Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens

Durch das 4. Schulrechtsänderungsgesetz vom 15. Dezember 2010 wurden die Ziffernnoten zum Arbeits- und Sozialverhalten abgeschafft. Diese Änderung ist zwischenzeitlich wirksam geworden.

Es wurde ins freie Ermessen der Schulen gestellt, wie sie zukünftig eine Rückmeldung zu diesen Bereichen geben.

Vorbemerkung der Landesregierung:

Die Einführung der Kopfnoten durch die Vorgängerregierung erfolgte trotz massiver Proteste wesentlicher gesellschaftlicher Gruppen. Insbesondere die Evangelische Kirche hat sich negativ über das Rückmeldeverfahren in Form von Ziffernoten geäußert. Bereits 1 Jahr nach Einführung der Kopfnoten sah sich die Vorgängerregierung gezwungen, das Verfahren zu ändern und die Bewertungsbereiche nach langer Diskussion, ob nun 2, 3 oder 4 Kriterien sinnvoll wären, von 6 auf 3 Kriterien zurückzufahren. Aus diesen negativen Erfahrungen hat die Landesregierung ihre Schlüsse gezogen und bereits im Koalitionsvertrag beschlossen, das Rückmeldeverfahren zum Arbeits- und Sozialverhalten gerechter zu gestalten. Diese Ankündigung erfuhr eine breite öffentliche Zustimmung. Die Schulen haben zudem in den Jahren vor Einführung der Kopfnoten bereits erfolgreich eine Rückmeldepraxis zum Arbeits- und Sozialverhalten entwickelt und durchgeführt.

1. Für welche Rückmeldepraxis haben sich einzelne weiterführende Schulen im Münsterland (Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und Stadt Münster) jeweils entschieden? (bitte schulscharf aufschlüsseln)

Diese Angaben werden von der Schulaufsicht nicht erhoben. Auskünfte hierzu sind daher nicht möglich.

2. An welchen dieser Schulen sind im Halbjahreszeugnis des Schuljahres 2010/2011 Rückmeldungen zum Arbeits- und Sozialverhalten bereits erfolgt?

S. Antwort zur Frage 1

3. Aus welchen Gründen hat sich die angekündigte Handreichung verzögert, so dass sie nicht rechtzeitig vor den Zwischenzeugnissen den Lehrerinnen und Lehrern vorlag?

Den Schulen wurden Hinweise für das nächste Schuljahr angekündigt. Eine Verzögerung liegt daher nicht vor.

4. Wie werden die Lehrerinnen und Lehrer auf die von der Landesregierung ermöglichte Rückmeldepraxis vorbereitet, bzw. weitergeschult? (Bitte Maßnahmen nach Kreisen aufschlüsseln)

Die Lehrerinnen und Lehrer sind aufgrund ihrer Ausbildung dazu befähigt, das Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler zu beurteilen und zu bewerten.

5. Vor den Reformen der CDU-geführten Vorgängerregierung, die die Kopfnoten einführte, floss die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens in einem bestimmten Maß in die Leistungsnote ein. Wie soll nach Ansicht der Landesregierung das Arbeits- und Sozialverhalten in angemessener Weise bei der Leistungsbeurteilung der Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Fächern nunmehr einfließen?

Die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens war auch vor den Reformen der CDUgeführten Vorgängerregierung nicht Bestandteil der Leistungsnote. Aussagen hierzu konnten nach einer Grundsatzentscheidung der Schulkonferenz in das Zeugnis aufgenommen werden. Die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens soll auch weiterhin nicht Bestandteil der Leistungsbewertung sein. Ein gutes Arbeitsverhalten fördert selbstverständlich auch gute fachliche Leistungen.