Moderne Form der damnatio memoriae durch Minister Schneider?

2008 erschien der erste Integrationsbericht der Landesregierung »Land der Integrationschancen«. Das Vorwort dieses Berichts stammt vom damaligen Integrationsminister Armin Laschet. Die pdf-Datei des Berichts konnte noch am 01.02.2011 von der Internetseite des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales heruntergeladen werden.

Über den Broschürenservice des Landes Nordrhein-Westfalen erhielt man ebenfalls am 01.02.2011 eine zweite Version des Integrationsberichts: Das Originalvorwort von Minister Armin Laschet ist aus der Datei verschwunden, die Datei enthält nun ein Vorwort von Minister Guntram Schneider. Das Impressum ist ebenso unverändert wie der Text. Als Urheber des Berichts wird weiterhin das in dieser Form nicht mehr existierende Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration genannt.

Eine derartige Veränderung einer Publikation des Landes Nordrhein-Westfalen scheint einmalig zu sein: Stichproben im Broschürenservice fanden keinen zweiten Fall; alle alten Broschüren zeigten und zeigen weiterhin die zum Zeitpunkt der Publikation amtierenden Minister.

1. Warum wurde aus dem ansonsten unveränderten Integrationsbericht das Originalvorwort von Minister Armin Laschet gelöscht?

2. Warum wurde in dem ansonsten unveränderten Integrationsbericht ein neues Vorwort von Minister Guntram Schneider eingefügt?

3. Warum wurde im Impressum nicht auf die veränderte Auflage hingewiesen?

4. Plant die Landesregierung die Entfernung der Texte und Bilder ehemaliger Minister aus weiteren Broschüren und Berichten?

5. Ist sich die Landesregierung bewusst, dass die Löschung möglichst aller Spuren politischer Mitbewerber sonst nur aus der Antike und in modernen Zeiten nur aus autoritären Staatsführungen bekannt ist?

Die Printversion des ersten Integrationsberichtes der Landes-regierung Land der neuen Integrationschancen von 2008 wurde und wird unverändert ­ mit einem aktuellen Vorwort von Minister Guntram Schneider als Einlegeblatt ­ versendet.

Der Bericht geht auf einen Auftrag des Landtags von Nordrhein-Westfalen zurück. Seine Ausführungen zur Situation von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in unserem Land sind nach wie vor aktuell.

Auf der Homepage des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) war und ist der Integrationsbericht in urspünglicher Form als pdf-Datei zum Download eingestellt.

Im Bestellsystem des MAIS war und ist der Bericht ebenfalls als pdf-Download eingestellt.

Aufgrund eines redaktionellen Fehlers war bei dieser Datei das Originalvorwort des damaligen Ministers Armin Laschet entfernt und durch ein aktualisiertes Vorwort von Minister Guntram Schneider ersetzt worden.

Der Bericht ist nunmehr unverändert ­ d.h. mit dem Originalvorwort des damaligen Ministers Armin Laschet ­ eingestellt. Ein aktuali-siertes Vorwort von Minister Guntram Schneider ist als virtuelles Vorblatt dem Originalbericht vorangestellt.