Absolventen

Bestleistungen bei Schulabschlüssen der Schülerinnen und Schüler aller Schulformen weiterhin angemessen würdigen

I. Ausgangslage Leistungsbereitschaft und die Wahrnehmung von Eigenverantwortung sind für jede Gesellschaft unverzichtbar. Persönliches Engagement, der Wille sich anzustrengen und im Rahmen der individuellen Möglichkeiten bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, verdienen Lob und Anerkennung. Um jungen Menschen frühzeitig gesellschaftliche Bestätigung für ihre Einsatzbereitschaft zu vermitteln, wurde unter der schwarz-gelben Landesregierung seit dem Jahr 2007 eine offizielle Bestenehrung vorgenommen. Hierfür stellten die zentralen Leistungsvergleiche die unverzichtbare Grundlage dieser Ehrungen dar, da sie ein erhöhtes Maß an Transparenz ermöglichen.

Alljährlich wurden in den vergangenen Jahren jugendliche Absolventen zu einer offiziellen Feier eingeladen und ausgezeichnet, die an ihren unterschiedlichen Schulformen jeweils herausragende Abschlussergebnisse am Ende der 10. Klasse oder im Rahmen des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung erzielt hatten. Die Schülerinnen und Schüler wurden durch den Ministerpräsidenten und die Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie weitere Prominente geehrt. Diese Ehrung sollte sowohl bisherigen herausragenden Leistungen Respekt zollen als auch zu zukünftigen Erfolgen im persönlichen Werdegang anregen.

Auch im Jahr 2010 waren die Schulen in sogenannten Schulmails gebeten worden, Ergebnisse herausragender Absolventen zu übermitteln, um sie offiziell zu ehren.

Durch den Regierungswechsel wurde diese Kultur der Anerkennung von Spitzenleistungen abrupt unterbrochen. Vielen Schülerinnen und Schülern war von Seiten der Schulen bereits mitgeteilt worden, dass sie eine Einladung zu einer Ehrung durch die Staatskanzlei erhalten würden. Lange Zeit wurden die Jugendlichen nicht benachrichtigt, wann eine solche Ehrung durchgeführt würde.

Auf Nachfragen an das zuständige Fachministerium, das Ministerium für Schule und Weiterbildung, wurde mitgeteilt, dass die Zuständigkeit für die Bestenehrung bei der Staatskanzlei liege. Schließlich erklärte die Staatskanzlei Ende des vergangenen Jahres, dass es 2010 keine Bestenehrung geben werde. Schülern wurde lediglich ein kurzes Schreiben der Ministerpräsidentin sowie eine Urkunde und ein Geschenkgutschein übersandt. Ein solches Vorgehen kann jedoch eine umfassende Anerkennungskultur nicht ersetzen. Viele Schüler, die eine Einladung zu einer öffentlichen Ehrungsveranstaltung erwartet hatten, wurden von der Landesregierung zunächst hingehalten und ihnen schließlich, nachdem das Jahr nahezu vorbei war, mitgeteilt, dass ihre öffentliche Ehrung entfällt.

Der Umgang der Landesregierung mit der Ehrung von Schülern mit herausragenden schulischen Leistungen im vergangenen Jahr verdeutlicht auf ausgesprochen negative Weise, welcher Stellenwert der Förderung und Anerkennung von Spitzenleistungen in der rot-grünen Bildungspolitik zukommt. Der Achtung und Würdigung persönlichen Engagements und der Respekt vor individueller Leistungsbereitschaft wird offensichtlich nicht die notwendige Bedeutung beigemessen. Schüler, denen eine öffentliche Anerkennung für das Geleistete versprochen worden war, wurden enttäuscht. Gleichzeitig geht von dem rot-grünen Vorgehen das verheerende Signal aus, dass eigenverantwortliche Anstrengung, bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, keine verlässliche und kontinuierliche gesellschaftliche Anerkennung durch diese Landesregierung erfährt.

Zwar erhält sich die Landesregierung im Haushaltsentwurf 2011 im Einzelplan 02 die Möglichkeit, im Jahr 2011 eine Bestenehrung durchführen zu können, die jedoch bereits im Jahr 2010 bestand und, wie dargestellt, nicht genutzt worden ist. Die Umstände und Details möglicher Planungen der Landesregierungen sind jedoch weder hinreichend quantifiziert noch qualifiziert.

II. Handlungsnotwendigkeiten Zukünftig müssen Schülerinnen und Schüler bei herausragenden Leistungen von Seiten der Politik verlässlich und konsequent wieder die Anerkennung erhalten, die ihnen aufgrund ihrer Anstrengungen gebührt.

Ebenfalls ist es von zentraler Bedeutung, die Vorbildfunktion von Schülerinnen und Schülern, die auf der Basis des individuellen Leistungspotentials Bestleistungen erzielt haben, öffentlichkeitswirksam darzustellen.

III. Beschlussfassung

Der Landtag fordert die Landesregierung auf, 1. für die Dauer der Legislatur ihre politische Absicht zu erklären, das bewährte Instrument einer öffentlichen Ehrung der besten Absolventen und Absolventinnen eines Schuljahrganges durchzuführen und die Schülerinnen und Schüler nicht erneut durch eine Absage zu enttäuschen,

2. bereits im Jahr 2011 die bisherige Praxis einer öffentlichen Bestenehrung von Schülerinnen und Schülern aller Schulformen, die mit ihren jeweiligen Schulabschlüssen herausragende Ergebnisse erzielt haben, wieder aufleben zu lassen, um den Vorbildcharakter des Engagements der Jugendlichen zu vermitteln,

3. im Jahr 2011 auch die entsprechend erfolgreichsten Schülerinnen und Schüler des vergangenen Jahres 2010 einzuladen, um ihre Ehrung nachzuholen,

4. diese Ehrungen der besten Schülerinnen und Schüler in einem würdigen Rahmen vorzunehmen.