sind, weil in etlichen Fällen Laboruntersuchungen aus medizinischen und ablauforganisatorischen Gründen nicht verlagert werden können.

MIWFT - 220 (Epl. 06)

Der LRH hat den UK empfohlen, die aufgezeigten Einsparpotenziale auf ihre Realisierbarkeit durch Verlagerung von Laborleistungen aus dezentralen in zentrale Laboreinheiten zu überprüfen.

Parallelbestimmungen

Der LRH ermittelte bei den einzelnen UK ferner das Volumen der Parallelbestimmungen, d. h. derjenigen gleichartigen Untersuchungen, die innerhalb eines UK von verschiedenen Laboreinheiten durchgeführt wurden.

Hierzu identifizierte er zunächst den Hauptleistungserbringer in der jeweiligen Analyseart, d. h. diejenige zentrale oder dezentrale Laboreinheit, die in der jeweiligen Untersuchungsprozedur die meisten Analysen kalenderjährlich durchgeführt hatte. In der Regel handelte es sich hierbei um eine zentrale Laboreinheit. Sodann stellte er die gleichartigen Untersuchungen fest, die in anderen Laboreinheiten durchgeführt worden waren. Das UK Düsseldorf bleibt allerdings im Jahr 2007 nach dem UK Münster immer noch der Standort mit den meisten Parallelbestimmungen. Insgesamt waren danach über alle UK beispielsweise im Jahr 2007 fast 3 Mio. Analysen rein rechnerisch einer Verschiebung zum Hauptleistungserbringer zugänglich. Auch hier gilt aber

- MIWFT (Epl. 06) wieder die Einschränkung, dass einer solchen Verschiebung keine medizinischen und ablauforganisatorischen Gründe entgegenstehen.

Der LRH hat den UK empfohlen, Paralleluntersuchungen daraufhin zu überprüfen, ob sie für eine Verlagerung zu den Hauptleistungserbringern in Frage kommen.

Zentrallabore

Bei allen UK war der größte Leistungserbringer laborchemischer Untersuchungen das Zentrallabor.

Zunächst verschaffte sich der LRH einen Überblick darüber, inwieweit Laborleistungen bei den UK in Zentrallaboren zentralisiert worden waren. Die insoweit ermittelten Zentralisierungsgrade sind relativer Natur; denn sie spiegeln das Verhältnis der Analysen bzw. GOÄ-Punkte des Zentrallabors zu den Analysen bzw. den GOÄ-Punkten nicht aller Laboreinheiten (ZA relativ bzw. ZGOÄ-P relativ) des jeweiligen UK wider. Ausgenommen hat der LRH die übrigen zentralen Laboreinheiten und die dezentrale Laboreinheit Transfusionsmedizin, weil sowohl die zentralen Laboreinheiten Pathologie, Neuropathologie, Humangenetik, Medizinische Mikrobiologie und Virologie als auch die dezentrale Laboreinheit Transfusionsmedizin Leistungen erbringen, die auch im Zentrallabor erbracht werden könnten, jedoch aus medizinischen und ablauforganisatorischen Gründen in den zuvor genannten Laboreinheiten durchgeführt werden.